650 Jahre Hammerwerke in Metzenseifen
Mit einer ganzen Reihe von Veranstaltungen erinnerte die Stadt Metzenseifen/Medzev kürzlich an ein Ereignis, das grundlegend für ihre wirtschaftliche Entwicklung bis ins 20. Jahrhundert sein sollte: den Vertrag des Prämonstratenserklosters in Joß/Jasov mit einem Elias Tegnagel aus Metzenseifen. Er erlaubte dem Kloster gegen Abgaben drei Plätze für den Betrieb von drei Hammerwerken.
Die Zahl der Hammerwerke wuchs bis auf 109 im Jahr 1842. Mit der industriellen Revolution sank ihre Zahl bis Ende des 19. Jahrhunderts und lag 1937 bei weniger als 50. Als 1966 in Metzenseifen die Feier zu „600 Jahre Hammerwerke“ stattfand, gab es noch zwei funktionsfähige Hammerwerke. Eines davon, das im Šugov‑Tal befindliche, wurde pünktlich zum 650. Jahrestag rekonstruiert.

Umfangreiches Programm
Am Anfang des über vier Tage laufenden Programms stand am 7. Mai eine Vernissage. Beendet wurde es am 10. Mai mit dem Konzert „Keď v Medzeve ožijú piesne Mantákov“ (Wenn in Metzenseifen die Lieder der Mantaken aufleben).
Dazwischen gab es am 8. Mai im historischen Saal der Stadt ein öffentliches Gespräch mit dem Historiker Miroslav Lacko über Hammerwerke (Beseda o hámorníctve) und ihre wirtschaftliche Bedeutung. Die rekonstruierte Hammerschmiede im Šugov-Tal wurde am 9. Mai mit einem großen Fest wiedereröffnet.
Vier Tage drehte sich alles um Hammermühlen
Metzenseifens Bürgermeister Mgr. Radoslav Gedeon hatte sich mit der Stadtverwaltung das Ziel gestellt, möglichst vielen Einwohnern die Erinnerung an die so eng mit den Hammerwerken verbundene Geschichte der Stadt nahezubringen. Er zog den Servicebetrieb und die Kunstschule der Stadt in das Vorbereiten und Durchführen der Veranstaltungen ein und bekam Unterstützung von Helmut Bistika und dem ehemaligen Staatspräsidenten Dr. Rudolf Schuster.
Beginnen wir mit dem Geschehen um die Hammerschmiede im Šugov am 9. Mai 2026. Die Rekonstruktion der Schmiede wurde vom Servicebetrieb der Stadt unter Leitung von Andrej Gedeon durchgeführt. Es mussten viele Holzteile und sogar der Hammer ersetzt werden; die Feuchtigkeit hatte den Teilen über die Jahrzehnte zu sehr zugesetzt. Die Rekonstruktion wurde vom autonomen Bezirk Kaschau/Košice finanziell gefördert – ohne diese Unterstützung wäre sie nicht möglich gewesen. Dafür sind Bürgermeister und Stadt sehr dankbar.
Das Ergebnis ist ein funktionsfähiger, nach Originaltechnik arbeitender, von einem Wasserrad angetriebener Hammer. Bürgermeister Radoslav Gedeon hob bei der Wiedereröffnung hervor, dass dieser der letzte seiner Art in Mitteleuropa ist. Der aus Metzenseifen stammende Rudolf Schuster betonte in einer unterhaltsamen und von persönlichen Erfahrungen geprägten Rede die Bedeutung des Schmiedehandwerks für die Stadt.
Diese sehr gut besuchte Veranstaltung begeisterte Jung und Alt. Alle konnten sich nicht nur die fertiggestellten Produkte der Schmiedekunst ansehen, sondern auch feststellen, dass die Arbeit in einer Hammerschmiede schwer ist und gleichzeitig einiges handwerkliches Können und Geschick erfordert. Viel Interesse gab es an den Fechtvorführungen der historischen Gruppe “Defensores” aus Kaschau/Košice. Für das leibliche Wohl sorgte die historische Küche AMIS. AMIS kümmert sich um historische Rezepte und zeigte, dass auch diese für schmackhaftes Essen sorgen können.
Kultureller Rahmen durch Vernissage und Konzert
Das Einbeziehen des Nachwuchses der Stadt in das Vorbereiten des Jubiläums hatte bereits lange zuvor begonnen – in gemeinsamer Arbeit mit der Kunstschule. In ihr wurde die künstlerische Umrahmung der Veranstaltung vorbereitet.
Es gab zwei Schwerpunkte. Der erste bestand für die Mal- und Zeichenklassen in der Aufgabe, sich mit dem Thema des Schmiedehandwerks und der Hammerwerke zu beschäftigen und dazu Bilder, Collagen oder Skulpturen zu gestalten. Die Ergebnisse wurden am Nachmittag des 7. Mai feierlich vorgestellt. Die Vernissage moderierte Helmut Bistika, der auch bei den Bildentwürfen seinen fachlichen Rat gegeben hatte.
Eine Jury hatte zuvor die eingereichten Arbeiten dieser „Hooma-Kunst“ bewertet. Alle Arbeiten waren auf einem hohen Niveau, die Unterschiede sehr gering. Der erste und dritte Preis wurden daher jeweils zweimal vergeben: der erste an Lilian Hähnlová und Ema Lukáčová, der zweite an Adam Jaroš, der dritte an Matúš Halás und Patrícia Fabianová.
Außerdem stellte die Fotografin Alžbeta Morová beeindruckende Farbfotos aus, die Hammerwerke in allen vier Jahreszeiten zeigten. Einen weiteren Höhepunkt setzte die Kunstschule mit Einlagen ihrer Tänzerinnen, die im Saal und auf der Bühne in einer interessanten choreografischen Umsetzung die Arbeit in einem Hammerwerk darstellten.


Die Veranstaltungen zum 650. Jubiläum wurden am 10. Mai mit einem Konzert der Gruppe Bajnslauchferajn beendet. Sie setzte ein musikalisches Projekt des Metzenseifners Janko Kušnir um. Gespielt wurden deutsche Lieder in ihren mantakischen Fassungen. Die Gesangssolisten waren Ingrid Halásová und Peter Kaleta. Auch hier gab es eine tänzerische Umrahmung, diesmal durch die von Vilma Bröstlová geleitete Gruppe Schadirattam.

Der anwesende ehemalige Präsident der Slowakei, Dr. Rudolf Schuster, ließ es sich nicht nehmen, auf die Bühne zu treten und kurz zu dem historischen Ereignis zu sprechen. Rudolf Schuster, selbst ein guter Sänger und auf zahlreichen CDs und DVDs mit Volksliedern zu hören und zu sehen, taufte anschließend die CD mit den Liedern der Veranstaltung.







Mit langanhaltendem Beifall dankten die Gäste im vollbesetzten Saal den Vortragenden – und damit sicher auch dem Bürgermeister und der Stadtverwaltung – für das inhaltsreiche Programm und den perfekt organisierten Ablauf an allen vier Veranstaltungstagen.
Dr. Heinz Schleusener
