80 Jahre seit der Prerauer Tragödie
Vertreterinnen und Vertreter aus Politik und Kirche sowie dutzende Bürgerinnen und Bürger haben am Sonntag, dem 22. Juni 2025, an der Gedenkfeier in Prerau/Přerov teilgenommen. Die Prerauer Tragödie zählt zu den schlimmsten Massakern in der Nachkriegsgeschichte der Tschechoslowakei. In der Nacht vom 18. auf den 19. Juni 1945 wurden auf den Schwedenschanzen bei Prerau/Prerov 267 Karpatendeutsche brutal ausgeraubt und erschossen. Sie wollten aus der Evakuation nach Hause zurückkehren.
Den Befehl dafür erteilte Karol Pazúr, Leutnant des Verteidigungsgeheimdienstes, den Angehörigen des 17. Infanterieregiments aus Engerau/Petržalka. Unter den Opfern befanden sich 120 Frauen, 78 Kinder und 69 ältere Männer – überwiegend aus dem Hauerland und der Zips. Das jüngste Opfer war gerade einmal sechs Monate alt.
Im Rahmen der Gedenkfeier sprachen unter anderen der Bürgermeister der Stadt Prerau, Herr Ing. Petr Vrána, die Bundesvorsitzende der Karpatendeutschen Landsmannschaft, Frau Brunhilde Reitmeier-Zwick, sowie für die Karpatendeutschen aus der Slowakei Frau Erika König, stellvertretende Vorsitzende des Karpatendeutschen Vereins.




Der Klang der Versöhnungsglocken
Zum ersten Mal erklangen im Rahmen der Gedenkfeier im Glockenturm der Sankt-Laurentius-Kirche auch die neuen Glocken – als ein Zeichen der Versöhnung. Sie wurden vom Prager Erzbischof Mons. Jan Graubner feierlich gesegnet. Auf einer der Glocken sind alle Namen der ermordeten Kinder eingraviert.
Die Trauerlieder spielten Posaunenchöre aus Einsiedel an der Göllnitz/Mníšek nad Hnilcom und aus Deutschland – sowohl auf dem Friedhof als auch an den Schwedenschanzen.
Im Namen aller Karpatendeutschen, die heute in der Slowakei leben, gebührt allen Dank, die die Errichtung des Kreuzes auf den Schwedenschanzen unterstützt haben – insbesondere der Stadt Prerau und ihrem Magistrat, sowie dem römisch-katholischen Pfarramt für die würdige Gestaltung dieser historisch bedeutsamen Gedenkfeier, die alljährlich organisiert wird. Besonderer Dank gilt Dr. František Hybl (†), dessen unermüdlichem Einsatz es zu verdanken ist, dass dieses tragische Kapitel der Geschichte nicht in Vergessenheit geraten ist.
Erika König
Vorsitzende der KDV-Region Unterzips
