Abschied von Attila Tankó
Am 13. Januar dieses Jahres verstarb Dr. Attila Tankó, Sekretär des Kuratoriums der Dr.-Antal-Genersich-Stiftung. Er wurde im Jahr 1947 in Debrezin/Debrecen geboren und absolvierte dort seine Schulausbildung. Sein Vater war Prof. Dr. Béla Tankó, Universitätsprofessor für Biochemie. Mit ihm ist die Entdeckung des Fructose-1-Phosphats, des Tankó-Robinson-Esters, verbunden. In den 1950er Jahren war er auch an der Erforschung von Nukleinsäuren beteiligt, was für die Tumorforschung in Ungarn von großer Bedeutung war.
Nach seinem Abschluss an der Medizinischen Universität arbeitete Attila Tankó an der Urologischen Klinik der Semmelweis-Universität Budapest, zuletzt als Universitätsdozent. Seine Forschungsschwerpunkte waren Inkontinenz, urologische Tumore und deren Therapie sowie die Entstehung von Nierensteinen. 1990 erschien sein Buch „Női vizelettartási zavarok“ (Harninkontinenz bei Frauen) im Medicina-Verlag. Seiner Ansicht nach kann die Inkontinenz bei Frauen zu Recht als Volkskrankheit bezeichnet werden. 1994 verteidigte er seine Habilitation mit dem Titel „Harninkontinenz und Harnabflussstörungen“ vor der Ungarischen Akademie der Wissenschaften. Er erhielt später den Titel eines außerordentlichen Universitätsprofessors. Attila Tankó hat zwei Fachbücher zu diesem Thema geschrieben, die auch in englischer Sprache erschienen sind.
Ein wichtiger Teil seines Werks ist sein 1991 erschienenes Buch über die Genersich-Stiftung. Er war einer der Gründer der Ungarischen Gesellschaft für Kontinenz und Urogynäkologie im April 2018. Er war Mitglied des Szepesség-/Zipser-Kreises in Budapest. Er organisierte und sponserte 2017 in Wien die Gedenktafel für Professor Johannes Genersich, den ersten Rektor der evangelischen Theologie in Wien.
Die Dr.-Antal-(Anton-)Genersich-Stiftung organisierte mehrere Reisen in die Zips, nach Leutschau/Levoča und Kesmark/Kežmarok. In Leutschau besichtigten sie die Stadt, die Kirchen und die für ihre Gemälde bekannte evangelische Holzkirche. Auf dem Friedhof wurde das Grab von Dr. Samuel Genersich mit einem Kranz geschmückt. Im Rahmen eines Empfangs im Rathaus wurden den Schülern Genersich-Preise überreicht. Anschließend führte die Reise nach Kesmark, wo gemeinsam mit der Stadtverwaltung die Gräber der Familie Genersich und die am Lyzeum angebrachten Genersich-Gedenktafeln mit Kränzen geschmückt wurden. Sie besichtigten die Burg in Kesmark und die berühmte evangelische Holzkirche. Im Rathaus wurden den Schülern im Rahmen des Kultur- und Begegnungsfestes des Karpatendeutschen Vereins ebenfalls Genersich-Preise überreicht.
Attila Tankó hat mehrere Ausstellungen zum Thema Zips/Spiš organisiert. Die Genersich-Stiftung zeichnet seit Jahrzehnten jedes Jahr beim „Dies Academicus“ an der Universität Budapest herausragende Lehrer und Forscher nicht nur aus Ungarn aus. Die Genersich-Stiftung vergab sogenannte Genersich-Stipendien an Schüler slowakischer Schulen in Kesmark und Leutschau. Er besuchte mehrmals das Kultur- und Begegnungsfest in Kesmark mit Freunden und Schülern aus Ungarn.
Wir haben einen hervorragenden Kollegen und Freund verloren, der die Region Zips liebte und sich mit ganzer Kraft für die Pflege des Erbes von Genersich einsetzte.
Lieber Attila, ruhe in Frieden, wir werden deine Erinnerung bewahren! Wir werden die edlen Ziele der Dr.-Genersich-Stiftung weiter pflegen.
Josef Makovitzky (Heidelberg)
