Lehrpfad in Zeche/Malinová

Auf dem Natur-Lehrpfad von Zeche 

Die Eröffnung der sommerlichen Tourismussaison in Zeche/Malinová beginnt traditionell am 1. Mai mit einem gemütlichen Spaziergang durch den Wald – in jenem Gebiet, das im örtlichen Dialekt den Flurnamen „Roboty“ trägt. Dieser Name, ebenso wie Hozopuš, Zajfi, Štôlňa und andere, haben sich eingebürgert. Sie stammen aus der Zeit, als auf dem Gebiet der heutigen Gemeinde Malinová, damals Cach, ausschließlich deutschsprachige Bevölkerung lebte.

Im Jahr 2023 waren zehn Jahre vergangen, seit sich eine informelle Bürgergruppe gegründet und sich – mit Unterstützung der Gemeinde – entschlossen hatte, die schöne Natur, die seltene Flora und Fauna sowie interessante Fakten über die Entstehung der Gemeinde aus der Zeit, als in dem Gebiet Gold gefördert wurde, sichtbar zu machen. Das Gebiet mit zahlreichen runden Kieselsteinen, Überresten der Goldgewinnung, liegt von Zeche aus Richtung Fundstollen/Chvojnica. Obwohl dieser Stein über mehrere Jahrhunderte hinweg zum Bau von Häusern und Plätzen verwendet wurde, gibt es ihn noch immer in enormen Mengen. Deshalb wird dieses Gebiet seit den 1980er Jahren auch Steinmeere genannt. Laut einer Untersuchung aus dem Jahr 2017 liegt hier eine Steinschicht von 8 bis 15 Metern Dicke.

Entlang des Lehrpfades kann man rundgeschliffene Steine entdecken.
Entlang des Lehrpfades kann man rundgeschliffene Steine entdecken.

Ein Weg erzählt Geschichte

Der Natur-Lehrpfad in Zeche/Malinová ist etwa drei Kilometer lang, als Rundweg angelegt und beginnt an der ersten Informationstafel bei der Bushaltestelle. Insgesamt umfasst er vier große und drei ergänzende Informationstafeln. Obwohl viele Radfahrer gerne bis ins Zentrum des Gebietes fahren würden, ist das nicht möglich: Das stark zerklüftete, steinige Gelände ist für Fahrräder ungeeignet. Für sie gibt es in der Umgebung der Gemeinde mehrere andere bergige und angenehme Wege.

Der Lehrpfad führt über die Ortsstraße aus dem Dorf hinaus, vorbei am Moorgebiet und weiter in den Wald. Auf dem Waldweg, begleitet vom Rascheln der Blätter und Vogelgesang, dringen die Besucher immer tiefer in die Geheimnisse des Gebietes ein. Diese sind in einer alten Sage beschrieben, die von Zwergen erzählt, die sich in den Bergen unter dem Magura‑Massiv niederließen und dem Land großen Reichtum brachten. Die Sage ist in vier Teile gegliedert und kann auf den Informationstafeln gelesen werden. Heilpflanzen, Bäume, Tiere sowie die Goldgewinnung – all das bietet eine spannende Lektüre während des Spaziergangs auf dem Lehrpfad.

Besucher gestalten den Pfad mit

Die Initiatorin und Urheberin des Lehrpfad‑Projekts Mária Luprichová fordert die Besucher auf, sich auch selbst an dem Projekt zu beteiligen: „Wenn Sie auf dem Weg unterwegs sind, legen auch Sie einen Stein zu den anderen – so wie es die Bergleute in alten Zeiten taten. Jeder Stein, auf dem Sie gehen, ging einst durch die Hände von jemandem.” So können die Besucher helfen, nach und nach einen von Steinen gesäumten Pfad zu schaffen. Wenn man den Waldweg verlässt, eröffnet sich ein wunderschöner Blick auf eine sonnenbeschienene Wiese und die umliegenden Berge. Danach beginnt der letzte Kilometer des Rundgangs. 

Auf einem kleinen Weg entlang des Waldrandes gelangt man zur letzten Tafel und erfährt, warum die Zwerge die Berge verließen – und mit ihnen auch das ganze Gold verschwand. Mária Luprichová hat noch einen anderen Tipp: “Vielleicht lockt Sie vor dem Ende des Weges noch die Feuerstelle, wo Sie sich ausruhen können, bevor Sie über die kleine Brücke über den Bach ins Dorf zurückkehren und den Rundweg beenden.” Der Lehrpfad steht seit zehn Jahren auch unter der Schirmherrschaft des Touristenklubs von Zeche/Malinová. Dessen Mitglieder kümmern sich vor allem nach dem Winter ehrenamtlich um die Reparatur der Markierungen und Tafeln sowie um das Entfernen abgebrochener Äste vom Weg. 

Text und Fotos: M. Luprichová