Vor dem Museum

Besuch der Ausstellung in Zipser Neudorf

Am 26. Februar 2026 trafen sich die Mitglieder der Ortsgemeinschaft des Karpatendeutschen Vereins aus Schmöllnitz Hütte/Smolnícka Huta in Zipser Neudorf/Spišská Nová Ves, um gemeinsam die Ausstellung des SNM-Museums der Kultur der Karpatendeutschen im Museum der Zips mit dem Titel „Tragödie der Karpatendeutschen an den Schwedenschanzen bei Prerau“ zu besuchen.

Die Ausstellung wurde vom Slowakischen Nationalmuseum – Museum der Kultur der Karpatendeutschen ausgeliehen. Die Autoren dieser Ausstellung wollten an eines der tragischsten und lange vernachlässigten Ereignisse der Nachkriegsgeschichte erinnern. Sie wurde anlässlich des 80-jährigen Jubiläums des Massakers von Prerau/Přerov geschaffen.

Die Ausstellung führt die Besucher schrittweise in die Geschichte der Karpatendeutschen vom Mittelalter bis zum Ende des Zweiten Weltkrieges ein. Dadurch wird ein breiterer Kontext für die Ereignisse geschaffen, die im Juni 1945 ihren tragischen Höhepunkt erreichten.

Die Tragödie von Prerau im historischen Kontext

Im Mittelpunkt der Ausstellung stehen die Umstände der Tragödie an den Schwedenschanzen bei Prerau/Přerov, wo am 18. und 19. Juni 1945 fast dreihundert Zivilisten deutscher Nationalität aus der Slowakei ermordet wurden – Männer, Frauen und Kinder.

Die Ausstellung befasst sich außerdem mit der Nachkriegsuntersuchung des Verbrechens, mit der Frage der Verantwortung und Bestrafung bzw. Nichtbestrafung der Täter sowie mit dem Gedenken an die Opfer des Massakers. Besonderer Fokus wird darauf gelegt, dass ein erheblicher Teil der Opfer aus der Ober- und der Unterzips stammte. Das bedeutet, dass diese Tragödie auch die Region Zips unmittelbar betroffen hat.

Durch die Ausstellung führte uns der Bibliothekar und Historiker Herr PhDr. Martin Furmanik, PhD, der die Anwesenden ausführlich über die Ursachen, den Verlauf und die Folgen des Massakers informierte. Die meisten Teilnehmer wussten bereits, was an jenen schicksalhaften Tagen geschehen war, erhielten jedoch zusätzliche, vertiefende Informationen zu diesem tragischen Ereignis. Nach seinem Vortrag beantwortete er bereitwillig die Fragen der Besucher.

Gedenken gegen das Vergessen

Es ist wichtig, über so sensible und emotionale Themen zu sprechen, denn der Mangel an Diskussion verhindert eine objektive Beurteilung der Vergangenheit. „Eine Nation, die ihre Vergangenheit vergisst, hat keine Zukunft“ – ein sehr bekanntes Zitat, das auch heute noch aktuell ist. Es erinnert uns daran, wichtige Ereignisse der Geschichte nicht in Vergessenheit geraten zu lassen.

Die Tragödie der Karpatendeutschen an den Schwedenschanzen bei Prerau/Přerov, die sich im Juni 1945 ereignete und Ausdruck von Gewalt, Kriegshass und kalter Gleichgültigkeit war, ist auch heute noch von bedrückender Aktualität. Möge das Schicksal der Opfer eine Mahnung an die gesamte Menschheit bleiben, denn auch heute leben wir in unruhigen Zeiten.

Wir bedanken uns beim Museum für den herzlichen Empfang, die anregenden Erläuterungen und die eindrucksvolle Ausstellung.

PhDr. Ingrid Koch