Botschafter Dr. Kurz besuchte die Karpatendeutschen in Kaschau und Metzenseifen
Der seit Juli 2024 amtierende Botschafter der Bundesrepublik Deutschland in der Slowakei, Dr. Thomas Kurz, besuchte mit seiner Gattin nach dem diesjährigen Kultur- und Begegnungsfest in Kesmark/Kežmarok auch Kaschau/Košice und Metzenseifen/Medzev. Sein Interesse galt der Arbeit des Karpatendeutschen Vereins in der Region. Dazu traf er sich am 22. und 23. Juni mit Mitgliedern aus den Ortsgruppen Metzenseifen, Ober-Metzenseifen und Kaschau.
In Metzenseifen empfing der Vorsitzende der Region Bodvatal des KDVs, Peter Sorger, den Botschafter und dessen Gattin. Nach einem straffen Programm führte Peter Sorger die Gäste in das Haus der Begegnung Metzenseifen, das kinematographische Museum der Familie Schuster (Múzeum kinematografie rodiny Schusterovej), die Kirche der Geburt Marias (Kostol narodenia Panny Márie) und in den Ausstellungsraum des Galerie-Cafés.
Unterstützt wurde er dabei unter anderen von der Vorsitzenden der OG Metzenseifen, Vilma Bröstl, sowie den KDV-Mitgliedern Erika und András Gedeon, Ági Bröstl, Marianna Schmotzer sowie Jana und Helmut Bistika.

Sowohl der Botschafter als auch dessen Frau zeigten sich nicht nur sehr interessiert – sie stellten viele Fragen zum Leben und zur Kultur der Karpatendeutschen. Der abschließende Aufenthalt im Ausstellungsraum des Galerie-Cafés, bei dem Helmut Bistika einige seiner Kunstwerke vorstellen und erklären konnte, war daher ein gut gewählter Ort, um die Gespräche in geeigneter Atmosphäre fortzusetzen.

Natürlich waren der Gebrauch der deutschen Sprache und insbesondere des mantakischen Dialekts im Ort sowie allgemein das Bewahren und Weitergeben deutscher Kultur an die junge Generation die Hauptthemen. Der Botschafter erfuhr von den Sprachferienlagern für Kinder in und außerhalb des Ortes und von den künstlerischen Workshops für Kinder, die Helmut Bistika anbietet.
Zu kulturellen Aktivitäten wie die der Tanz- und Gesangsgruppen in Metzenseifen und Kaschau hatte sich der Botschafter bereits beim 28. Kultur- und Begegnungsfest in Kesmark näher informiert. Er erfuhr, dass diese Gruppen beim Bodvatal-Fest am 27./28. Juni und weiteren Veranstaltungen erneut auftreten werden.
Als regelmäßiger Leser des Karpatenblattes hatte Botschafter Dr. Kurz bereits viel über den Metzenseifner Künstler Helmut Bistika erfahren. Nun aber lernte er ihn persönlich kennen und konnte sich von dessen breitem Engagement als Künstler und als im Ausland bekannter Bote der Karpatendeutschen überzeugen.
Als sich der Botschafter nach dem vierstündigen Aufenthalt in Metzenseifen von Peter Sorger und den anderen Metzenseifnern verabschiedete, versprach er, in seiner Unterstützung der Karpatendeutschen nicht nachzulassen.
Kaschau: Gespräche im Klubraum der OG Kaschau
Am folgenden Tag trafen sich der Botschafter und seine Gattin im Klubraum der Kaschauer Ortsgruppe mit der Leiterin des KDV-Büros, Lucia Urbančoková, der Verwaltungsleiterin Mária Labunová Vitkovská, der Ökonomin der Karpatendeutschen Assoziation, Heidi Schürger, sowie der Leiterin der Kaschauer Ortsgruppe, Anna Thuroczyová, und den Kaschauer beziehungsweise Ober-Metzenseifner KDV-Mitgliedern Angelika Dubiková, Gabriela Schleusener und Heinz Schleusener.
Nach seinen Gesprächen in Kesmark (20. und 21. Juni) und Metzenseifen sollte diese Zusammenkunft sein Bild über die Situation der Bürger mit deutscher Nationalität in der Ostslowakei abrunden. Botschafter Dr. Thomas Kurz ist Germanist und Historiker, seine Doktorarbeit schrieb er im Bereich der Geschichte.

Es war ihm daher offensichtlich eine Freude, mit den Germanistinnen Anna Thuroczyová, Angelika Dubiková und Gabriela Schleusener ein Fachgespräch zu einem Thema zu führen, in dem Sprache und Geschichte zusammenkommen: der mantakische Dialekt. Auch über die nicht sicher geklärte Herkunft des Begriffs „mantakisch“ wurde gesprochen.
Zur Arbeit der Kaschauer Karpatendeutschen gab es viel zu berichten. Angelika Dubiková zeigte den Gästen die sehr umfangreiche, mit dokumentarischen Fotos versehene Chronik ihrer Ortsgruppe. Diese illustrierte sehr gut die Ausführungen zu den Aktivitäten der Ortsgruppe.

Immer wieder rückte in der Diskussion die Frage in den Vordergrund, wie die Jugend besser in die Arbeit der Karpatendeutschen eingebunden werden kann. Dabei kam der sich immer mehr reduzierende Deutschunterricht in Schulen und Universitäten zur Sprache. Weiterhin wurde zum Beispiel die Schwierigkeit genannt, mit deutschen Schulen in einen Austausch zu treten. Dr. Kurz stellte zudem Fragen zur Zusammenarbeit mit anderen nationalen Minderheiten, die in einer großen Stadt wie Kaschau vertreten sind.
Zum Abschluss des Aufenthalts trug sich der Botschafter in die Chronik ein – mit der Bereitschaft, den Karpatendeutschen mit Rat und Unterstützung zur Seite zu stehen. Die Region Bodvatal dankt für den Besuch und das Interesse!
Regionalgruppe Bodvatal
