Deutsche Minderheit als Thema im großen Rundfunkstudio in Kaschau
Das Leben der deutschen Minderheit in der Slowakei war am 9. September 2025 ab 17 Uhr Thema eines öffentlichen Gesprächs, das vom Slowakischen Rundfunk im Sender Radio Patria ausgestrahlt wird. Die Veranstaltung fand im großen Sendesaal des Kaschauer Studios statt. Das Gespräch moderierte Alexandra Popovičová, ihre Gäste waren die Chefredakteurin des Karpatenblattes, Katrin Litschko, der Metzenseifner Künstler und Kunstpädagoge Helmut Bistika sowie Brunhilde Linsel, eine Musikerin mit deutschen Wurzeln.
Alexandra Popovičová, die seit zehn Jahren die Radiosendung des deutschen Magazins betreut und auch für die slowakischsprachige Sendung „Na slovíčko“ (Auf ein Wort) zuständig ist, begrüßte im Rahmen der Sendereihe „Tak ti poviem“ (So sage ich dir), die sich vier Mal pro Jahr mit verschiedenen nationalen Minderheiten beschäftigt, zunächst Brunhilde Linsel. Im Gespräch mit ihr ging es um ihre deutschen Wurzeln und ihre Liebe zur Musik. Brunhilde Linsel hat einen deutschen Vater und durch diesen sowie Schule und Studium eine enge Beziehung zur deutschen Sprache und Kultur. Sie spielt nicht nur Violine, sie komponiert, produziert und unterrichtet auch. Die Hörer der Sendung an den Lautsprechern und die Anwesenden im Saal konnten sich von ihrem Können überzeugen.

Kurzweiliger Gesprächsverlauf mit Katrin Litschko und Helmut Bistika
Die Moderatorin bat dann Katrin Litschko auf die Bühne. Sie stellte den Zuhörern die Chefredakteurin des Karpatenblattes kurz vor und bat sie, über ihren Weg bis hin zur aktuellen Position zu berichten. So erfuhren die Hörer von Radio Patria, das mit seinen elf Sendestationen von Pressburg/Bratislava über Gockern/Štúrovo bis Trebischau/Trebišov zu empfangen ist, dass Katrin Litschko bereits 17 Jahre in der Slowakei lebt. Sie hat hier und auch im heutigen Ungarn Vorfahren, die der deutschen Minderheit angehörten. Das Angebot, die Verantwortung für die einzige deutschsprachige Zeitschrift der Slowakei, das Karpatenblatt, zu übernehmen, nahm sie vor zehn Jahren an.

Danach kam mit Helmut Bistika ein weiterer Gesprächspartner hinzu. Er erzählte über die Selbstverständlichkeit in seinem Elternhaus und seiner Familie, die deutsche Sprache zu verwenden. Seine Söhne, die auch in der Schule Deutsch lernten, hatten dann echte Fortschritte gemacht, wenn sie von Lektoren aus Deutschland, also Muttersprachlern, unterrichtet wurden. Das sei derzeit leider nicht mehr der Fall.
Helmut Bistika engagiert sich deshalb selbst, um den Gebrauch der deutschen Sprache zu fördern, zum Beispiel bei der Gestaltung der Freizeitbeschäftigung von Kindern und Jugendlichen, wie etwa in Ferienlagern des Karpatendeutschen Vereins. Das macht er zwei- oder dreimal im Jahr. Dabei stellt er Aufgaben, die kreative Lösungen erfordern und verbindet das mit dem Vermitteln von deutschen Worten und Redewendungen.
Die Violinistin mit ihrer Begleitung
Vor einer weiteren musikalischen Einlage von Brunhilde Linsel fragte die Moderatorin den Maler und Skulpturengestalter nach seinem Verhältnis zur Musik. Großes Schmunzeln löste seine Antwort aus. Er liebe Musik und hatte sogar einmal eine Geige. Aber selbst musizieren sei nicht seine Stärke. Daher nutze er das Instrument, um daraus einen Engel zu gestalten. Da dieser dann nicht so schlank wie gewünscht ausfiel, habe er dem Engel dann Flügel gegeben.
Zum Abschluss viel Beifall
Zum Abschluss wurde dann doch noch deutsch gesprochen. Die Moderatorin bat ihre beiden Gesprächspartner, etwas in ihrer deutschen Muttersprache beziehungsweise im lokalen deutschen Dialekt, also dem Mantakischen bei Helmut Bistika, zu sagen. Katrin Litschko begann mit Hochdeutsch und Helmut Bistika wiederholte die gesprochenen Sätze im mantakischen Dialekt. Danach wurde getauscht, begonnen wurde mit einem im mantakischen Dialekt gesprochenen Satz. Für diese anschauliche beziehungsweise akustische Demonstration der Unterschiede von Hochsprache und Dialekt gab es Beifall im Saal. Nochmals viel Beifall gab es, als sich Alexandra Popovičová bei ihren Gesprächspartnern für die Diskussion und die musikalischen Einlagen bedankte. Es war ganz sicher eine informative und unterhaltsame Veranstaltung des slowakischen Rundfunks!
Red
