Blaskaleppen aus Einsiedel und der Pfalz musizieren gemeinsam

Ein Wiedersehen in Prerau

Der Posaunenchor aus Einsiedel an der Göllnitz/Mníšek nad Hnilcom und eine Bläsergruppe aus der Pfalz haben anlässlich des Gedenkens an das Massaker von Prerau/Přerov vor 80 Jahren einen wertvollen Beitrag geleistet, Karpatenblatt und Karpatenpost haben darüber berichtet. Der Einsatz der Bläserinnen und Bläser ist aber noch aus einem anderen Grund berichtenswert.

Bedeutete er doch für etliche der Teilnehmer ein erfreuliches Wiedersehen. Denn im Jahr 2009 lernte der Einsiedler Posaunenchor auf Einladung des damaligen Landesposaunenwartes Traugott Baur und des pfälzischen Freinsheimer Chores auf einer Besuchsreise die Vorderpfalz kennen. Es wurden persönliche Bekanntschaften geknüpft und schon zwei Jahre später besuchte ein 13-köpfiger Pfälzer Bläserchor Einsiedel und die Zips. Anlass war die Feier zum 80-jährigen Bestehen des Einsiedler Chores.

Die damaligen Besuchsprogramme bescherten den Teilnehmern unvergessliche Erlebnisse. So werden die Zipser Bläser ihr Musizieren im Kaiserdom zu Speyer wohl noch lange in Erinnerung behalten. Allein die Geschichte des Bauwerkes weckt Ehrfurcht: Der Bau wurde 1025 begonnen und ist die größte erhaltene romanische Kirche der Welt, Weltkulturerbe und geschütztes Kulturgut nach der Haager Konvention. Sechs Kaiser sind hier begraben. Die Akustik ist einzigartig.

Für die Pfälzer Bläser war zwei Jahre danach der gemeinsame Auftritt mit den Zipser Bläsern im Gedenkgottesdienst in Einsiedel ein Höhepunkt. Den Auftritt in der historischen Holzkirche in Kesmark/Kežmarok und deren Entstehungsgeschichte haben die Pfälzer immer noch im Gedächtnis.

Das Wiedersehen in Prerau

Das Wiedersehen in Prerau war kurz und anstrengend. Die Einsiedler Bläser hatten zwar die kürzere Anreise, wirkten aber vorher an einem Gedenkgottesdienst in Kesmark mit. Man traf sich am Samstagabend zu einer ersten gemeinsamen Probe im Hotel, da die Pfälzer eine neunstündige Busfahrt hinter sich hatten. Der Sonntag war ausgefüllt mit einer weiteren gemeinsamen Probe und insgesamt vier Einsätzen. Zu erwähnen ist, dass außerhalb des offiziellen Programms zu Ehren der von den deutschen Besatzern ermordeten Prerauer Bürger an deren Grabmal mehrere Choräle gespielt wurden. Das Ehepaar Laser legte währenddessen nach langer Tradition einen Kranz im Namen der karpatendeutschen Organisationen nieder.

Da in der knappen Zeit nur wenig Raum zur Vertiefung der persönlichen Kontakte blieb, wurde ein nächstes Treffen ins Auge gefasst: In Neustadt an der Weinstraße findet 2026 die Landesgartenschau und der Landesposaunentag statt. Eine gute Gelegenheit.

Text und Bilder: Rudolf Göllner