Eine Jubiläumskonferenz für einen großen Mitteleuropäer
Manch einer wird bereits mitbekommen haben, dass sich der Geburtstag des Schriftstellers Thomas Mann heuer zum 150. Mal jährt. Am 11. April vor 125 Jahren kam in Kaschau/ Košice ein weiterer bedeutender Autor zur Welt: Sándor Márai, ein ungarischer Schriftsteller mit zipserdeutschen Wurzeln. Nachdem Márais Werk in Deutschland in den 1980er und -90er Jahren wiederentdeckt und übersetzt wurde, erfreut sich seine Literatur auch in der Slowakei zunehmender Beliebtheit. Grund genug, sich seiner Person und seinem Wirken im Rahmen einer Konferenz zu nähern.
Der Visegrád-Fonds förderte die Konferenz „Sándor Márai 125: Werk, Übersetzung und Vermittlung“, die am 25. und 26. September 2025 in Kaschau stattfand und von der Comenius-Universität Pressburg/Bratislava, der Pannonischen Universität Wesprim/Veszprém, der Universität Pardubitz/Pardubice sowie von der Humboldt-Universität zu Berlin organisiert wurde. Literaturwissenschaftlerinnen und -wissenschaftler aus fünf Ländern Mitteleuropas gedachten an diesen zwei Tagen einer der größten literarischen Persönlichkeiten Mitteleuropas – Sándor Márai.
Eine Konferenz am Sehnsuchtsort Kaschau
In seiner Geburtsstadt Kaschau hat die Veranstaltung im Kulturzentrum der Staatlichen Wissenschaftsbibliothek stattgefunden. Obwohl er in jungen Jahren aus seiner Heimatstadt auswanderte, blieb sie für ihn ein Sehnsuchtsort, was man auch in seinen Werken spüren kann. Während der Konferenz wurde über sein Werk, Leben und seine Bedeutung für die heutige Zeit diskutiert. Thematisiert wurde Márais Modernismus, seine Mehrsprachigkeit, sein Verhältnis zur tschechischen Metropole Prag sowie die slowakische Rezeption seines Werks.

Podiumsdiskussion mit literarischer Prominenz
Des Weiteren hat die von Wilhelm Droste auf Deutsch und Ungarisch moderierte Podiumsdiskussion zwischen der Schriftstellerin Terézia Mora und dem Autor László Márton großen Anklang gefunden. Außer über Márais wichtige Bedeutung für die ungarische und europäische Literatur wurde auch über die deutsche und ungarische Sprache sowie über Übersetzungen diskutiert. Im Grunde genommen lässt sich sagen, dass die Konferenz eine schöne Gelegenheit war, Literatur zu erleben, die auch nach 125 Jahren inspiriert und neue Perspektiven eröffnet.
Bc. Orsolya Mihályová
