Erinnern an meine Heimatgemeinde Schwedler
Am 22. Juni 2025 nahmen meine Frau und ich am Gottesdienst meiner Kirchengemeinde und anschließend am Zusammensein in der Begegnungsstätte Schwedler/Švedlár teil. Ich überreichte der Kircheninspektorin Zuzana Patzová das Buch meines Freundes Pfarrer Andreas Metzl (1932–2023) „Unvergessene Frömmigkeit“. In diesem 2016 erschienenen Studienwerk ist auch mein Beitrag „Geschichte der evangelischen Kirchengemeinde Schwedler“ enthalten. An diese Geschichte möchte ich erinnern und so aus meiner persönlichen Sicht zur Pflege der Erinnerungskultur beitragen.
Einführend möchte ich ein paar Hinweise vorausschicken. Im Speicher fand ich fünf weitere Texte zur Geschichte der evangelischen Kirchengemeinde, die ich im Anhang sechs Personen der Kirchengemeinde mit der Bitte um weitere Bearbeitung zusandte. Den Anwesenden in der Begegnungsstätte sagte ich in Gegenwart des Bischofs Mgr. Peter Mihoč sinngemäß: „Diese Texte sind für Studien (Magister- und Diplomarbeiten, Dissertationen) und vor allem für die erneute Bearbeitung der Geschichte der Evangelischen Kirchengemeinde Schwedler hilfreich. Es geht um die Gestaltung der Gegenwart aus der Erinnerung an die Vergangenheit.“
Das zeigen bereits die einführenden Worte des 2003 erschienenen zweisprachigen Buches: „Die Bearbeiter der vorliegenden ‚GESCHICHTE DER EVANGELISCHEN KIRCHENGEMEINDE A. B. ZU SCHWEDLER – HISTÓRIA EVANJELICKÉHO CIRKEVNÉHO ZBORU A.V. VO ŠVEDLÁRI von den Anfängen bis zur Gegenwart‘ vertrauen darauf, dass Eltern und Lehrkräfte gerade auch den Kindern und Jugendlichen den Inhalt dieser Geschichte redlich und glaubwürdig nahebringen, denn sie ist nicht zu trennen von der wechsel- und leidvollen Geschichte der Menschen der Gemeinde Schwedler/Švedlár.“

Eine bleibende Erinnerung
Es gibt bereits eine Geschichte der evangelischen Kirchengemeinde A. B. Schwedler. Pfarrer Arpád Neupauer hat sie am 12. September 1937 seiner Gemeinde zum 150-jährigen Kirchweihjubiläum gewidmet. Seiner Festtagspredigt lag Psalm 84 zugrunde. Die Predigt erschien im Evangelischen Glaubensboten für die Zips und schließt mit den Worten: „Wir sehen so getrost und unverzagt in die Zukunft, denn der Gott, der unseren Vätern in schweren Zeiten beigestanden, wird auch uns und unsere Nachkommen nicht verlassen. Wir bitten ihn in dieser Stunde, er möge dieses Gotteshaus unseren Kindern und Kindeskindern erhalten, dass sie ihn hier anbeten und ihr Heil finden würden. Amen.“
Die zweisprachige Geschichte der Evangelischen Kirchengemeinde haben Ferdinand Klein (Ehrenpresbyter, Ehrenbürger), Karl Kraus (Presbyter), Aranka Liptak-Stigloher (Ehrenbürgerin), Erich Rosner (Presbyter, Schriftführer und Kantor) und Maria Patz (Presbyterin) in zweijähriger gemeinsamer Arbeit geschrieben.

Das „kulturhistorische Dokument“ dient der Pflege der Erinnerungskultur
Im Geleitwort würdigte Dr. Emmerich Streck (1915–2013), bis 2010 weltlicher Vorsitzender des Hilfskomitees für die evangelisch-lutherischen Slowakeideutschen, das 271 Seiten umfassende Buch mit folgenden Worten: „Es dürfte wohl einmalig sein, dass die Geschichte einer Evangelischen Kirchengemeinde im Nordkarpatenraum in diesem Umfang und so genau wiedergegeben wird, wie es in diesem Werk geschieht. Zudem sind darin auch die Lebensläufe ihrer Pfarrer und Kircheninspektoren festgehalten und auch die Geschichte der Evangelischen Schule, der Evangelischen Bergknappschaft, des Evangelischen Frauen- und Mädchenvereins, des landwirtschaftlichen Vereins und des Kirchenchors niedergelegt. Das alles gibt ein anschauliches Gesamtbild des Gemeindelebens in Schwedler.“ Er betont, dass die Fülle der Daten und die Schilderung der Lebensverhältnisse dieses Werk zu einer kulturhistorischen Dokumentation erster Güte machen: „Wiewohl die Ausführungen auf Schwedler bezogen sind, stehen sie insbesondere im ersten, historischen Teil für viele evangelische Kirchengemeinden der Zips und wohl auch für viele andere in der Slowakei.“ Geboten ist die achtsame Pflege dieser beispielgebenden Erinnerungskultur.
Prof. Dr. Ferdinand Klein
