Erstes Seniorentreffen in Schwedler
Am 16. November fand im Konventzimmer der evangelischen Kirchengemeinde Schwedler/Švedlár das erste Treffen unseres Senioren-Klubs statt. Schon die Einladung war ein kleines Kunstwerk, das Vorfreude weckte.
Gleich zu Beginn begrüßten Pfarrerin Gabriela Gdovinová – deren unermüdlicher Einsatz für die Gemeinde immer sichtbarer und erfolgreicher wird – zusammen mit der Kircheninspektorin Ing. Susanne Patz die Gäste herzlich.
Das Treffen wurde vom inneren Missionsausschuss unserer Gemeinde initiiert und sorgfältig vorbereitet. Die Mitglieder dieses Ausschusses sorgten für die Bewirtung, die Bedienung an den Tischen, das Aufräumen und vieles mehr. Damit wurde deutlich, dass es sich um ein Treffen der Senioren (vor allem der Gemeindeglieder über 65 Jahre und ihrer Ehepartner, auch aus anderen Kirchen) handelt. Solche Veranstaltungen sollen künftig regelmäßig stattfinden, inspiriert von ähnlichen Treffen in anderen evangelischen Gemeinden in der Slowakei.
Vortrag und geistlicher Rahmen
Den geistlichen Mittelpunkt bildete der Vortrag von Dipl.-Ing. Mikuláš Lipták, dem Leiter des VIVIT-Verlages in Kesmark/Kežmarok. Sein Vortrag trug den Titel „Vom Leben und der Freude daran“. Dabei sprach er über die reformatorischen Grundsätze „sola fide, sola scriptura, sola gratia“ – allein der Glaube, allein die Schrift, allein die Gnade. Er schilderte seine persönliche Suche nach Gott, die Wirkung des Glaubens in seinem Leben sowie die Momente, in denen er Gott gefunden hat. Diese Lebensgeschichten wurden zu lebendigen Beispielen dafür, wie Glaube trägt, verändert und Freude schenkt.
Besonders eindrucksvoll war, dass Herr Lipták auch an christliche Autoren wie Wilhelm Busch erinnerte, das Periodikum „Tesnou bránou“ (Durch das enge Tor) vorstellte und über das Buch „Predbehli svoju dobu“ (Sie waren ihrer Zeit voraus) von Vlasta Okoličányová sprach. Beide Werke zeigen die evangelische Glaubensauffassung und beruhen auf den reformatorischen Grundsätzen. Am Ende stand das gemeinsame Bekenntnis: Soli Deo Gloria – Ehre sei Gott allein.


Herr Ing. Lipták wird gelegentlich augenzwinkernd als „Bücherwurm“ bezeichnet und gerade darin liegt eine tiefe Wahrheit: Wir alle gehören hierorts einem Buchglauben an, dem Christentum, das auf dem Buch der Bücher, der Bibel, beruht.
Tradition in Schwedler
Der Vortrag knüpfte zugleich an die Tradition unseres Dorfes an. Der „Dichterfürst der Mundartdichtung“, Pfarrer Franz Ratzenberger, war nicht nur evangelischer Pfarrer in Zipser Bela/Spišská Belá, sondern auch ein bedeutender Mundartdichter. Sein Denkmal steht bis heute im Park der evangelischen Kirche in Schwedler und kann dort besichtigt werden.
Ebenso wirkte der Lehrer Samuel Kurjan, der zugleich stellvertretender Pfarrer in Schwedler war und sich ebenfalls als Mundartdichter einen Namen machte. Diese Persönlichkeiten zeigen, wie sehr Glaube, Sprache und Kultur in unserer Gemeinde miteinander verbunden sind.
Auch damit schlug der Vortrag von Herrn Ing. Mikuláš Lipták eine Brücke zwischen den Menschen über Zeit und Raum hinweg. Seine Ehefrau hat übrigens ebenfalls Wurzeln in Schwedler. Bemerkenswert ist zudem, dass die Veranstaltung in dem Raum stattfand, in dem Pfarrer Arpád Neupauer einst die Geschichte der evangelischen Kirche zu Schwedler niederschrieb und 1935 seiner Gemeinde widmete.
Musik und Gemeinschaft
Pfarrer Ján Gdovin aus Einsiedel an der Göllnitz/Mníšek nad Hnilcom und Kantor Erich Rosner gestalteten den musikalischen Rahmen mit Kirchenliedern und Gebeten. Die Gemeindeschwester übermittelte herzliche Grüße von Brüdern und Schwestern aus Deutschland, die sie bei einem persönlichen Besuch getroffen hatte. Auch die Kircheninspektorin Ing. Susanne Patz richtete Grüße von unseren Brüdern und Schwestern in Deutschland aus, die sie persönlich besucht hatte. Pfarrerin Gabriela Gdovinová sprach zu Beginn und am Ende des Treffens Gebete für die Anwesenden und Gäste.


Auch das betagte Ehepaar Franz und Maria Patz, beide fast 90 Jahre alt, war ein leuchtendes Beispiel für Treue und Beständigkeit – und dafür, wie evangelischer Glaube und deutsche Zugehörigkeit herrlich unter einen Hut gebracht werden können.
Natürlich durfte auch die Bewirtung nicht fehlen: Gemeindemitglieder sorgten mit Kuchen, Tee und weiteren Köstlichkeiten für eine festliche Atmosphäre.
Brücken zwischen Generationen
Die Feier wurde zu einem lebendigen Beispiel für Brückenbau zwischen Generationen und Nationalitäten. Gemeindemitglieder und Gäste aus anderen Orten kamen zusammen, auch viele Mitglieder des Karpatendeutschen Vereins waren dabei.
Besonders hervorzuheben ist die Anwesenheit von Frau Ing. Gabriela Ivančová, Vorsitzende der Ortsgruppe des Karpatendeutschen Vereins in Schwedler. Im Beisein meiner bescheidenen Wenigkeit als Repräsentant der deutschen Tradition in unserer Kirchengemeinde wurde hier deutlich, wie sehr Geschichte und Gegenwart miteinander verbunden sind.
Erwähnenswert ist zudem Prof. Dr. Ferdinand Klein, der als Ehrenpresbyter unserer evangelischen Kirchengemeinde in Bad Ailbing in Deutschland wirkt, ebenso wie Herr Ladislaus Murzko, dessen treue Verbundenheit mit unserer Gemeinde ein wichtiges Zeichen für Kontinuität und Glauben ist.
Worte des Dankes
Ein herzliches Dankeschön gilt unserem Pfarrerpaar – insbesondere der unermüdlichen Pfarrerin Gabriela Gdovinová –, Frau Ing. Susanne Patz für ihre treue Unterstützung und vor allem Herrn Ing. Mikuláš Lipták für seinen tiefgründigen Vortrag, der uns mit persönlichen Lebensgeschichten und geistlichen Impulsen bereichert hat.
Unser Dank gilt aber auch allen Menschen guten Willens in der Kirchengemeinde Schwedler, die durch ihr eigenes Engagement – sei es durch Vorbereitung, Musik, Bewirtung oder stille Mithilfe – einen so wunderbaren Beitrag geleistet haben.
Für jeden und alle möge gelten: Solche Veranstaltungen sind ein Segen. Mögen noch viele weitere folgen, damit Gemeinschaft, Glaube und Tradition lebendig bleiben.
Oswald Lipták
