Ferienlager „Sommersprachcamp“ in Deutsch Proben
Vom 6. bis 10. Juli 2026 war das Haus der Begegnung der Karpatendeutschen in Deutsch Proben/Nitrianske Pravno voller Kinderlachen und guter Stimmung. Denn die Ortsgruppe des Karpatendeutschen Vereins hatte wieder das Sommersprachcamp organisiert.
Der Karpatendeutsche Verein in Deutsch Proben konnte dank der finanziellen Unterstützung des Bundesministeriums des Innern der Bundesrepublik Deutschland das Tages-Sommerlager für 25 Kinder im Alter von 6 bis 14 Jahren mit einem abwechslungsreichen Programm für jedes Wetter vorbereiten.
Lernen, Spielen und Entdecken – ein vielseitiger Wochenstart
Wir verbanden das Kennenlernen von Geschichte und Traditionen mit kreativen Aktivitäten, Sport und viel gemeinsamer Unterhaltung. Während der gesamten Woche integrierten wir ganz natürlich auch Aktivitäten zur deutschen Sprache. Wir sangen Lieder und übersetzten gemeinsam einzelne Wörter und kleine Gedichte ins Deutsche.
Am ersten Tag spielte das Wetter zwar nicht mit, doch wir ließen uns davon nicht entmutigen. Den Vormittag verbrachten wir im Haus der Karpatendeutschen, wo wir einander gegenseitig kennenlernten und mit verschiedenen Spielen das Eis brachen. Obwohl sich die meisten Kinder bereits kannten, sorgten die gemeinsamen Spiele und Kennenlernaktivitäten für eine angenehme Atmosphäre und stimmten uns auf die kommenden Tage ein.
Am nächsten Tag besuchten wir das Museum der Kultur der Karpatendeutschen, das sich direkt im Gebäude unseres Ferienlagers befindet. Nach einer spannenden Führung mit Frau Mária Haneschová überprüften die Kinder ihr Wissen in einem kurzen Quiz und konnten für ihre Geschicklichkeit kleine Belohnungen gewinnen. Um die Kinder vielseitig zu fördern, beschäftigten wir uns außerdem mit den Grundlagen des Häkelns und Nähens.


Auf den Spuren der Geschichte: Museum, Baťa und kreative Werkstätten
Am dritten Tag machten wir einen Ausflug in die nahegelegene Stadt Partizánske. Wir erfuhren viel Interessantes über die Entstehung dieser jungen Stadt, deren Aufbau Jan Antonín Baťa maßgeblich beeinflusste. Die Schuhfabriken in Partizánske, ursprünglich bekannt als Baťa-Werke (gegründet 1939), prägten die tschechoslowakische Schuhindustrie entscheidend. Nach der Verstaatlichung im Jahr 1949 trugen sie den Namen „Závody 29. augusta“ (ZDA) und produzierten Millionen Paar Schuhe.
Die Kinder konnten sowohl die handwerkliche als auch die Fließbandproduktion von Schuhen in den ehemaligen Fabrikräumen ausprobieren und lernten den „BAŤA POINT“ kennen – ein typisches Baťa-Haus. Diese Gebäude konnten dank der Begeisterung des Vereins “Fabrika umenia” (Kunstfabrik) erhalten werden. Den Ausflug rundeten Bowling und ein Laser Game ab, was die Kinder sehr genossen.



Natur, Handwerk und gemeinsamer Abschluss des Sommersprachcamps
Am Donnerstag ging es in die Natur. Wir besuchten die Teiche Bôrik, die bereits ein traditioneller Bestandteil unseres Lagers sind. Die Kinder probierten auch das Angeln aus. Nebenbei spielten sie verschiedene Spiele und genossen die Umgebung der Teiche. Es gab mehrere Stationen, an denen die Kinder aus verschiedenen Aktivitäten auswählen konnten.
Am letzten Tag setzten wir am Vormittag die Sprachaktivitäten und das gemeinsame Singen fort. Anschließend besuchten wir Vyšehradné, wo uns Herr Rastislav Haronik mit der traditionellen Keramikherstellung vertraut machte. Er zeigte uns den Herstellungsprozess von Keramikprodukten und erklärte, wie die Menschen früher lebten und arbeiteten.
Das Lager endete mit einer gemeinsamen Auswertung, der Übergabe kleiner Preise und den letzten gemeinsamen Spielen – ein schöner Abschluss eines weiteren gelungenen Jahrgangs unseres Sommersprachcamps.



Noch einmal möchten wir dem Bundesministerium des Innern der Bundesrepublik Deutschland herzlich für die finanzielle Unterstützung danken, durch die wir auch in diesem Jahr das Tageskinderferienlager “Sommersprachcamp” bei uns durchführen konnten.
Es freut uns, dass wir dazu beitragen konnten, dass die Kinder aktiv ihre Ferien verbringen und wir ihnen spielerisch die deutsche Sprache sowie einen Teil unserer alten und jüngeren Geschichte näherbringen konnten.
Lubica Fridrichová
