kulturweit-Programm

Freiwilliges Soziales Jahr in der Slowakei

Maria Lenakaki und Rosalie Berger sind zwei junge Frauen aus Deutschland, die im Rahmen des „kulturweit“-Programms, das vom Auswärtigen Amt gefördert wird, die auswärtige Kultur- und Bildungspolitik unterstützen. Was sie in die Slowakei geführt hat und was ihre Lieblingsorte hierzulande sind, verrieten sie in einem Interview mit dem Karpatenblatt.

Ihr seid zwei kulturweit-Freiwillige aus Deutschland und arbeitet in Kaschau/Košice. Könntet ihr unseren Leserinnen und Lesern kurz erklären, was das kulturweit-Programm eigentlich ist?

Rosalie: Also, bei kulturweit handelt es sich um ein Programm, das jährlich Freiwillige in die ganze Welt entsendet und verschiedene Partnerorganisationen hat. Freiwillige können beispielsweise in einen Nationalpark kommen, in eine Schule oder auch zu einem Goethe-Institut – und das auf allen Kontinenten in vielen Ländern. In unserem Jahr war die Schwerpunktregion Südosteuropa und deswegen sind wir in der Slowakei gelandet.

Da wären wir auch schon bei der nächsten Frage. Warum habt ihr eigentlich Kaschau in der Slowakei ausgewählt?

Maria: Also diese Frage stellen uns sehr viele. Aber tatsächlich haben wir uns das gar nicht ausgewählt. Wir konnten nur Präferenzen zwischen verschiedenen Ländern angeben. Und ich habe dann Slowenien ausgewählt. Das kannte ich schon. Aber dann wurde ich für die Slowakei ausgewählt. Im Grunde war es Zufall.

Ihr arbeitet beide an Schulen in der Slowakei. Viele Schüler sind wahrscheinlich nicht viel älter als ihr selbst. Wie ist das für euch, wenn man so jung ist und dann plötzlich vor einer Schulklasse steht?

Maria: Bei mir sind die Schüler zwischen elf und zwanzig Jahre alt. Also eine sehr große Altersspanne. Mir persönlich macht es mehr Spaß, die jüngeren Kinder zu unterrichten, weil die älteren nicht so motiviert sind. Aber mit der Zeit gewöhnt man sich daran, weil man durch diese Sprachbarriere dann auch irgendwie viel leichter ins Gespräch kommen kann und Witze machen kann. Und das macht schon viel Spaß.

Rosalie: Ich hatte auch am Anfang so ein Gefühl: Ich habe jetzt selbst gerade Abitur gemacht und komme jetzt an eine Schule, wo gleichaltrige Schüler sind. Bei uns ist es ein vierjähriges Gymnasium (Anmerkung der Redaktion: nach Abschluss der neunjährigen Grundschule) also von der 10. bis zur 13. Klasse. Und es hat sich dann aber sehr schnell alles gut ergeben und dann ist es auch voll okay, mal gemeinsam in eine Bar zu gehen oder auch privat etwas zu machen.

Was gefällt euch an eurer Arbeit am besten?

Rosalie: Da muss ich kurz nachdenken. Es ist, glaube ich, vor allem das breite Spektrum, dass man mit jeder Klasse etwas anderes macht. Also man hat ganz verschiedene Projekte und jede Klasse hat ihre eigene Dynamik. Man hat dann schon seine kleinen Insider-Witze und Sachen, die man zusammen erlebt hat. Und ich freue mich eigentlich jeden Tag auf die Schüler, weil man sich schon irgendwie kennt.

Maria: Ich habe ein Highlight – und zwar bei meiner jüngsten Klasse. Die sind so elf Jahre alt. Da bin ich nach zwei Wochen, die ich nicht in der Schule war, im Klassenzimmer angekommen. Und dann haben alle angefangen zu klatschen und das war mich für so eine Bestätigung. Ich dachte: Die mögen mich als Lehrerin und haben Spaß mit mir. Das war ein sehr schönes Gefühl.

kulturweit-Programm
Von Deutschland in die Slowakei: Maria Lenakaki (links) und Rosalie Berger (rechts)

Ihr seid sicherlich schon viel in der Slowakei herumgereist. Habt ihr einen Lieblingsort in Košice oder in der Slowakei, wo ihr besonders gerne seid?

Maria: Also mein absoluter Lieblingsort in Košice ist der Aussichtsturm, von dem man die ganze Stadt sehen kann. Da bin ich sehr gerne.

Rosalie: Wir waren natürlich auch in der Tatra und in Ungarn, weil das in der Nähe liegt. Man hat auf jeden Fall Möglichkeiten zu reisen.

Was würdet ihr jungen Menschen aus der Slowakei mitgeben, die sich auch für einen Freiwilligendienst interessieren?

Rosalie: Einfach machen. Keine Angst haben. Das würde ich Ihnen sagen.

Maria: Ja, und offen auf die Menschen zugehen. Dann kann nichts schiefgehen.

Danke für das Gespräch!

Yannick Baumann