Geburtstag in der Wallfahrtskirche
Der karpatendeutsche Künstler Helmut Bistika hatte nicht vermutet, seinen Geburtstag einmal in einer außergewöhnlichen Wallfahrtskirche zu feiern. Aber so geschah es. Er war der Einladung gefolgt, zusammen mit 17 anderen Künstlern aus neun Ländern die Objekte der Ausstellung „Art of Spirits – Spirits of Arts“ im Mariendom, der Wallfahrtskirche Velbert-Neviges, zu gestalten.
Die Ausstellung wurde am 2. August 2025 eröffnet. Die dort zu sehenden Werke sind das Ergebnis der Arbeit der zur Gruppe „European Artists“ gehörenden Kunstschaffenden, die während der letzten Juliwoche entstand. Dabei kam es zu vielen fachlichen Diskussionen und zu gegenseitiger Inspiration.
Der außergewöhnliche Mariendom
Velbert mit seinen Ortsteil Neviges, in dem sich der Mariendom befindet, liegt etwa 10 Kilometer von Wuppertal, der Partnerstadt Kaschaus/Košices, entfernt. Der Mariendom ersetzt seit 1968 die für die Wallfahrt zu klein gewordene, jetzt als Pfarramt dienende historische Kirche aus dem Jahr 1728. Sie ist ein ungewöhnlicher Betonbau mit einer Höhe von 34 Metern. Für die Künstler bedeutete dies eine besondere Herausforderung. Helmut Bistika beging dort am 31. Juli nicht nur seinen Geburtstag (das Karpatenblatt und seine Leser gratulieren!), sondern erarbeitete auch ein für ihn typisches Kunstwerk.





Der zum Dom passende Engel
Für Helmut Bistika ist der Mariendom eines der schönsten und interessantesten Gotteshäuser, die er bisher gesehen hat. Und das sind nicht wenige. Für ihn kam, passend zum Kirchenbau, nur ein riesiger, ein kolossaler Schutzengel in Frage. Sein Atelier, aus dessen Materialbeständen er kreative Objekte generiert, stand in Neviges nicht zur Verfügung. Natürlich gab es auch hier eine Lösung: Er bat darum, Kartons für ihn zu sammeln. Aus diesen schnitt und klebte er einen Engel zusammen, der sich optisch in den Baustil des Domes einfügte. Um ihn wie aus Beton aussehen zu lassen, bestrich er sein Objekt noch mit Sand.
Ganz sicher zählt Helmut Bistikas Werk zu den meistbeachteten. Die Westdeutsche Allgemeine Zeitung (WAZ) stellt sein Werk jedenfalls in den Vordergrund ihres Berichtes über die Eröffnung der Ausstellung im Nevigeser Wallfahrtsdom. Diese Anerkennung und die Wertschätzung durch die Besucher der Ausstellung sollten ihn für die Arbeit an seinem Geburtstag reichlich entschädigt haben!
Dr. Heinz Schleusener
