Gedenken an das Massaker von Prerau
Wie jedes Jahr war auch heuer am 18. Juni in der Kirche in Drexlerhau/Janova Lehota eine Messe den Opfern der Tragödie auf den Schwedenschanzen bei Prerau/Přerov gewidmet. Es war ein Ereignis, das uns auch nach achtzig Jahren noch mit Trauer, Fassungslosigkeit und tiefer Verantwortung zur Erinnerung erfüllt.
In jener Nacht wurden 265 Menschen – Männer, Frauen und Kinder – ohne Gerichtsverfahren und ohne Schuldspruch ermordet, nur weil sie zu einer nationalen Minderheit gehörten. Es waren Zivilisten – Bewohner slowakischer Städte und Gemeinden wie Dobschau, Drexlerhau, der Oberzips und anderer –, die nach Hause zurückkehrten, in der Hoffnung, dass der Krieg vorbei sei und ein neuer Anfang auf sie warte.
Ihr Zug wurde angehalten. Sie wurden herausgeführt, aufgeteilt und gedemütigt. Die Soldaten der tschechoslowakischen Armee, getrieben von Hass und unterstützt durch die stillschweigende Zustimmung derjenigen, die für Gerechtigkeit hätten eintreten sollen, richteten sie hin und begruben sie in einem Massengrab. Unter den Opfern waren Kinder, Frauen und ältere Männer. Diese Tat geschah nicht im Chaos des Krieges, sondern in einer Zeit des Friedens – nur wenige Wochen nach der Befreiung.


Gedenken in Prerau
Wir haben der Opfer direkt in Prerau gedacht. Einige von uns, Einwohner von Drexlerhau, sind am 22. Juni 2025 nach Prerau und zu den Schwedenschanzen gefahren, um nicht zu vergessen. Die Stadt Prerau hat neue Glocken für die Kirche des heiligen Laurentius gießen lassen. Sie sind dem Gedenken an die ermordeten Kinder aus den Gemeinden Dobschau/Dobšiná und Drexlerhau gewidmet. Auf dem unteren Teil einer Glocke sind die Familiennamen der ermordeten Kinder eingraviert. Die Glocken wurden während der heiligen Messe vom Prager Erzbischof Mons. Jan Graubner gesegnet. Daraufhin folgte eine pietätvolle Feier auf dem städtischen Friedhof in Prerau sowie ein gemeinsames Gebet auf den Schwedenschanzen. Anschließend wurden die Glocken in den Turm gehängt und läuteten zum ersten Mal.
Obwohl wir wegen eines traurigen Anlasses nach Prerau gefahren sind, sind wir dankbar, dass wir an der Gedenkfeier teilnehmen konnten.
Mgr. Eva Zigova
