Geocaching auf deutschen Spuren in Kaschau
In der Woche vor Weihnachten machten sich die Achtklässler der Laco-Novomeský-Grundschule in Kaschau/Košice, die Deutsch lernen, auf den Weg ins Stadtzentrum. Dort erfuhren sie viel über die Vergangenheit unserer Stadt, die mit der deutschen Sprache, mit Deutschen oder mit deutschsprachigen Ländern verbunden ist. Damit der Ausflug auch Spaß machte, fand er als Geocaching statt – mithilfe einer App, die sich die Schüler zuvor auf ihre Handys heruntergeladen hatten.
Den ganzen Tag begleitete uns Dr. rer. pol. Michaela Kováčová vom Lehrstuhl für Germanistik an der Pavol-Jozef-Šafárik-Universität in Kaschau. Die erste Aufgabe erfüllten wir beim Dom der Heiligen Elisabeth. Dort erfuhren wir, wer die Heilige Elisabeth war, dass sie im Alter von vier Jahren nach Thüringen ins heutige Deutschland verheiratet wurde und dort den Armen half. Nach der Ankunft deutscher Gäste in unserem Gebiet verbreitete sich ihr Kult auch bei uns. Beim Dom fanden die Schüler zudem die Antwort auf die erste Aufgabe, nämlich den Namen der deutschen Partnerstadt von Kaschau.
Einblicke in die Kaschauer Zeitung
Anschließend führte uns die App zur zweiten Station, an der sich in der Vergangenheit in der Hlavná-Straße die Redaktion der „Kaschauer Zeitung“ befand. Wir erfuhren auch, worüber damals in dieser Zeitung berichtet wurde. Die dritte Station befand sich in der Mäsiarska-Straße. Dort erfuhren wir etwas über den in Kaschau/Košice geborenen ungarischen Schriftsteller Sándor Márai, der jedoch zipserdeutscher Herkunft war und ursprünglich Alexander Grosschmidt hieß. Dabei berührten wir auch das Thema der Magyarisierung, die gerade Ende des 19. und Anfang des 20. Jahrhunderts viele deutsche Familien in unserer Stadt betraf.
Danach besuchten wir die Abteilung der historischen Bestände der Staatlichen Wissenschaftlichen Bibliothek. Dort zeigte uns die Bibliothekarin Originalausgaben der „Kaschauer Zeitung“ aus dem 19. Jahrhundert sowie deutsche Bücher mit Bezug zu der Stadt aus dieser Zeit. In diesen konnten unsere Schüler ausprobieren, wie man deutsche Texte in Frakturschrift liest. Gleichzeitig suchten sie auf alten Karten geografische Bezeichnungen, wie etwa die Namen slowakischer Städte oder Regionen, auf Deutsch.





Auf der Suche nach dem Schatz
Anschließend machten wir in einer Konditorei Halt, wo die Schüler bei einem guten Stück Kuchen Fehler in einem deutschen Text suchten. Es folgten noch zwei weitere Stationen: das Mosaik von Herta Ondrušová-Viktorínová, bei dem sich die Schüler ein kurzes Video über das Leben dieser Künstlerin ansahen und anschließend mithilfe farbiger Karten darüber abstimmten, ob die Sätze, die Frau Dr. Kováčová über sie vortrug, wahr oder falsch waren. Die letzte Station war beim ehemaligen Brauhaus. Nach der Erfüllung der letzten Aufgabe führte uns der Weg schließlich zum Cache, den wir am Ende auch finden konnten. Während dieses Vormittags hatten die Schüler nicht nur Spaß und übten ihre Deutschkenntnisse, sondern erfuhren auch viel über die Geschichte ihrer Stadt.
Peter Jonáš
