Heimat-, Bildungs- und Kulturseminar 2026 in Bernried
Vom 29. März bis 1. April 2026 findet im Bildungshaus St. Martin in Bernried das Heimat-, Bildungs- und Kulturseminar des Hilfsbundes Karpatendeutscher Katholiken München e. V. – Landesverband Bayern statt. Das Seminar steht dieses Jahr unter dem Motto „Karpatendeutsche Identität – Bestandsaufnahme und der Blick nach vorne“. Es widmet sich in Vorträgen und Gesprächen verschiedenen historischen, kulturellen und gesellschaftlichen Aspekten der karpatendeutschen Geschichte und Gegenwart.
Die Veranstaltung beginnt am Palmsonntag, dem 29. März, mit der Anreise der Teilnehmerinnen und Teilnehmer am Nachmittag. Nach dem gemeinsamen Abendessen findet eine Mitgliederversammlung statt, zu der alle Anwesenden herzlich eingeladen sind.
Geschichte, Sprache und Erinnerungskultur
Der Montag steht im Zeichen historischer und kulturwissenschaftlicher Themen. Den Auftakt macht Prof. Dr. Jörg Meier mit einem Vortrag über den Begriff „Zeitenwende“ und seine geschichtliche Entwicklung. Anschließend präsentiert Theresa Stangl Ergebnisse ihrer Dissertation über die Sprachgewebe der Generationen bei den deutschen Minderheiten in der Slowakei.
Am Nachmittag folgen Beiträge zur Architektur- und Kirchengeschichte sowie zur Digitalisierung. Jan Schrastetter stellt das DiFMOE-Projekt „Digitales Kulturerbe“ vor. Den Abschluss des Tages bildet ein Vortrag von Prof. Dr. Josef Makovitzky über die Vertreibung der Donauschwaben aus Ungarn in den Jahren 1945 bis 1948.
Auch am Dienstag erwartet die Teilnehmerinnen und Teilnehmer ein vielfältiges Programm. Dr. Miroslav Lasko stellt Forschungsergebnisse zur frühneuzeitlichen Migration deutscher und österreichischer Stadtbürger nach Ostmitteleuropa (1500 bis 1650) vor. Danach folgt ein biografisches Projekt über den Pressburger Künstler Karl Rompf, präsentiert von Dr. phil. Philipp Bode, einschließlich eines Zeitzeugengesprächs mit dem Sohn des Künstlers.
Weitere Vorträge beschäftigen sich mit der historischen Entwicklung des Begriffs „Karpatendeutsche“, mit der Rolle von Karpatendeutschen in der Waffen-SS während des Zweiten Weltkriegs sowie mit dem deutschen Kulturverband in Prag und dem nationalen Schulwesen in der Slowakei in der Zwischenkriegszeit.
Bildung, Kunst und Ausblick
Am Mittwoch, dem letzten Seminartag, richtet sich der Blick erneut auf Bildung und Kulturgeschichte. Dr. Heike Drechsler-Meel spricht über das Internat des evangelischen Gymnasiums in Pressburg vor 125 Jahren. Anschließend stellt Johann Horvath die Kunstgalerie des Ostdeutschen Museums in Regensburg vor und fasst zum Abschluss die Ergebnisse des Seminars zusammen. Nach dem gemeinsamen Mittagessen treten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer die Heimreise an.
Im Anschluss an jeden Vortrag ist eine Aussprache und Diskussion vorgesehen, sodass genügend Raum für Fragen und den Austausch von Erfahrungen bleibt. Das Seminar bietet damit nicht nur wissenschaftliche Einblicke, sondern auch die Möglichkeit zur Begegnung und zum gemeinsamen Nachdenken über Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft der karpatendeutschen Gemeinschaft.
Die Veranstaltung wird vom Bayerischen Staatsministerium für Familie, Arbeit und Soziales sowie vom Haus des Deutschen Ostens in München gefördert.
Red
Das vollständige Programm finden Sie hier:
