Internationaler Workshop „Meine Mundart, meine Musik“

Internationaler Workshop „Meine Mundart, meine Musik“

Eine Gruppe aus 18 Teilnehmenden von der Gemeinschaftsschule Kesmark und der Deutschen Jugend Transkarpatiens aus Mukatschewo setzten sich auf kreative Art und Weise mit dem Thema Mundarten auseinander. Der Workshop „Meine Mundart, meine Musik“ entstand als Kooperation zwischen dem Karpatendeutschen Verein und dem Institut für Auslandsbeziehungen und fand im Rahmen des 29. Kultur- und Begegnungsfests in Kesmark/Kežmarok statt.

Die Gruppe aus der Ukraine war mit der stellvertretenden Bürgermeisterin Mukatschewos und Leiterin der Deutschen Jugend Transkarpatiens, Julia Taips, angereist. Der Osten der Slowakei und die ukrainische Oblast Transkarpatien haben eine lange gemeinsame Geschichte. Besonders Grenzregionen verbindet oft mehr als sie trennt. Derartige Verbindungen fallen gerade bei der sprachlichen Betrachtung solcher Regionen auf. In multikulturellen Regionen wie der Zips und Transkarpatien wanderten Begriffe von einer Sprache in die andere und bleiben bis heute gerade in Dialekten erhalten. Mit diesem Thema beschäftigten sich die Jugendlichen an zwei Tagen.

Abwechslungsreiches Programm beim Workshop: Minderheiten in den Karpaten

Beim Zeitzeugen-Gespräch lernte die Gruppe über die Sprachbiografie Mikuláš Liptáks. Er erzählte lebhaft von seinem Aufwachsen als Deutscher in der Region Kesmark und motivierte die Jugendlichen, sich beim Sprachenlernen mutig zu zeigen. Die Jugendlichen hatten im Zuge des Gesprächs auch die Gelegenheit, Fragen zu stellen. Der herzliche und offene Dialog mit Herrn Lipták bot den Jugendlichen einen sicheren Raum, in dem sie sich über ihre eigenen Familiengeschichten austauschen konnten. Sprachwissenschaftler Juraj Gigac und ifa-Kulturmanagerin beim Karpatendeutschen Verein, Carolin Margraf, kontextualisierten die Geschichte der zahlreichen Minderheiten in dem Abschnitt der Karpaten, welcher heute auf slowakischem, ukrainischem und polnischem Staatsgebiet liegt.

Vom Referenten Martin Karaš lernten die Jugendlichen über die karpato-russinische/ruthenische Minderheit. Gemeinsam dichteten die Teilnehmenden ein dreisprachiges Lied zum Thema Zusammenhalt und übten es mit Herrn Karaš am Akkordeon und Carolin Margraf an der Harfe ein.

Am Samstag folgte das Abschluss-Konzert der Gruppe im Hauptprogramm des Festivals. Mit Gesang und Akkordeon gaben die Jugendlichen das Ergebnis des zweitägigen Workshops zum Besten und bekamen lauten Beifall. Die gelungene Zusammenarbeit und freudig verbrachte Zeit zeigen, was die erste Strophe des im Workshop entstandenen Textes unterstreicht: Gemeinsam sind wir stark.

C.M./Red
Fotos: Roman Kadlec