Internationales Symposium in Kaschau
„Schwarz auf Weiß 2. Grenzen und Übergänge: Kulturelle und sprachliche Begegnungen“ lautete der Titel eines internationalen Symposiums, das im vergangenen Jahr in Kaschau/Košice organisiert wurde. Es fand am 27. und 28. November 2025 am Lehrstuhl für Germanistik der Philosophischen Fakultät der Pavel-Jozef-Šafárik-Universität in Kaschau/Košice statt.
Die vom Institut für Germanistik der Philosophischen Fakultät der UPJŠ organisierte und von der Agentur für Forschungsförderung und Entwicklung unterstützte Veranstaltung fand im Rahmen des Projektes „Verba volant, scripta manent – Worte verfliegen, das Geschriebene bleibt. Karpathen-Post als Quelle der Regionalgeschichte, Sprache und Kultur in der Zips an der Wende vom 19. zum 20. Jahrhundert“ statt. Sie brachte Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus Österreich, Deutschland, Ungarn, Polen, Tschechien und der Slowakei zusammen. Auch Vertreter des Karpatendeutschen Vereins waren eingeladen.
Blick auf Mitteleuropa
Die Veranstaltung wurde von der Prorektorin für Internationalisierung der UPJŠ, Dr. Silvia Ručinská, sowie vom Vizedekan der Philosophischen Fakultät der UPJŠ für Forschung und Doktoratsstudien, Dr. Marián Andričík, eröffnet. Als Moderatorin führte PaedDr. Ingrid Puchalová, PhD., Leiterin des Lehrstuhls für Germanistik an der UPJŠ, durch das Programm.
Schwerpunkte der präsentierten Themen waren die Erforschung kultureller und sprachlicher Kontakte in den Grenzregionen Mitteleuropas. Es wurde gezeigt, dass gerade diese Gebiete lebendige Zonen sind, in denen Sprachen und Kulturen aufeinandertreffen, sich austauschen und ergänzen können. In diesem Zusammenhang wurden auch historische Regionalzeitungen wie die Karpathen-Post oder die Kaschauer Zeitung als wichtige Kulturarchive vorgestellt, die den Alltag im multiethnischen Umfeld der österreichisch-ungarischen Monarchie dokumentieren.
Vielseitige Vorträge und Diskussionen
Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Symposiums trugen ihre Beiträge sehr interessant vor; nach jeder Präsentation folgte eine Diskussion zum jeweiligen Thema. So stellte etwa Dr. habil. Orsolya Tamássy-Lénárt, Universitätsdozentin am Lehrstuhl für Kulturwissenschaften der Andrássy-Universität Budapest, vor dem Plenum das Thema „Im Zentrum oder an der Peripherie? Der Auftritt von Autoren aus dem Kaiserstaat in deutschsprachigen Zeitschriften von Pest-Buda in den 1820er Jahren“ vor. Mit ihrem Beitrag begeisterte sie das Fachpublikum, sodass sich eine lebhafte Diskussion anschloss. Dabei konnte das Publikum erfahren, dass in Budapest im Gegensatz zu früher gegenwärtig nur noch wenige Zeitschriften in deutscher Sprache herausgegeben werden. Die Moderatorin Dr. Puchalová wies darauf hin, dass in der Slowakei heute ebenfalls nur eine einzige deutschsprachige Zeitschrift erscheint, nämlich das „Karpatenblatt“, das der Karpatendeutsche Verein herausgibt. Die Vertreter des KDVs bestätigten dies. So konnte ein ganz konkreter Gegenwartsbezug zu den vorgestellten historischen Befunden hergestellt werden.
Gründe für historische Entwicklungen und gesellschaftliche Veränderungen lassen sich häufig aus solchen Quellen, insbesondere aus historischen Zeitungen, erschließen – vor allem dann, wenn man auch „zwischen den Zeilen“ liest, wie die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler besonders betonten.

Das Symposium stellte eine große Bereicherung für das Publikum dar und jede Teilnehmerin sowie jeder Teilnehmer konnte neue Erkenntnisse auf dem Gebiet von Kultur und Sprache gewinnen. Ein besonderer Dank gilt daher den Organisatoren für diese perfekt vorbereitete Konferenz „Schwarz auf Weiß 2“.
ADU
