Kochen mit dem Karpatenblatt: Japan-Forelle mit asiatischer Hechteria-Sauce
Eine Goldforelle, auch als Japan-Forelle oder japanische Forelle bekannt, kam in den 1960er und 1970er Jahren nach Europa. Sie galt als eine Unterart beziehungsweise als eine Mutation der nordamerikanischen Regenbogenforelle. Darum nannte man sie in Deutschland Japan-Forelle, um sie als etwas Exotisches besser verkaufen zu können – wie eine gewöhnliche Forelle, nur in Gelb. Mittlerweile ist sie als eigene Art anerkannt. Natürlich können Sie aber auch jede andere Forellenart genauso mit „asiatischer Hechteria-Sauce“ zubereiten.
In den 1970er Jahren hatte die Quellwasserfischerei, die eine Kundschaft vom Getränkehandel meines Vaters war, auch „Japanische Forellen“. Als Kind war ich sehr fasziniert von ihnen und wollte unbedingt eine probieren. Aber mein Vater kam immer ohne eine Gelbe für mich, wenn es Fisch gab. Er erklärte immer, es gab keine oder er hätte es vergessen. Als ich dann einmal mit meinen Eltern dort war, bestand ich rigoros auf einer Gelben. Meine Mutter sprach mit dem Besitzer und erklärte mir dann auf Slowakisch: Die Gelben werden nicht verkauft, weil sie nicht schmecken, sie seien ungenießbar. Ich war sehr enttäuscht, fragte aber auch nie wieder danach.
Erst sehr viel später kam ich dahinter, dass das gar nicht stimmte, und meine Mutter erklärte mir, dass der Besitzer der Fischerei sie nicht verkaufte, da er nur einige zu seinem eigenen Vergnügen zum Anschauen hatte. Meine Mutter sagte, sie habe mir als Kind erklärt, dass sie nicht schmecken, denn wenn sie mir gesagt hätte, der Besitzer wolle sie nicht verkaufen, hätte ich bestimmt einen riesigen Aufstand gemacht. So war das die bessere Geschichte. Aus diesem Grund erklärte sie es mir auch auf Slowakisch, damit niemand, der es besser wusste, mich eines Besseren belehren konnte.
Immer wenn ich nach meiner langen Auslandszeit wieder hin und wieder dort Fisch holte, gab es dann auch nie welche. Doch als ich mir kürzlich nach längerer Zeit eine geräucherte Forelle holen wollte, sah ich nach Jahrzehnten tatsächlich auch einige „Japan-Forellen“. Da es zwischenzeitlich einen Besitzerwechsel gegeben hatte, wurde mir diesmal auch eine wie selbstverständlich verkauft. Ich freute mich darüber wie ein kleines Kind.
Zu Hause dachte ich mir dann: Also, wenn ich mir die jetzt mache, dann aber auch irgendwie japanisch angehaucht oder wenigstens asiatisch. Nach kurzer Überlegung und einer Prüfung der vorhandenen Zutaten dachte ich: Nur mit etwas Mehl in der Pfanne angebraten, mit Salzkartoffeln dazu und einer würzigen Soja-Sesamöl-Sauce sowie geröstetem Sesam – das klingt doch sehr fein.
Die Zutaten
Für 4 Personen
Für die Sauce
- Saft von zwei Limetten
- 6 EL Sojasauce
- 4 EL Sesamöl
- 2–3 TL Sambal Oelek
- 1 TL Knoblauchpulver
- 2–3 gehäufte TL Honig
Für die Forellen
- 4 Japan-Forellen oder jede andere Forellenart
- 4 Frühlingszwiebeln
- 1 Bund Koriander oder Kerbel, beides grob gehackt
- etwas Mehl
- 2 Limetten
- etwas Rapsöl und Butter zum Anbraten
- 12 festkochende Kartoffeln
- etwas gerösteter Sesam
Die Zubereitung
1. Sesam in der heißen Pfanne ohne Öl leicht anrösten und auf einen Teller geben.
2. Kartoffeln schälen, längs vierteln und im Salzwasser kochen lassen.

3. Limettensaft, Sojasauce, Sesamöl, Knoblauchpulver, Sambal Oelek und Honig in eine Schüssel geben, gut verrühren und abschmecken.
4. Die Frühlingszwiebeln und den Koriander grob schneiden, die Limetten in Scheiben schneiden.

5. Die Forellen innen und außen unter kaltem fließendem Wasser abspülen und mit Küchenpapier gut trockentupfen. Die Forellen mit Koriander, Limette und Frühlingszwiebel füllen, beidseitig im Mehl wenden und überschüssiges Mehl abklopfen.

6. Die Forellen, (wenn nötig, in zwei Pfannen) in etwas Öl und Butter auf beiden Seiten ca. 5-7 Minuten bei mittlerer bis hoher Hitze, je nach Dicke und Größe, anbraten.
Hechteria-Tipp: Wenn sich die Rückenflosse leicht herausziehen lässt, ist sie genau richtig.

7. Die gar gekochten Kartoffeln abgießen.
8. Die „Japan-Forellen“ mit Kartoffeln anrichten, etwas von der „asiatischen Hechteria-Sauce“ über die Kartoffeln geben, mit etwas geröstetem Sesam bestreuen und langsam genießen.
Ich wünsche viel Spaß beim Kochen und „Dobrú chuť“/„Guten Appetit“! Ein japanisches/asiatisches Bier oder nach Wahl auch ein Glas Riesling oder Grauburgunder sind dazu passend. Zur musikalischen Untermalung empfehle ich „Woo Hoo“ von „The 5.6.7.8s“ in der Version aus dem Film „Kill Bill“.
