Rezept Spargelsalat

Kochen mit dem Karpatenblatt: Spargelsalat Karpatenblatt

Der niederländische Maler Hieronymus Bosch (* um 1450 in ’s-Hertogenbosch; † 1516 ebenda) sagte über den Spargel: „Liebliche Speis für Leckermäuler.“ Getreu dem Motto „Schlemmen wie ein Hecht“ inspirierte dies zu einer besonderen Spargelkreation.

Boschs Werk ist grotesk und surreal, zugleich visionär und moralisierend. Seine Bilder zeigen Himmel und Hölle in einer damals völlig neuen Form mit monströsen Mischwesen. Hinter seinen fantastischen Szenen stehen Mahnungen vor sündigem Verhalten und dem Verfall der Moral. Er war auch ein Maler der kleinen und vielen Details. Bis heute fasziniert er Kunstliebhaber und Wissenschaftler.

Aufgrund seiner Bilder, besonders seines Hauptwerks „Der Garten der Lüste“, und seiner genannten Aussage zum Spargel machte ich mir Gedanken, wie ich in einem Spargelrezept all die kleinen und vielen Details auch kulinarisch unterbringen könnte. Keine einfache, sondern eine detailreiche Denk- und Kocharbeit. Doch da mich die Muse küsste, wurde aus jener Inspiration die Karpatenblatt-Frühjahrskreation 2026: „Spargelsalat Karpatenblatt“.

Dabei handelt es sich um einen Spargelsalat mit weißem Spargel und unter anderem Erdbeeren, grünem Pfeffer, Kapern, Kartoffeln, Schinken und einer Vinaigrette. Genauer gesagt ist es eine höchst komplexe Geschmacksexplosion, die es am Gaumen regelrecht mehrfach knallen lässt! Schließlich wird „Die Hechteria“ nicht umsonst die Küche mit dem Bums genannt.

Auch der Dichter und Zeichner Wilhelm Busch (* 14. April 1832; † 9. Januar 1908) machte sich zu seiner
Zeit Gedanken zum Spargel. Tatsächlich war Busch auch ein Maler, der von den niederländischen Meistern beeinflusst war. In seiner satirischen Bildergeschichte „Die fromme Helene“, in der er religiöse Heuchelei und fadenscheinige Bürgermoral unter die Lupe nimmt, heißt es:

Ein guter Mensch gibt gerne acht,
Ob auch der andre was Böses macht;
Und strebt durch häufige Belehrung
Nach seiner Beß’rung und Bekehrung.

Aber es findet sich darin auch:

Denn Spargel, Schinken, Koteletts sind doch mitunter auch was Netts.

Genau darum dachte ich zu guter Letzt:

Eine fein gebratene Hähnchenbrust
Auch noch, gereicht zum Spargelsalat,
Ist doch wirklich, kein schwierig‘ Spagat,
Denn beides zusammen, ist große Lust!

Jetzt soll aber einer sagen, Karpatenblatt-Leser würden mit „Kochen mit dem Karpatenblatt“ nicht mehr vom Kochen haben. Oder dass Kunst nicht auch durch den Magen gehen würde.

Zutaten

Für 4 Personen

Für die Vinaigrette mit Eigelb:

  • 2 EL Weißweinessig
  • 2 TL jeweils von der Kapern- und Grüner-Pfefferlake
  • 10 EL Rapsöl
  • 1 TL Salz
  • 1 TL Zucker (optional, wer es weniger säuerlich mag)
  • Etwas Pfeffermix aus der Mühle
  • 1 TL mittelscharfer Senf
  • 3 Eigelb von hartgekochten Eiern
  • Das Weiße von 4 Frühlingszwiebeln

Für den Spargelsalat

  • 800 g weißer Spargel
  • 400 g neue Kartoffeln
  • 400 g Erdbeeren
  • Etwas Zitronensaft
  • 3 TL grüner Pfeffer
  • 5 TL Kapern
  • 150 g Kochschinken oder Rindersaftschinken
  • 3 Eiweiß von hartgekochten Eiern
  • Das Grüne von 4 Frühlingszwiebeln

Für das Spargelkochen

  • 1 Zitronenscheibe
  • 20 g Butter
  • 1 TL Salz
  • 1 TL Zucker
  • ca. 1,2 l Wasser

Zum Spargelsalat serviert

  • 2–4 Hähnchenbrüste (je nach Größe oder Appetit)
  • 4 würzige Bratwürste oder in der Pfanne geröstetes Brot, leicht mit Knoblauch eingerieben

Hechteria-Tipp

Den ganzen Salat oder gekochte Eier und Pellkartoffeln bereits einen Tag vorher zubereiten und zugedeckt in den Kühlschrank stellen. Den Spargelsalat etwa eine halbe Stunde vor dem Servieren aus dem Kühlschrank nehmen. Die Erdbeeren erst kurz vor dem Anrichten unterheben.

Zubereitung

1. Eier hart kochen und die Kartoffeln mit Schale garen.

2. Den Spargel gut schälen und zusammen mit Butter, Zitronenscheibe, Salz und Zucker in einen großen Topf geben. Wasser hinzufügen, bis der Spargel bedeckt ist. Je nach Dicke etwa 12–20 Minuten kochen lassen.

3. Eigelb mit einer Gabel zerdrücken und zusammen mit Essig, Öl, Senf, Kapern- und Grüner-Pfefferlake, Salz und Pfeffer in eine Schüssel geben. Mit einem Schneebesen zu einer leicht cremigen Konsistenz verrühren. Das Weiße der Frühlingszwiebeln kleinschneiden, dazugeben, vermengen und zugedeckt in den Kühlschrank stellen.

4. Das Grüne der Frühlingszwiebeln und das Eiweiß kleinschneiden. Den Schinken in etwa 2,5 cm lange und 1 cm breite Streifen schneiden. Die Pellkartoffeln pellen und in gleichmäßige Stücke schneiden. Alles zusammen mit grünem Pfeffer und Kapern in eine große Schüssel geben.

5. Wenn der Spargel gar bis leicht bissfest ist, mit einer Schaumkelle aus dem Wasser nehmen, in etwa 2,5 cm lange Stücke schneiden und ebenfalls in die Schüssel geben.

6. Die Vinaigrette hinzufügen und alles langsam gut unterheben.

7. Die Erdbeeren waschen, das Grün entfernen, vierteln, mit etwas Zitronensaft beträufeln und verrühren.

8. Die Hähnchenbrüste auf beiden Seiten salzen und pfeffern und in etwas Öl in einer heißen Pfanne je nach Dicke 2–3 Minuten pro Seite anbraten.

9. Die Erdbeeren zum Salat geben und vorsichtig unterheben.

10. Spargelsalat Karpatenblatt mit gebratener Hähnchenbrust anrichten und langsam genießen.

Ich wünsche viel Spaß beim Kochen und „Dobrú chuť“/“Guten Appetit“! Dazu harmoniert ein slowakischer Müller-Thurgau perfekt, aber auch ein Silvaner oder ein Weißbier. Neben der ARTE-Doku „Hieronymus Bosch vom Teufel berührt“ und der SWR-Doku „Wilhelm Busch (Deutsche Lebensläufe)“ empfiehlt sich musikalisch „Veronika, der Lenz ist da“ von den Comedian Harmonists wie auch „Spargel“ von XIROI.

Norbert Hecht