Kochen mit dem Karpatenblatt: Placky-Rezept

Kochen mit dem Karpatenblatt: Zemiakové Placky

Für März 2026 präsentiert Ihnen die Hechteria ein Rezept für Zemiakové Placky, auf Deutsch Kartoffelplätzchen – nicht nur als slowakische Antwort auf Reiberdatschi. Denn selbst in der Fastenzeit heißt es in der Hechteria: Schlemmen wie ein Hecht!

Das slowakische Wort Placky ist tatsächlich, wie das deutsche Plätzchen, aus dem Lateinischen von „placenta“ (flacher Kuchen) entlehnt. Aber natürlich schmecken slowakische Kartoffelplätzchen nicht nur zur Fastenzeit.

Immer, wenn ich sie mir zubereite, muss ich besonders stark an meine Eltern und die Slowakei denken. Und daran, wie meine slowakische Mutter und ich sie oft abwechselnd für uns zubereiteten. Mein zipserdeutscher Vater liebte sie ebenfalls sehr. Bei uns hießen sie aber einfach eingedeutscht – besser gesagt „eingebayrischt“ – Reiberdatschi, aber eben slowakische. Diese werden typisch slawisch mit Sauerrahm gereicht und nicht mit Apfelmus. Das können Sie gerne zu Reiberdatschi oder Reibekuchen oder was auch immer essen, aber niemals mit slowakischen Kartoffelplätzchen – egal, wie Sie sie nennen!

Die Placky bestechen durch ihre Einfachheit und ihr ganz besonderes Geschmackserlebnis sowie durch die unkomplizierte Zubereitung. Das ist wohl tatsächlich auch der Grund, warum es von allen slowakischen Gerichten das am häufigsten gekochte Gericht im Hause Hecht war, ist und bleibt.

Die Zutaten

Für 4 Personen:

1,2 kg Kartoffeln

7–10 EL Mehl

2 Eier

1 EL Kümmel

3 EL Majoran

1 EL Salz (gestrichen)

Pfeffer nach Belieben

6–8 Knoblauchzehen

(Es soll ja Leute geben, die sagen: Selbst im Knoblauch ist zu wenig Knoblauch.)

etwas Rapsöl zum Anbraten

Kochen mit dem Karpatenblatt: Placky-Rezept

Hechteria-Tipp

Zuerst ein kleines Kartoffelplätzchen zubereiten, um zu testen, ob noch abgeschmeckt werden muss oder etwas Mehl fehlt.

Außerhalb der Fastenzeit kann man zur Abwechslung auch 100–150 g kleingewürfelten Schinken hinzugeben. Oder ein paar der Kartoffelplätzchen mit Salami und/oder gekochtem Schinken und Käse belegen. Diese schmecken mir persönlich am besten auf kalten Placky vom Vortag.

Oder wie wäre es mit der Hechteria-Version? Diese wird ebenfalls mit Sauerrahm bestrichen, mit geräuchertem Wildlachs belegt, dann mit etwas Sahnemeerrettich gekrönt, mit Frühlingszwiebeln bestreut und mit Pfeffer aus der Mühle abgerundet. Ein Glas halbtrockener (polosladké) slowakischer Sekt oder ein Grüner Veltliner (Veltlínske zelené) passt sehr gut dazu – ebenso deren deutsche Varianten.

Zubereitung

1. Knoblauch und Kartoffeln schälen und in mixergerechte Stücke schneiden.

2. Im Mixer die Kartoffelstücke mit dem Knoblauch pürieren und in eine große Schüssel geben. Eventuell zum besseren Mixen 1–2 EL Wasser dazugeben.

Kochen mit dem Karpatenblatt: Placky-Rezept

3. Majoran, Eier, Salz, Pfeffer, Kümmel und Mehl dazugeben und gut verrühren. Gegebenenfalls etwas mehr Mehl dazugeben. Die Masse soll nicht zu zäh und nicht zu dünn sein.

4. Etwas Öl in einer großen Pfanne erhitzen und mit einem großen Löffel oder einer Schöpfkelle etwas (je nach Belieben, Masse für ein großes oder vier kleine Placky) von der Kartoffelmasse in die Pfanne geben und mit einem Pfannenheber gleichmäßig kreisrund verteilen.

Kochen mit dem Karpatenblatt: Placky-Rezept

5. Auf beiden Seiten goldbraun anbraten und bei Bedarf die Ofenplatte herunter- oder heraufschalten. Wenn nötig etwas Öl nachgeben.

6. Entweder sofort servieren – was die Regel ist (denn meistens isst der, der sie kocht, etwas später oder zwischendurch schon eines) – oder auf einen Teller mit Küchenpapier geben.

Kochen mit dem Karpatenblatt: Placky-Rezept

7. Mit Sauerrahm, separat oder mittig mit einem Klecks davon, servieren und langsam genießen.

Ich wünsche viel Spaß beim Kochen und „Dobrú chuť“/„Guten Appetit“! Traditionell wird dazu Milch oder Buttermilch gereicht. Musikalisch möchte ich Ihnen dazu das Lied „Slovensko moje, otčina moja“ („Slowakei mein, Vaterland mein“) besonders ans Herz legen. Die Melodie stammt von der schwedischen Volksweise „Vårvindar friska“ (Frische Frühlingswinde) von Julia Nyberg aus dem Jahr 1828. Der Text wurde 1943 von Ján Rataj und Ján Machajdík geschrieben. Hier der Text auf Deutsch für Sie:

Slowakei mein, Vaterland mein,

schön bist du wie das Paradies.

Auf deinen Almen thronen Prachtgestalten,

im Tal rauscht der Hain.

Auf deinen Feldern sangen sie,

unsere Väter haben dort gearbeitet.

Slowakei mein, Vaterland mein,

schön bist du wie das Paradies.

Ja, ich hab‘ ein Vaterland, das einzige auf der Welt,

wo ich freudig spiele.

Dieses liebe ich, wünsche ihm Glück

und schenke ihm mein Herz.

Hier rauschen Berge und Bäche,

die Waag singt herrlich nach ihrer Melodie.

Slowakei mein, Vaterland mein,

schön bist du wie das Paradies.

Norbert Hecht