Kolumne: Schmidts Kater Loisl und die „Studie“
Čauky, mňauky, allerseits! Es gibt Dinge, über die ich mich ohne Ende amüsieren kann. Etwa darüber: Mein Butler, der Herr Schmidt, hat in einer großen deutschen Boulevardzeitung einen Artikel über das Verhältnis von Zwei- und Vierbeinern gefunden und mir vorgelesen. Die Frage lautete, ob es tatsächlich stimme, dass Haustiere wie wir stolzen Katzen tatsächlich Seelentröster, Glücksbringer und Gesundmacher für unsere Lieblingsmenschen sind. Oder anders gefragt: Ob die Menschen mit uns sehr viel glücklicher sind als ohne uns.
Eine umfangreiche Studie aus Australien habe das infrage gestellt, schrieb die Zeitung. Von nun an sei diese These „wissenschaftlich umstritten“. Australier, wenn ich das sagen darf, sind in meinen Augen mit äußerster Vorsicht zu genießen. Sie leben nämlich auf der unteren Hälfte des Globus meines Dosenöffners. Eigentlich müssten sie da runterfallen von unserer Erdkugel, wenn alles mit rechten Dingen zugehen würde. Mir erscheinen „wissenschaftliche Studien“ von dort jedenfalls sehr fragwürdig. Aber gut.
„Gemessen“ haben die „Forscher“ die Glückshormone in 495 australischen Haushalten, die sich nach dem Jahr 2020 Haustiere angeschafft hatten. Konkret sei es um die Themen Einsamkeit, Lebenszufriedenheit, psychische Gesundheit und allgemeine Gesundheit der Butler gegangen. Und die Auswirkungen darauf durch uns Vierbeiner. Das Ergebnis der Studie: Man fand „keinen überzeugenden Beweis dafür, dass ein Haustier Menschen messbar glücklicher, gesünder oder weniger einsam macht“. Die positiven Gefühle durch ein Tier könnten beispielsweise durch „Belastungen wie Zeitaufwand, Kosten und Verantwortung“ wieder ausgelöscht werden.
Also, liebe „Forscher“ aus dem fernen Australien: Ihr habt zum einen Haushalte untersucht, in denen nicht nur zauberhafte Katzen leben, sondern auch diese prinzipiell abartigen, doofen Hunde. Das verfälscht natürlich das Ergebnis total! Ich wäre auch nicht glücklicher mit einem Kläffer in meinem Haushalt. Zweitens: Dass die Australier offensichtlich zu faul sind, sich ordentlich um uns zu kümmern, kann man nicht „wissenschaftlich” verallgemeinern.
Der GRUNDFEHLER der „Studie“ besteht aber schon in der Ausgangsfrage. Wir Katzen sind doch nicht dazu da, damit sich die MENSCHEN in unserer Umgebung besser fühlen. Sondern: Damit es UNS gut geht! UNS! Ausschließlich UNS! Make Cats Great Again, oder so ähnlich! Čauky, mňauky!
Schmidts Kater Loisl und sein Butler Hans-Jörg Schmidt

