Kolumne: Schmidts Kater Loisl und der Professor
Čauky mňauky, allerseits! Mir fiel gerade ein Artikel über ein Buch eines Ökologen mit dem Namen Rob Dunn in die Pfötchen. Er arbeitet als Professor an der North Carolina State University im fernen Amerika. Der Herr Dunn behauptet aberwitzige Dinge über uns Vierbeiner. Im Kern sagt er: Die Katzen waren mal in grauer Vorzeit nützliche Begleiter des Menschen, weil sie Mäuse jagten und somit die Nahrungsvorräte der Zweibeiner schützten. Dafür seien die Katzen von den Menschen wie Götter verehrt worden. Soweit ist das richtig.
Aber dann kommt es ganz schlimm: Heute seien wir Katzen nur noch „Parasiten“. Dass das sehr ungehörig ist, wird deutlich, wenn man sich die Definition von „Parasiten“ ansieht. Parasitismus ist eine Wechselbeziehung zwischen artfremden Organismen, bei der der Parasit einen Vorteil hat und dem Wirt dadurch schadet. Das muss man übersetzen: Wir Katzen sind stinkend faul, lassen es uns den lieben langen Tag nur gut gehen – und das auf Kosten der Menschen, die wir in unserer Nähe dulden. Für die tun wir Katzen im Gegenzug nichts, gar nichts. Da blieb mir beim Lesen die Spucke weg. Ich dachte wirklich, ich bin im falschen Film.
Der Herr Professor hat von uns Katzen Null Ahnung. Sicher hat er mal als Jugendlicher eine Katze am Schwanz gezogen und ist von einem Gericht dazu verdonnert worden, für den Rest seines Lebens Futter für ein Katzenasyl zu kaufen. Und er vermisst, dass sich die Katzen aus Dankbarkeit von ihm streicheln lassen. Katzen vergessen nun einmal nicht.
Und jetzt habe ich Sendepause. Ich würde nur zu gern hier beschreiben, dass ich alles andere als ein Parasit bin. Sondern ein einzigartiges Glück für meinen Butler, den Herrn Schmidt. Aber ich kann mich ja schlecht selbst loben.
Ahoj, liebe Leser, hier schreibt jetzt der Butler weiter. Ich war erschüttert über das, was mir mein Kater von dem Herrn Professor erzählt hat. Fakt ist aber, dass der aus North Carolina kommt, wo bei den letzten Präsidentschaftswahlen ein gewisser Donald Trump gewonnen hat. Logisch, dass man dort keine gute Einstellung zu Katzen hat.
Natürlich ist mein Kater KEIN Parasit! ICH bin der Parasit, der von IHM profitiert. Natürlich verdient er ein Leben wie Gott in Frankreich. Da scheue ich keine Kosten und Mühen. Aber im Gegenzug beschert mir Loisl mit seiner bloßen Anwesenheit ein Glücksgefühl, das ich gar nicht lustvoll genug beschreiben kann.
PS: Ich kann leider jetzt nicht weiter plaudern. Loisls Lieblingskissen muss aufgeschüttelt werden. Sein scharfer Blick sagt mir, dass er dort SOFORT gern ein bisschen ruhen möchte. „Mein Loisl-Schatz, dein zweibeiniger Parasit eilt, so schnell er kann!“ – Sorry, liebe Leser! Sie sehen ja, was hier los ist. Bin total im Stress. Machen Sie es gut!
Schmidts Kater Loisl und sein Butler Hans-Jörg Schmidt

