Kolumne: Schmidts Kater Loisl und der „Boss“
Čauky mňauky, allerseits! Wir Katzentiere beherrschen ja bekanntermaßen die ganze Welt, was jeder weiß, sieht man mal vom angeblich größten US-Präsidenten aller Zeiten ab.
„By the way“, oder wie wir Vierbeiner sagen, die der deutschen Sprache mächtig sind, „nebenbei bemerkt“: Er könnte in seinem ovalen Zimmer im Weißen Haus mal ernsthaft darüber nachdenken, ob er mit 80 nicht langsam aber sicher mal die Kurve kratzen sollte. Offensichtlich ist er ja nicht mehr sonderlich fit. Beim G-7-Gipfel neulich in Frankreich kam er beim zweiten Verhandlungstag eine geschlagene Stunde zu spät. War wohl nicht aus dem Bett gekommen. Und was macht er? Er nimmt allen anderen Gipfelteilnehmern den Wind des Protests aus den Segeln, indem er sie anherrscht: „Ich bin der Boss!“
Ich finde, dieser Tunichtgut hätte wenigstens hinzufügen können, dass er diesen kessen Spruch von mir, Schmidts Kater Loisl aus Prag, der schönsten Stadt der Welt, ziemlich dreist geklaut hat. Dort nämlich, vor allem in Prag 4 – Michle, bin ICH der Boss. Ich muss das nicht mal ständig betonen. Mein Butler, der Herr Schmidt, weiß das auch so und respektiert die Rangfolge bei uns. Ohne jedes Murren. Was sagt uns das? Ich habe ihn gut erzogen.
Andererseits weiß mein Dosenöffner, dass ich im Vergleich zu unser aller Donald eher bescheiden bin. Ich muss mein Fresschen nicht unbedingt im protzigen Prunkschloss Versailles einnehmen. Mein Futter- und mein Trinknapf stehen ganz gut in meinem Wohnzimmer. Und ich weiß ganz genau, dass mein Dosenöffner für mich auch noch goldene Näpfe besorgen würde, wenn ich darauf bestehen würde. Am Ende kommt es aber eh nur drauf an, ob mir der Doseninhalt beziehungsweise die Schinkenscheiben vornehmlich von der Putenbrust schmecken. Genug von unser aller Donald und mir. Nur noch die Anmerkung, dass es ganz prima wäre, wenn die Amis den Ärger mit den Herrschern des Irans, den sie sich selbst eingebrockt haben, endlich auch verlässlich beilegen könnten. Den normalen Zwei- und Vierbeinern in Teheran und Umgebung hat der ganze Zoff eh nicht genutzt. Die alte Garde dort ist immer noch an der Macht und drangsaliert die eigene Bevölkerung wie eh und je. Ihnen allen einen schönen Sommer! Čauky mňauky!
Schmidts Kater Loisl und sein Butler Hans-Jörg Schmidt

