Kolumne: Schmidts Kater Loisl und der Bürohund
Čauky mňauky, allerseits! Schluss mit lustig. Der Sommer ist vorbei. Und ich muss leider gleich ein Thema ansprechen, das in erschreckender Weise zeigt, mit welcher Aggressivität Hundebesitzer die Weltherrschaft von uns Katzen anzugreifen versuchen.
Wer sich noch an Corona erinnert, der weiß, dass seinerzeit für viele Zweibeiner das sogenannte Homeoffice eingeführt wurde. Diese weise Entscheidung ging in Wahrheit auf eine Erfindung von meiner gebürtigen Mama Frau Merkel und von mir zurück. Zu unseren Annehmlichkeiten gehört, dass wir den ganzen Tag über die Aufmerksamkeit unseres Butlers, des Herrn Schmidt, einfordern können. Auch während der Bürozeit. Unsere Wohnung, in der wir unseren Dosenöffner dulden, ist nämlich auch der Arbeitsplatz von Herrn Schmidt.
Und nun zu dem, was sich die tschechischen Hundefreunde ausgedacht haben. Die suchen verzweifelt nach Auswegen, damit es ihre Viecher genau so schön haben wie wir unvergleichlichen Katzen. Die Hundefans setzen jetzt offensichtlich verstärkt ihre Chefs auf Arbeit unter Druck, damit sie ihre Beißmaschinen dorthin mitnehmen können.
Einer Umfrage zufolge dürfen immer mehr Hunde Frauchen oder Herrchen zur Arbeit begleiten. Angeblich wachse die Bereitschaft der Unternehmen, die Anwesenheit der bellenden Vierbeiner im Büro zu tolerieren. Vier von zehn Befragten arbeiten in einem Umfeld, in dem Hunde willkommen seien. 17 Prozent würden ihren Kläffer schon gelegentlich mit zur Arbeit nehmen, acht Prozent regelmäßig.
Zwar war die Umfrage angeblich repräsentativ, aber die Haustierversicherung PetExpert, die die Befragung unternommen hat, ist natürlich in der Angelegenheit in keiner Weise unparteiisch. PetExpert ist logischerweise der Meinung, dass Hunde „zu einer besseren Atmosphäre im Büro beitragen“. Die Meinungen der Befragten zur Anwesenheit von Hunden am Arbeitsplatz gehen freilich auseinander. 41 Prozent der Befragten empfinden sie als positiv, ein Drittel ist gegenteiliger Meinung und der Rest bleibt neutral. Es gab auch eine angeblich verschwindende Minderheit, die die Hunde ablehnte. Leute, die einfach mal Angst vor Hunden haben.
Vor uns zauberhaften Katzen muss niemand auf dieser Welt Angst haben. Wir sind „grundgut“, wie der Herr Schmidt gern sagt. Von mir aus sollen die irren Hundefans ihre Vierbeiner mit zur Arbeit nehmen dürfen. Unsere Erfindung Homeoffice ist dennoch viel beliebter, weil man unbeobachtet von den Chefs bleibt. Fragen Sie mal die Katzen und ihre Butler. Čauky mňauky!
Schmidts Kater Loisl und sein Butler Hans-Jörg Schmidt
