Kreative Spurensuche in Metzenseifen
Das Beschäftigen mit der Geschichte fällt Schülern oft schwer. Man muss sich mit Namen und Jahreszahlen herumschlagen, das Gedächtnis hat viel aufzunehmen und es bleibt kaum Platz für eigene Kreativität. Dass man Kinder und Jugendliche für die Geschichte ihres Ortes begeistern kann, bewies der international bekannte Metzenseifner Künstler und Soziapädagoge Helmut Bistika. Die Ergebnisse seines Projektes „Kreative Spurensuche in Metzenseifen“, das er vom 10. bis 14. November 2025 mit 18 Schülern Grundschülern führte, übertrafen selbst größte Erwartungen.
Für die Vernissage war der historische Saal ein idealer Ort. Sie wurde von Helmut Bistika mit Informationen zum Ziel und Ablauf des Projekts eröffnet. Es beinhaltete das Verbinden von Geschichte und Kunst durch Beschäftigen mit der Geschichte der Stadt von ihren Anfängen bis in die Gegenwart am Beispiel von Metzenseifner Persönlichkeiten mit dem Zeichnen von deren Porträts. Das erforderliche Material hatte Helmut Bistika zusammengestellt. Unterstützung bekam er auch von dem Ober-Metzenseifner Dr. Ervin Meder.

Das Projekt
Der pädagogisch organisatorische Ablauf bestand in einem klug organisierten Wechsel von Gesprächen über das Leben und Werk zuvor ausgewählter Personen und dem künstlerischen Gestalten. Es ist Helmut Bistikas Grundsatz, den Ideen der Heranwachsenden Impulse zu geben und nicht eine bestimmte, ihre Gedankenwelt einschränkende Richtung vorzuschreiben. Auch bei diesem Projekt war das genau der richtige Weg. So hatten die jungen Künstler Gelegenheit, in den Bildern das auszudrücken, was sie für die jeweilige Person als typisch ansahen. Natürlich gab Helmut Bistika Anregungen und Hilfen, wenn es um die Gestaltungs- und Zeichentechnik ging. So lernten die Projektteilnehmer viel Neues, etwa den Umgang mit verschiedenen Untergründen, das Mischen von Farben verschiedenster Art und auch die Gestaltung von Collagen betreffend. Um die Betreuung der 18 Projektteilnehmer umfassend zu sichern, engagierte sich die Schuldirektorin, Frau Mgr. Eva Chmurová, persönlich.

Die Gespräche und Diskussionen über die zu darzustellenden Personen bei einer Tasse heißer Schokolade im Galerie Cafe stärkten die Arbeitsfreude. Helmut Bistika bekam hier von Ing. András Gedeon Unterstützung, der gerne sein Wissen über die Geschichte der Stadt in zwangloser Form weitergab. Sie gaben Anregungen für das Fortsetzen der begonnenen Gestaltungsideen. Dass der Metzenseifner Nachwuchs beiderlei Geschlechter großes künstlerisches Interesse und Engagement zeigt, war nicht nur bei dem vorgestellten Projekt zu erkennen. Auch bei der musikalischen Umrahmung der Vernissage sorgten Musikschüler der „umelecká škola“ (Kunstschule) für die richtige akustische Einstimmung auf die ausgestellten optischen Leckerbissen.

Projektergebnisse begeisterten
Zu den zahlreichen Besuchern gehörten der Bürgermeister von Metzenseifen, Ing. Radoslav Gedeon, und der stellvertretende. KDV-Vorsitzende Kristian Göbl. Sie lobten die Projektidee ebenso wie die Projektergebnisse. Mit den anderen Besuchern waren sie sich einig, dass, gemessen an dem Alter der Beteiligten, alle Bilder und Collagen ein erstaunliches Können der jungen Künstler bezeugen.


und zwei von dessen eindrucksvollen Bildern vor
Heinz Schleusener
Hinweis: Das Projekt wurde aus Mitteln des Auswärtigen Amts der Bundesrepublik Deutschland (Institut für Auslandsbeziehungen) gefördert.
Neben den hier gezeigten Bildern können weitere in den Bildergalerien unten betrachtet werden. Sie stammen von den Projektteilnehmern Patrícia Fabianová, Lucas Gajda, Tobias Gedeon, Tereza Grigová, Lilian Hähnlová, Simona Hudáková, Adam Jaroš, Laura Jaššová, Jana Kušiaková, Ema Lukáčová, Matúš Lukáč, Mária Katarína Meisterová, Romana Raisová, Miriam Ricková, Barbora Rostášová, Nina Švedová, Timea Toholová und Oliver Tomasch, auf die alle Metzenseifner sehr stolz sein sollten.



Walter Bistika (1929-2019; Fotograf, Chronist, Heimatforscher)



Peter Gallus (1868-1927; Pfarrer, Lehrer, Dichter vieler Heimatgedichte)


Johann Göbel (John Gabel, 1872-1955; als Kind nach Amerika ausgewandert, hat dort die Musikbox erfunden)


Theodor Kundtz (1852-1937; Tischler, wanderte aus und wurde erfolgreicher Unternehmer in den USA. Ließ 1931 die Kirche in Unter-Metzenseifen renovieren.)


Josef Lepesch (1815-1894; Erste größere Brauerei aufgebaut, diese dann in Myslava und Košice weitergeführt)





Georg Ludvig (1842-1903; Generalstabsarzt beim Österr.-Ung. Heer)



Johann Pato (1859-1908; Lehrer, Erfinder eines Schlosserschraubstocks)


Gabriela Schleusener (geb. 1949; Germanistin, Autorin zweier Wörterbücher der mantakischen Mundart von Metzenseifen)




Rudolf Schuster (geb. 1934; Bauingenieur, Politiker, ehemaliger Staatspräsident, Fotograf, Schriftsteller, Sänger, Filmemacher)


Gregor Sorger (1669-1739; Bischof, hat die Kirche in Unter-Metzenseifen bauen lassen)

Elias Tegnagel (geb. ca. 1340; baute die ersten Hammerschmieden in Metzenseifen) gemalt von Maria Katarína Meisterová
