Suppe aus Gaidel

Levet – ein Wort mit Geschichte

Früher selbstverständlich, heute fast vergessen: Eine Spurensuche erinnert uns daran, warum es sich lohnt, das Wissen unserer Vorfahren zu bewahren.

Zu Beginn erst einmal ein kurzes Quiz: Weiß jemand, was Levet ist? Hier sind drei Möglichkeiten:

  1. Eine Veterinärambulanz in Leutschau/Levoča
  2. Leggings für jedes Wetter
  3. Eine leichte Verletzung auf Französisch

Alle drei Optionen sind falsch. Levet, umgangssprachlich auch Leveš genannt, ist unsere traditionelle Suppe, die spezifisch für das Hauerland ist. Sie wird aus saurer Milch und Kartoffeln gekocht, in einigen Dörfern auch „Sajfa“ genannt. In Gaidel/Kľačno nennen wir diese Suppe Levet. Sie wurde häufig gekocht, weil in vielen Familien Kühe oder Ziegen im Stall standen und ihre Milch die Hauptzutat dieser Mahlzeit war – ebenso wie die Kartoffeln, die die meisten Menschen in ihren Gärten hatten.

Aber: Wenn Sie Levet mit Supermarkt-Milch kochen möchten, kommen Sie nicht ans Ziel. Die Milch muss roh sein und darf nicht pasteurisiert sein – einfach voller lebender Milchkulturen.

Rezept für Levet

Kaufen Sie 2 Liter frische Vollmilch, lassen Sie sie 3 bis 4 Tage in einem Glas in der Sonne gären. Wenn sie sauer ist, in einen Topf gießen und langsam erhitzen, um Quark und Molke zu erzeugen. Quark mit einem Sieb abschöpfen und stehen lassen. 5–6 Kartoffeln schälen, in kleine Würfel schneiden und in wenig gesalzenem Wasser kochen (nur so viel Wasser, dass die Kartoffeln knapp bedeckt sind). Wenn die Kartoffeln weich sind, 0,5 l frische Milch mit 2 Esslöffeln glattem Mehl einrühren und noch kurz aufkochen lassen. Dann die Molke dazugießen und nochmals kurz aufkochen. Bei Bedarf einen Esslöffel Butter hinzufügen. Schließlich den vorbereiteten Quark in die Suppe geben – aber nicht mehr kochen.

Wenn jemand die Suppe mit Nudeln mag: Unsere Omama machte aus glattem Mehl und Wasser eine Art Fleckerln – ich nannte sie „rutschige Nudeln“. Diese Suppe kann man übrigens auch kalt essen. Guten Appetit!

Und warum schreibe ich diesen Artikel?

In unserem Haushalt hat Levet immer unsere Omama gekocht – und es großartig gemacht. Aber es gibt keine Omama mehr und damit sind viele interessante, einfache deutsche Gerichte verschwunden.

Vor kurzem sagte mein Mann: „Koch mir mal Levet.“ Und ich habe nirgends ein Rezept für diese Suppe gefunden. Ich musste im Dorf nachforschen. Es ist unsere Pflicht, die Traditionen unserer Vorfahren in jedem Gebiet zu bewahren. Deshalb werden wir Neutrataler beim diesjährigen Gaidler Fest die Möglichkeit bieten, unser traditionelles Levet zu probieren.

Viera Petruchová