Literaturkränzchen

Literaturkränzchen in Einsiedel an der Göllnitz

Der 17. August 2026 war ein schöner, sonniger Montag-Nachmittag in Einsiedel an der Göllnitz/Mnišek nad Hnilcom. Noch schöner machte ihn für uns, dass wir uns zu unserem Literaturkränzchen getroffen haben – zu guten Büchern sowie schönen und gefühlvollen Gedichten. Als Motto haben wir uns einen auf karpatenblatt.sk veröffentlichten Artikel genommen: „Sommerzeit – Zeit der Begegnungen“, der mit blühenden Sonnenblumen illustriert war.

Hermann Hesse ist unser Lieblingsautor. So haben wir diesmal unser literarisches Treffen mit seinem Gedicht „Welkes Blatt“ begonnen. „Jede Blüte will zu Frucht, jeder Morgen Abend werden“, heißt es darin. Am 2. Juli 2026, dem 149. Geburtstag von Hermann Hesse, wurde der Internationale Hermann-Hesse-Preis im Kursaal Hirsau in Calw verliehen. Die Auszeichnung ging in diesem Jahr an ein Tandem, bestehend aus dem französischen Schriftsteller Laurent Mauvignier und seiner Übersetzerin Claudia Kalscheuer für den Roman „Geschichten der Nacht“.

Hermann Hesse wurde am 2. Juli 1877 in Calw/Württemberg geboren. Im Jahre 1946 wurde ihm der Nobelpreis für Literatur verliehen. Gestorben ist er am 9. August 1962 in Montagnola in der Schweiz. Er gehört zu den bedeutendsten Schriftstellern der deutschen Literatur.

Erinnerungen an Begegnungen mit der Literatur

„Die Erinnerung ist das einzige Paradies, aus dem wir nicht vertrieben werden können“, sagte vor längerer Zeit der deutsche Schriftsteller und Dichter Jean Paul (1763–1825). Das hat uns motiviert. Wir haben uns an schöne Begegnungen mit der Literatur erinnert.

Meine erste Begegnung mit der Literatur war an einem Dezemberabend im Jahr 1975 im Klubraum in der alten Schule. Draußen war es kalt, aber drinnen war es schön warm. Den Abend hatte die Lehrerin Frau Adrianka Gulyásová vorbereitet. Als Gast war Herr Prof. PhDr. Július Rybák, CSc., (1933–2021) aus Göllnitz/Gelnica dabei.

Viele weitere Nachmittage mit Literatur folgten im Klub in der neuen Grundschule. Unvergessen bleibt der gemeinsame Nachmittag mit den Schülern und den Lehrerinnen im großen Saal im Haus der Begegnung. Motto des Nachmittags war: „Literatúra mala v Mníšku sviatok“ – „Die Literatur hatte in Einsiedel Feiertag“.

Die Schüler hatten sich Fragen vorbereitet, auf die ihnen Herr Prof. Rybák antwortete. Er übersetzte, verfasste Gedichte und schrieb über seine Spaziergänge in der Natur. Ein solches Buch, „Z prechádzok do gelnického okolia“ – „Aus den Spaziergängen in die Umgebung von Göllnitz“, bekamen wir an diesem Nachmittag von ihm mit der Widmung: „S vďakou za záujem o moje knihy rád venuje Julo Rybák“ (17. März 2004) (Mit Dankbarkeit für das Interesse an meinem Buch gewidmet von Julo Rybák).

Einsiedel an der Göllnitz/Mnisek nad Hnilcom
Wir hatten auch eine kleine Ausstellung vorbereitet.

Im Internet haben wir uns ein schönes Lied angehört. Darin heißt es: „Lege deine Sorgen nieder. Leg sie ab in meiner Hand. Du brauchst mir nichts zu erklären. Denn ich hab dich längst erkannt. Lege deine Ängste nieder. Die Gedanken in der Nacht. Frieden gebe ich wieder. Frieden hab ich dir gebracht“.

Der Schriftstellerin und der Commissario

In unserem literarischen Programm war dieses Mal auch Donna Leon und ihr Buch „Flüchtiges Begehren“ – Commissario Brunettis dreißigster Fall. Donna Leon wurde 1942 in New Jersey geboren. Sie arbeitete als Reiseleiterin in Rom sowie als Lehrerin und Dozentin im Iran. Die „Brunetti – Romane“ machten sie weltberühmt. Donna Leon hat viele Jahre in Italien verbracht und wohnt heute in der Schweiz. „Donna Leon versteht es wie keine andere, den Sehnsuchtsort Italien in ihren Büchern lebendig werden zu lassen und prägt seit vielen Jahren das Bild von Venedig. Mit Commissario Guido Brunetti hat sie eine der beliebtesten Ermittlerfiguren der zeitgenössischen Kriminalliteratur geschaffen. Gekonnt nutzt Donna Leon ein hochbrisantes Thema, um den Leser einmal mehr nach Venedig zu entführen.“

Ein tierisch guter Krimi

Gut gelesen hat sich der Roman „Glennkill: Ein Schafskrimi“ von Leoni Swann. Der Spiegel hat den Roman als „Tierisch spannend!“ beschrieben. Auf der Rückseite des Buches steht: „Wenn es Abend wird im beschaulichen Glennkill, liest der Schäfer George Glenn seiner Herde Geschichten vor, hin und wieder auch mal einen Krimi. Als er eines Morgens selbst reglos im Gras liegt, mit einem Spaten in der Brust, erkennen die Schafe schnell: So was ist kein natürlicher Tod.“ Leoni Swann wurde 1975 in der Nähe von München geboren. Sie studierte Philosophie und Psychologie. „Glennkill“ wurde in 25 Sprachen übersetzt und in einer internationalen Produktion mit Starbesetzung fürs Kino verfilmt.

Zum Abschluss haben wir das Gedicht „Malerfreude“ von Hermann Hesse gelesen. Und zusammen haben wir wieder das Lied: „Fliege mit mir in die Heimat“ gesungen. Die Frauen aus der Singgruppe „Spitzenberg“ erinnern sich so an ihre Anfänge.

Ilse Stupák