Tag der Heimat in Straubing

Präsentation der Karpatendeutschen beim „Tag der Heimat“ in Straubing

Der Tag der Heimat ist die zentrale Gedenkveranstaltung des Bundes der Vertriebenen (BdV) und wird alljährlich an zahlreichen Orten in ganz Deutschland begangen. Die Keglerhalle am Peterswöhrd in Straubing war in diesem Jahr der Austragungsort auf Bezirksebene Niederbayern. Die Stiftung Verbundenheit war Mitveranstalter und führte zu diesem Anlass die erste von vier Veranstaltungen ihres neuen Projektes „Deutsche Minderheiten stellen sich in Bayern vor“ durch. Es wird vom Freistaat Bayern über das Haus des deutschen Ostens finanziert. Im Mittelpunkt der Veranstaltung in Straubing stand ein eindrucksvoller Auftritt des Karpatendeutschen Vereins in der Slowakei (KDV).

Eduard Neuberger, der Vorsitzende des BdV-Bezirks Niederbayern, begrüßte eine Vielzahl bedeutender Ehrengäste. Unter den Anwesenden befanden sich der Schirmherr der Veranstaltung, Straubings Oberbürgermeister Markus Pannermayr und der Landtagsabgeordnete sowie Landesvorsitzende der Karpatendeutschen Landsmannschaft Josef Zellmeier. Ebenso willkommen geheißen wurden Bürgermeister Peter Stranninger, der stellvertretende Landrat Ludwig Knott sowie Stadtrat Christoph Laugwitz. Die Kommunalpolitik war zudem durch die zweiten und dritten Bürgermeister von Bogen, Josef Fisch und Franz-Xaver Eckl, vertreten.

KDV in Straubing
Im Mittelpunkt des Tages der Heimat stand die karpatendeutsche Minderheit.

„Bekenntnis und Verantwortung: Unser Kulturgut verbindet Europa“ als Leitwort

Die Redner betonten die verbindende Kraft der gemeinsamen Kulturgeschichte. Schirmherr Markus Pannermayr hob hervor, dass Vertreibung schmerzhaft sei, jedoch aus dem Miteinander vor Ort Neues wachsen könne: Gemeinschaft entstehe stets dort, wo Menschen bereit seien, aktiv aufeinander zuzugehen.

Eine schriftliche Grußbotschaft der verhinderten Landtagsabgeordneten Dr. Petra Loibl verlas Eduard Neuberger. In dieser hob
Dr. Loibl hervor, dass die in der Slowakei verbliebenen Deutschen trotz jahrelanger Diskriminierung und Unterdrückung unter dem kommunistischen Regime ihre deutsche Identität bewahrt hätten und heute wichtige Brückenbauer sowie ein demokratisches Kraftzentrum seien.

Der Stiftungsratsvorsitzende der Stiftung Verbundenheit Hartmut Koschyk unterstrich den hohen Stellenwert, die tiefe Verbundenheit und die kontinuierliche Unterstützung der Landsmannschaften im Freistaat Bayern durch die Stiftung. Der Einsatz für das kulturelle Erbe der Karpatendeutschen durch den KDV sowie die Landsmannschaft sei ein wichtiges Zeichen für die guten Verbindungen zwischen Bayern und der Heimatregion in der heutigen Slowakei.

Auszeichnung für Hilda Steinhübl

Brunhilde Reitmeier-Zwick, Bundesvorsitzende der Karpatendeutschen Landsmannschaft, lobte anschließend den vorbildlichen Zusammenhalt der Vertriebenenverbände in Bayern sowie die sehr positive Zusammenarbeit und den Austausch mit der Stiftung Verbundenheit, die sich in den letzten Jahren zu einem Zentrum des Wissens und der Vermittlung mit und für deutsche Minderheiten entwickelt habe.

Ein Höhepunkt war die Auszeichnung von Hilda Steinhübl, stellvertretende Vorsitzende des KDVs, die von Brunhilde Reitmeier-Zwick für ihr langjähriges Engagement mit der „Goldenen Ehrennadel der Karpatendeutschen“ geehrt wurde. Josef Zellmeier MdL, selbst karpatendeutscher Herkunft, betonte die historischen und kulturellen Wurzeln, die die Karpatendeutschen seit jeher eng mit Bayern verbinden.

Auszeichnung für Hilda Steinhübl
Auszeichnung für Hilda Steinhübl

Kulturell gestaltete sich das Programm äußerst stimmungsvoll. Die „Hummeltanzgruppe“ sowie die Tanzgruppe „Schadirattam“ begeisterten die Gäste mit traditionellen Tänzen in farbenfrohen Trachten. Die perfekt einstudierten Darbietungen belohnte das Publikum mit anhaltendem Beifall und rhythmischem Mitklatschen. Die Gruppen zeigten, dass auch die junge Generation der Karpatendeutschen die Kultur weitertragen will.

Besonderes Mitbringsel

Auch kulinarisch gab es etwas zu entdecken. Ein Kaschauer Nuss- und Mohnstrudel wurde für die Veranstaltung eigens von einer Privatbäckerei gebacken, von der Gruppe der Gäste aus der Slowakei mitgebracht und auf der Bühne offiziell „angezuckert“.

Ein besonderes Mitbringsel aus der Slowakei: Kaschauer Strudel
Ein besonderes Mitbringsel aus der Slowakei: Kaschauer Strudel

Hilda Steinhübl nutzte die Gelegenheit, in Form einer Präsentation den Zuschauern den KDV näher vorzustellen. Er versteht sich als eine lebendige Brücke zwischen der deutschen Minderheit und der Mehrheitsbevölkerung sowie als Bindeglied zwischen der Slowakei und den deutschsprachigen Ländern. Durch das Engagement der Mitglieder und Anhänger ist er sowohl bei der älteren als auch bei der jüngeren Generation eine willkommene Adresse.

Den Abschluss des gelungenen Festtages bildete das gemeinsam gesungene Traditionslied „Wahre Freundschaft soll nicht wanken“, das die tiefe Verbundenheit aller Beteiligten noch einmal eindrucksvoll unterstrich.

Stiftung Verbundenheit/Red