Reaktionen auf das Ableben von Dr. Ondrej Pöss
Am 20. April 2026 ist im Alter von 75 Jahren der langjährige Vorsitzende des Karpatendeutschen Vereins und Gründer des SNM-Museums der Kultur der Karpatendeutschen, Dr. Ondrej Pöss, gestorben. Er wurde am 23. April im engsten Familienkreis beigesetzt.
Am Slowakischen Nationalmuseum wehte zum Gedenken an ihn die schwarze Flagge. Personen des öffentlichen Lebens, Wegbegleiter und Angehörige der deutschen Minderheiten im In- und Ausland drückten in den sozialen Netzwerken ihr Beileid aus.
Der deutsche Botschafter in der Slowakei bezeichnete ihn als einen „gesuchten Gesprächspartner über alle Grenzen hinweg, ein europäischer Brückenbauer im besten Sinne des Wortes“.
Der Regierungsbeauftragter für nationale Minderheiten, Ákos Horony bezeichnete Ondrej Pöss als einen „offenen, gebildeten und warmherziger Mensch, dem auch das Schicksal anderer Minderheiten nicht gleichgültig war.“







Die Arbeitsgemeinschaft Deutscher Minderheiten in der FUEN bezeichnet das Ableben von Dr. Pöss als einen herben Verlust für die Karpatendeutschen sowie für die gesamte europäische Minderheitenfamilie: „Mit Dr. Ondrej Pöss verlieren wir einen Menschen, der die karpatendeutsche Kultur- und Erinnerungsarbeit über Jahrzehnte getragen und geprägt hat.“ AGDM-Sprecher Benjamin Józsa zeigt sich betroffen über den Tod seines Kollegen: „Der Tod von Ondrej Pöss ist ein großer Verlust, auch für mich persönlich. Er war eine Schlüsselfigur der karpatendeutschen Gemeinschaft in der Slowakei. Dass es ein Museum der Kultur der Karpatendeutschen gibt, mit Ausstellungen im In- und Ausland und eigener Publikationsarbeit, ist eng mit seinem Namen verbunden. Und auch im Karpatendeutschen Verein hat er über viele Jahre Verantwortung übernommen. Diese Lebensleistung verdient großen Respekt. Er wird uns fehlen.“
Der Stiftungsratsvorsitzende der Stiftung Verbundenheit, Hartmut Koschyk, schrieb: „Mit Dr. Ondrej Pöss verliert die Deutsche Minderheit in der Slowakei, aber auch die deutschen Minderheiten insgesamt eine der prägendsten Führungspersönlichkeiten.“
Handlová/Krickerhau, die Heimatstadt von Dr. Ondrej Pöss, erinnert unter anderem an seine Verdienste um den Ort, das Haus der Begegnung der Karpatendeutschen dort sowie die Ausstellungen, um die er sich verdient gemacht hat: „Mit seinen Aktivitäten und seiner fachlichen Expertise trug er maßgeblich zum guten Zusammenleben aller Bürger der Slowakei bei – unabhängig von Nationalität oder Religionszugehörigkeit.“
Auch Vertreter anderer Vereine und Minderheiten haben dem Karpatendeutschen Verein ihr Beileid ausgedrückt, wie Csemadok, der Ungarische Gesellschafts- und Kulturverband in der Slowakei.
Das Slowakische Nationalmuseum würdigte seine fachliche Arbeit und seinen unermüdlichen Einsatz für die Erforschung, den Schutz und die Präsentation des kulturellen Erbes der Karpatendeutschen, die einen bleibenden Beitrag zur slowakischen Museologie sowie zum weiteren fachlichen Umfeld darstellen. Mit seinem Wirken habe er wesentlich zum Aufbau von Brücken des Verständnisses zwischen den Gemeinschaften beigetragen.
Die deutschsprachige Sektion von Radio Slowakei International widmet Dr. Ondrej Pöss ein Tagesthema und erinnert, dass er immer ein offenes Ohr hatte, die Redaktion über Neuigkeiten aus dem karpatendeutschen Vereinsleben informierte, Interviews gab und bei der Ideenfindung für Projekte half – stets mit Ruhe, Bescheidenheit, leisem Humor und ebenso zurückhaltender Durchsetzungskraft.
Die Mitarbeiter des Museums, das Dr. Ondrej Pöss gegründet und rund zwei Jahrzehnte geleitet hat, bezeichneten ihn als „nicht nur ein Vorbild an Professionalität, sondern vor allem ein bescheidener Mensch mit einem gütigen Herzen, der die Welt durch seine Freundlichkeit, Empathie und seine seltene menschliche Gelassenheit ein Stück schöner gemacht hat.“

Red
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