Regionaltreffen der Karpatendeutschen in Schwedler/Svedlar

Regionaltreffen der Karpatendeutschen in Schwedler

Ein weiteres Jahr ist vergangen, seit wir uns zuletzt in Schwedler zum Regionaltreffen versammelt hatten. Und wie so oft gilt: Ein Jahr älter – ein Jahr reicher. Reicher an Begegnungen, an gemeinsamer Arbeit und an Erinnerungen, die unsere Gemeinschaft tragen.

Nach der gemeinsam gesungenen Zipser Hymne begrüßten wir in Schwedler/Švedlár  Landsleute aus Deutschland sowie Delegationen aus Schmöllnitz/Smolník, Einsiedel an der Gölnitz/Mníšek nad Hnilcom und Schmöllnitz Hütte/Smolnícka Huta. Neu aufgenommen wurde Phar. Dr. Alois Bretz.

Besonders gefreut haben uns die herzlichen Pfingstgrüße von Prof. Dr. Ferdinand Klein und seiner Gattin Dr. Anna Klein-Krušinová, die uns aus Bad Aibling erreichten. Ebenso schön war die Teilnahme unserer Landsleute Walter Patz und Michael Wenzel, die trotz ihres Wohnsitzes in Deutschland, der alten Tradition folgen und jedes Jahr zu Pfingsten nach Schwedler zurückkehren. Ihre Anwesenheit zeigt, wie lebendig die Verbundenheit unserer Landsleute mit ihrer Heimat geblieben ist.

Gedenken und Rückblick

In einer Schweigeminute erinnerten wir an Frau Aranka Stigloher Lipták, Herrn Ján Patz und besonders an Dr. Ondrej Pöss, dessen jahrzehntelanges Wirken als Vorsitzender, Historiker und Bewahrer unseres kulturellen Erbes unvergessen bleibt. Auch der neue Vorsitzende Patrik Lompart wurde gewürdigt – seine Wahl verbindet Kontinuität mit neuen Impulsen.

Der Unterzipser gemischte Chor überzeugte beim Kulturfest „Fénix“ in Margarethen und im evangelischen Kirchenraum in Wagendrüssel/Nálepkovo. Im Museum der Zips/Múzeum Spiša erinnerten wir uns außerdem an die Tragödie von Prerau/Přerov 1945 – ein stiller Moment des Gedenkens, der die Bedeutung der Erinnerungskultur unterstrich.

Pfingstgedanken

Goethes Pfingstgedichte, vorgetragen von Oswald Lipták, gaben dem Treffen eine ruhige, nachdenkliche Note. Seine Verse über Natur, Erneuerung und den stillen Atem des Pfingstgeistes passten gut zur Atmosphäre des Nachmittags. Die zeitgleich stattfindende Konfirmation im Park der evangelischen Kirche – unter der Statue von Franz Ratzenberger – verband Glaube, Sprache und Tradition auf besondere Weise.

Die deutsche Sprache spielte eine wichtige Rolle und erinnerte an die jahrhundertelange Mehrsprachigkeit der Karpatendeutschen. An diesem Nachmittag fanden Jung und Alt leicht eine gemeinsame Sprache – im Gespräch, im Gesang, in Erinnerungen und in kleinen Alltagsgeschichten, die von früher bis heute reichen. Man spürte, dass die Ortsgruppe nicht nur ein organisatorischer Rahmen ist, sondern ein lebendiger Raum, in dem Menschen einander zuhören, voneinander lernen und gemeinsam weitergehen.

Programm zum Muttertag

Laura Ivančová, Enkelin von Ing. Gabriela Ivančová, und Peťka Patzová gestalteten das Programm mit Liedern wie „Ich bin ein wildes Mädchen“, „Mama“, „Liebe Mamma“ und dem Volkslied „Ein rotes Äpfelchen trag’ ich in der Tasche“. Ihre Darbietungen verliehen dem Nachmittag Herzlichkeit und zeigten, dass die Sprachrevitalisierung in unserer Gemeinschaft weiterlebt.

Ein besonderer Höhepunkt des Jahres wird die historische Jubiläumsfeier der Bahnstrecke Margarethen/Margecany – Rotenstein/Červená Skala am 5. September 2026 sein. Die nostalgische Dampfzugfahrt führt über eine Strecke, die seit 90 Jahren Menschen, Landschaften und Geschichten verbindet. Während des Aufenthalts in Einsiedel an der Göllnitz wird eine neue Gedenktafel feierlich enthüllt und gesegnet – ein wichtiger Moment für die Erinnerungskultur der Region.

Abschluss im Geiste des Pfingsten

Die Versammlung endete mit dem Lied „Schwedler ist ein schönes Städtchen“. Die Vorsitzende dankte allen Anwesenden und wünschte Kraft und Zuversicht für die kommenden Monate – im Geiste des Pfingsten, das uns jedes Jahr neu verbindet.

Unser aufrichtiger Dank gilt allen Anwesenden, die durch ihre Teilnahme, ihre Zeit und ihre Verbundenheit zum Gelingen des Treffens beigetragen haben.

Die Aktivitäten der Ortsgruppe Schwedler werden im Rahmen der Jahresprojekte vom Fonds zur Förderung der Kultur der nationalen Minderheiten der Slowakischen Republik sowie vom Bundesministerium des Innern in Deutschland unterstützt.

Oswald Lipták