Seniorentreffen in Schwedler

Zweiter Seniorennachmittag in Schwedler

Am Samstag, dem 24. April, fand im historischen Pfarrhaus der evangelischen Kirchengemeinde Augsburger Bekenntnisses in Schwedler/Švedlár das zweite Seniorennachmittagstreffen statt. Das sonnige Frühlingswetter legte einen warmen Schimmer auf das alte Gemäuer, und die ruhige Atmosphäre im Konventzimmer schien den Ton des Nachmittags bereits vorzugeben.

Gemeindekaplänin Gabriela Gdovinová begrüßte die Anwesenden mit einem gemeinsamen Gebet. In der Stille, die darauf folgte, war eine besondere Verbundenheit zu spüren – jene stille Kraft, die die ältere Generation wie einen Schatz bewahrt und weiterträgt.

Hauptgast des Nachmittags war Alt-Senior und Pfarrer Samuel Linkesch, der seine Wurzeln in Schwedler hat. Mit einem Lächeln stellte er sich vor: „Ich bin eigentlich ein Senior im Quadrat – zuerst im Amt, und jetzt auch dem Alter nach.“ Diese selbstironische Bemerkung öffnete die Herzen und leitete zu seinem zentralen Thema über.

Vier Aspekte der Auferstehung

Pfarrer Linkesch widmete sich den vier Aspekten der Auferstehung Jesu Christi – dem Kern der Osterbotschaft. Er erinnerte daran, dass die Auferstehung keine Metapher, sondern eine Wirklichkeit ist, die den Blick auf das Leben verändert; dass das leere Grab neue Hoffnung schenkt; dass Christi Sieg über den Tod Grundlage christlicher Zuversicht ist; und dass die Himmelfahrt das göttliche Versprechen trägt, dass unser Weg nicht an den Grenzen dieser Welt endet.

Er sprach auch jene Einwände an, die die Auferstehung seit Jahrhunderten begleiten – von der Hypothese eines „gestohlenen Leichnams“ über die Theorie eines „Scheintodes“ bis hin zu Zweifeln an der Zuverlässigkeit der Evangelien oder der Deutung der Erscheinungen als Halluzinationen. Doch keiner dieser Einwände, so zeigte er, kann die radikale Wandlung der Jünger erklären: Männer, die sich aus Angst zerstreuten, wurden nach der Begegnung mit dem Auferstandenen zu mutigen Zeugen ihres Glaubens.

Ein Moment der Stille

Während des Vortrags ließ ich meinen Blick durch den Raum schweifen – zur linken Seite die Vorsitzende der örtlichen Gruppe des Karpatendeutschen Vereins, Ing. Gabriela Ivančová, zur rechten Seite die Presbyterin Magdaléna Loyová. Die Nachmittagssonne fiel durch die Fenster und legte ein weiches Licht auf die Gesichter der Anwesenden. In ihnen erkannte ich Güte, Wärme und einen stillen Frieden, der von innen heraus zu kommen schien. Als wir zum Gebet und Segen aufstanden, fiel mein Blick auf das Bild Martin Luthers und sein Wort: „Wes des Herzens Überfluss ist, des geht der Mund über.“ In diesem Augenblick wusste ich: Ja, der Herr war mitten unter uns – im Wort, im Frieden, in den Menschen um mich herum.

Das einfühlsame Orgelspiel von Kantor Erich Rösner erfüllte den Raum und trug die Stimmung des Nachmittags weiter. Für den reibungslosen Ablauf sorgten Kaplänin Gdovinová und Gemeindevorsteherin Ing. Zuzana Patzová; die Bewirtung übernahmen die fleißigen Schwestern der Gemeinde, deren fürsorgliche und geschickte Hände – vor allem unserer jungen Damen – für eine warme und einladende Atmosphäre sorgten.

Und natürlich durfte auch das traditionelle Kaffee-und-Kuchen-Beisammensein nicht fehlen – denn so sehr es stimmt, dass „der Mensch nicht vom Brot allein lebt“, so ist doch ebenso wahr, dass ein Nachmittag ohne etwas Gutes auf dem Teller nur halb so fröhlich wäre. Die liebevoll belegten Brötchen und das süße Gebäck fanden großen Anklang; besonders Denisa Münnichová trug mit ihrem Einsatz dazu bei, dass niemand hungrig blieb und alle sich willkommen fühlten.

Im Anschluss stellte Pfarrer Linkesch die neu aufgelegte Predigtsammlung „Unverdiente Gnade“ vor und erinnerte an die drei reformatorischen Grundsätze – sola deo (Gott allein), sola scriptura (die Schrift allein) und sola gratia (die Gnade allein) –, die das geistliche Fundament der lutherischen Tradition bilden.

Pfarrer Linkesch bei seinem Vortrag
Pfarrer Linkesch bei seinem Vortrag

Mehrsprachigkeit, Erinnerungskultur und Blick auf die Pfingsttage

Da viele Anwesende deutscher Herkunft waren, spielte die deutsche Sprache eine besondere Rolle. Sie erinnerte an die jahrhundertelange Mehrsprachigkeit der Karpatendeutschen – ein Zeichen friedlichen Zusammenlebens. „Im Anfang war das Wort“ – dieser Satz prägte den Nachmittag und führte zu der Frage, was eine Gemeinschaft über Generationen trägt.

Gleichzeitig richteten sich die Gedanken bereits auf die bevorstehenden Pfingsttage, an denen traditionell viele unserer Landsleute aus Deutschland und Österreich ihre Heimatdörfer besuchen. Solche Begegnungen zeigen jedes Jahr aufs Neue, wie lebendig die Verbindung zwischen Vergangenheit und Gegenwart bleibt.

Heimat wächst dort, wo Menschen einander begegnen. Solche Nachmittage zeigen, wie eng der einzelne Mensch mit der Geschichte seiner Region verbunden bleibt. Sprache, Kultur und persönliche Lebenswege formen Identität – oft auch in Mehrsprachigkeit. Für manche bleibt die Identität als „Karpatendeutscher“ ein stiller, aber beständiger Teil ihres Lebens.

Fazit

Solche Treffen erinnern daran, dass Erinnerungskultur nicht nur bewahrt, sondern gelebt werden muss. Sie schaffen Räume, in denen Glaube, Sprache und gemeinsame Wurzeln sichtbar werden – und in denen Gemeinschaft entsteht, die trägt.

Osvald Lipták

Fotos: Ján Gdovin