Sommersprachcamp in Schwedler

Sommersprachcamp in Schwedler

Von Montag, dem 20. Juli, bis Freitag, dem 24. Juli 2026, fand bereits zum 16. Mal unser Ferienlager „Sommersprachcamp“ in Schwedler/Švedlár statt. Es bot den Kindern eine intensive Woche voller Erlebnisse, bei denen die deutsche Sprache im Mittelpunkt stand. Mit diesem vom Bundesministerium des Innern unterstützten Projekt möchten wir die kulturelle Verbundenheit sowie die deutschen Sprachkenntnisse der Kinder unserer Mitglieder aus der Unterzips stärken.

In unserer Region ist es sehr wichtig, die einzigartigen Sitten, Bräuche und den Dialekt zu bewahren und an die kommende Generation weiterzugeben. Obwohl die deutsche Sprache in den Schulen gelernt wird, bleibt der Dialekt oft unberücksichtigt. Viele Kinder streben jedoch danach, sowohl Hochdeutsch als auch ihren regionalen Dialekt zu erlernen.

Sprache, Kultur und Identität

Ziel unserer Arbeit war es, die Sprachkompetenz der Kinder zu stärken. Engagierte Lehrer vermittelten dabei den Kindern die deutsche Sprache. Dazu wurden Lieder gesungen, Gedichte und Rätsel präsentiert sowie Workshops zu verschiedenen Themen angeboten.

Ein Schwerpunkt lag auf unserer Region Unterzips und ihren Dörfern. Die Kinder lernten Schwedler/Švedlár, Einsiedel an der Göllnitz/Mníšek nad Hnilcom, Schmöllnitz/Smolník, Schmöllnitz Hütte/Smolnícka Huta, Göllnitz/Gelnica und Dobschau/Dobšiná kennen. Auch das Göllnitztal wurde erkundet.

Spielerisch wurden Sprachkenntnisse vermittelt – auch im Dialekt. So lernten sie beispielsweise die Namen der Unterzipser Dörfer: „Duafa, bí Schbaadla, Ánsídl, Šmilenc, Šmilenc Húte, Gilenc und Topšau.“

Deutsch lernen mit Spiel, Musik und Tradition

Durch gemeinsame Unternehmungen konnten die Kinder auch Teamfähigkeit entwickeln und Freude am Lernen erleben. Deutsche Vokabeln wurden unter anderem zum Thema Essen vermittelt und den Wochentagen vermittelt.

Ein weiterer Schwerpunkt waren Bräuche und Traditionen. Im Mittelpunkt standen die Kalenderbräuche, die in den verschiedenen Regionen der Slowakei gefeiert werden und teilweise bis heute erhalten geblieben sind. Gleichzeitig wurde deutlich, dass sich Bräuche, Trachten, Folklore, Musik, Tänze, Lieder, Musikinstrumente, Gedichte und auch die Aussprache des Dialekts von Region zu Region unterscheiden.

Auch die Veränderungen im Jahreslauf mit Frühling, Sommer, Herbst und Winter wurden thematisiert. Beim gemeinsamen Tischdecken und Essen wurden kulturelle Formen des Begrüßens sowie Tischregeln vermittelt. Gleichzeitig übten die Kinder das gemeinsame Sitzen, Begrüßen, Anbieten und Danken.

Gemeinschaft und gemeinsame Erlebnisse

Während des Ferienlagers gab es zahlreiche Gelegenheiten für gemeinsame Aktivitäten: Spaziergänge, Gymnastik vor dem Frühstück, Wanderungen in der Natur, Teamarbeit bei Spielen sowie eine Sportolympiade. Auch Musikinstrumente wie Klarinette, Blockflöte und Akkordeon kamen zum Einsatz.

Ausflüge führten in die Nachbargemeinden und Dörfer des Göllnitztals. Auf dem Programm standen Besuche von Kirchen, Geschäften, einer Konditorei, Bergstollen und Bergmuseen sowie eine Reise mit der Eisenbahn.

Die Sommersprachwoche dauerte fünf Tage. Insgesamt nahmen 19 Kinder teil, die von drei Lehrern und drei weiteren Betreuungspersonen begleitet wurden. Arbeitsunterlagen, Zeichnungen, Texte und weitere Arbeiten der Kinder wurden gesammelt. Die Teilnehmer und Leiter erhielten am Schluss auch Diplome. Mit einer Auswertung des Ferienlagers sowie kleinen Geschenken ging die gemeinsame Woche erfolgreich zu Ende.

Allen Teilnehmern und Organisatoren sowie dem BMI, dem Karpatendeutschen Verein und der Gemeinde Schwedler danken wir herzlich für die Unterstützung bei diesem Projekt. Ein besonderer Dank gilt unserem Landsmann und Mitglied, Herrn Prof. Dr. Ferdinand Klein aus Deutschland, der bereits bei der Gründung des Projekts eine wichtige Rolle spielte (Bildungsseminar 2011) und uns diese gute Idee näherbrachte.

Gabriela Ivančová