Sommersprachcamp Svedlar

Sommersprachcamp in Schwedler

Eine Woche lang tauchten Kinder und Betreuer beim Ferienlager „Sommersprachcamp“ in Schwedler/Švedlár in Sprache, Kultur und Geschichte ein. Vom 14. bis 18. Juli stärkten Ausflüge zu Bergbaumuseen, kreative Workshops und gemeinsame Spiele die Deutschkenntnisse und Freundschaften.

Schwedler ist ursprünglich ein Bergbaudorf im östlichen Teil des Slowakischen Erzgebirges. Es erstreckt sich an beiden Ufern des Flusses Göllnitz/Hnilec und zählt zu den ältesten Siedlungen des Tales. Den Ort gründeten einst deutsche Bergleute, die der ungarische König Béla IV. ins Land eingeladen hatte. Im Göllnitztal wurde in der Vergangenheit intensiv Bergbau betrieben. So lag es nahe, dass die Hauptthemen unseres Sommersprachcamps in Schwedler die Geschichte der Region und ihre Bergbaumuseen waren.

Von Montag bis Freitag verbrachten wir gemeinsam eine schöne Zeit. Besonders freuten sich die jüngsten Teilnehmer, die zum ersten Mal an einem solchen Ferienlager teilnahmen. Der Wochenplan war klar festgelegt und das Wetter größtenteils hervorragend.

Die Kinder lernten in einer „fiktiven Schule“ deutsche Vokabeln zu den Themen Familie, Zahlen, Farben, Jahreszeiten, Kinderlieder, Gedichte sowie Musik. Alles stand unter der Leitung von drei Lehrerinnen: Gabi, Magdalena und Kristina.

Am Montag begann das Camp mit einer Vorstellungsrunde und einem Besuch der Kirchen in unserem Dorf: der römisch-katholischen Kirche St. Margita und der evangelischen Kirche mit dem Franz-Ratzenberger-Denkmal im Kirchengarten. Den ersten Tag eröffneten wir mit dem Gedicht „Ich bin ich, du bist du“. Danach folgten die Zahlen von 1 bis 20 mit dem Reim „Eins, zwei, Polizei“ und das Thema Familie mit Arbeitsblättern und einem Memory-Spiel.

Auf den Spuren des Bergbaus

Am Dienstag fuhren wir ins Bergbaumuseum nach Schmöllnitz/Smolník. Dort gab es eine wunderbare Präsentation, einen Film und eine Führung durch Herrn Otomar Vasilco. Die Kinder lernten viel Neues und hatten besondere Erlebnisse, vor allem beim Abstieg in den Stollen unter dem Museum. Nach dem Mittagessen im Haus der Elisabeth besichtigten wir noch zwei Kirchen. Auf dem Stadtplatz machten wir viele Fotos vor dem Bergbaudenkmal.

Am Nachmittag malten wir das kulturelle Erbe unserer Ahnen, das derzeit von den Ortsgruppen des Karpatendeutschen Vereins in Schwedler, Einsiedel an der Göllnitz/Mníšek nad Hnilcom, Schmöllnitz, Göllnitz/Gelnica, Schmöllnitz Hütte/Smolnícka Huta und Dobschau/Dobšiná weiterentwickelt wird. Besonders wichtig ist uns dabei, dass die Muttersprache der deutschen Minderheit, die hier noch immer lebt, erhalten bleibt.

Ausflug nach Göllnitz

Am Mittwoch fuhren wir in unsere Kreisstadt Göllnitz, eine stille, aber historisch bedeutende alte Königsbergstadt. Sie besitzt ein schönes Museum und erinnert mit ihrem Stadtpark und der Bergmannsstatue vor dem Bergbaumuseum an ihre reiche Geschichte. In der Ausstellung erfuhren wir viel über den Abbau von Gold, Silber, Kupfer und Eisen.

Am Nachmittag fuhren wir mit dem Kinderzug Gelko, der Platz für 29 Personen bietet, nach Turzov. Oben angekommen, erwarteten uns ein Teich, ein hölzerner Bergmann und Gebäude aus dem Zweiten Weltkrieg – unvergessliche Erinnerungen für uns alle. Es war ein wunderschöner, sonniger Tag. Die Kinder hat alles interessiert und wir Erwachsene haben uns sehr darüber gefreut. Am Abend bastelten wir noch gemeinsam und malten das Göllnitztal in unsere Arbeitshefte.

Blick auf Kaschau und bunter Maskenball

Am Donnerstag regnete es den ganzen Tag und ein Gewitter zog auf. So kürzten wir unseren Ausflug und hörten stattdessen einen Vortrag über das Bodvatal und Kaschau/Košice. Viele Teilnehmer kannten Košice bereits, waren mit den Eltern dort einkaufen, am Flughafen oder im Zoo. Im Ferienlager erfuhren sie aber mehr über die Denkmäler der Stadt. Gemeinsam lernten wir durch Bilder, Bücher und Spiele die Sehenswürdigkeiten intensiver kennen – vom Theater über die singende Fontäne bis zum Elisabethdom und dem Slowakischen Technischen Museum.

Am Nachmittag veranstalteten wir einen Maskenball mit einem kurzen Programm, Spielen, Tombola, Preisen, Tanz, Gesang und Musik – ein voller Erfolg.

Am Freitag, dem letzten Tag, besuchten wir gemeinsam das Rathaus, wo wir Informationen über die Arbeit der Angestellten und Ratsmitglieder erhielten. Danach ging es für die Kinder noch zum Sportplatz in Schwedler. Mit der Auswertung der Lageraktivitäten, einem Rückblick und einer Vorschau, der Vergabe von Urkunden und Geschenken sowie vielen Erinnerungen endete unsere schöne gemeinsame Zeit, die wie im Flug vergangen war. Die Kinder waren sehr brav und fleißig, einige nutzten auch die Hilfe von Freunden und Lehrern.

Wir freuen uns schon jetzt darauf, uns im nächsten Jahr wiederzusehen und wünschen allen viel Gesundheit. Mein persönlicher Dank gilt allen Teilnehmern für die gute Zusammenarbeit und der Gemeinde Schwedler für ihre Hilfe, genauso dem Bundesministerium des Innern in Deutschland und dem KDV in der Slowakei für die große Unterstützung. So können wir gemeinsam die junge Generation bilden und fördern.

Gabriela Ivančová