Studienreise der Karpatendeutschen Landsmannschaft in die Slowakei

Studienreise in die Slowakei

Der Kreisverband München-Oberbayern der Karpatendeutschen Landsmannschaft Slowakei e. V. machte sich Ende Juli auf den Weg in die Slowakei.

Vorab möchte ich mich ganz herzlich bei Präsident a.D. Dr. Rudolf Schuster, Botschafter Dr. Thomas Kurz und dem Bürgermeister aus Kremnitz/Kremnica, Martin Novodomec, für die Zeit, die sie uns während unserer Studienreise in die Slowakei gewidmet haben, bedanken.

Ein herzliches Dankeschön auch an die Vorsitzenden der Karpatendeutschen der Regionen, Michal Stolár und Hilda Steinhübl sowie deren Unterstützer, Wilma Bröstl sowie Ivo Stric für die perfekte Gestaltung der Programme.

Vom 29. Juli bis 6. August haben wir unsere Studienreise durch die Slowakei unternommen. Sie führte uns zuerst nach Pressburg/Bratislava. Schon am ersten Abend haben einige Unermüdliche mit mir einen Spaziergang durch die wunderschöne Stadt bei Nacht gemacht.

Herr Stolár, der Vorsitzende der Karpatendeutschen in Pressburg, hatte für uns ein gehaltvolles Programm zusammengestellt. Treffpunkt war am nächsten Tag das SNM-Museum der Kultur der Karpatendeutschen, dort konnten sich diejenigen, die das Land noch nie bereist hatten, einen ersten Eindruck von der Geschichte und Kultur der deutschen Minderheit machen. Über Bösing/Pezinok fuhren wir dann zur Bibersburg/Červený Kameň, wo wir eine detaillierte Führung erhielten. Den Abschluss dieses ereignisreichen Tages bildete ein kleiner Rundgang durch Pressburg, in dem es immer wieder neue Ecken zu entdecken gab.

Fahrt in die Zips

Am nächsten Morgen ging es weiter nach Kaschau/Košice. Nach der langen Fahrt erkundeten wir am Abend nur noch die Umgebung des Hotels. Am nächsten Morgen hat uns Frau Urbančoková vom Büro des Karpatendeutschen Vereins in Kaschau eine Führung organisiert. Herzlichen Dank dafür. Herr Paulik führte uns fast zwei Stunden mit sehr aufschlussreichen Informationen durch diese historisch reiche Stadt.

Bei unserem Besuch in Kaschau
Bei unserem Besuch in Kaschau

Nach einer kleinen Pause ging es weiter nach Metzenseifen/Medzev. Dort wurden wir von Frau Bröstl, der Vorsitzenden der KDV-Ortsgruppe in Metzenseifen, erwartet. Hier besuchten wir zuerst das „Schuster-Museum“. Es ist das Geburtshaus des Präsidenten Rudolf Schuster, das ein Technik-Museum mit Schwerpunkt Film- und Fotogeräte beherbergt. Im Nebengebäude bekamen wir noch eine Hammermühle zu sehen. Im Anschluss lud uns Frau Bröstl ins Haus der Begegnung ein und führte uns in die Geschichte Metzenseifens ein.

Nach dem Abendessen im Hotel besuchte uns Präsident a.D. Dr. Schuster, obwohl er vor drei Tagen erst aus dem Krankenhaus entlassen wurde. Bei dieser Gelegenheit stellte ich ihm Herrn Dr.h.c. Christian Knauer, Bayerns Vorsitzender des BDV vor, den er vor Jahren bereits in München kennenlernen durfte. Außerdem den Vorsitzenden der Deutschen aus Ungarn in Bayern, Georg Hodolitsch sowie Herta Daniel, die Bundesehrenvorsitzende der Siebenbürger Sachsen und Christine Lehr, Obfrau der Karpatendeutschen in Österreich. Sie alle erkundeten mit uns die Slowakei.

Am nächsten Morgen ging es zur Zipser Burg, eine der größten Burganlagen Europas und UNESCO-Weltkulturerbe. Ganz fleißig erklommen wir die Anlage, auch die etwas Betagteren ließen es sich nicht nehmen, diesen historischen Ort zu begehen. Mit dem Besuch des Zipser Kapitels beendeten wir den Besuch in der Zips.

Weiter ins Hauerland

Am nächsten Morgen ging es weiter nach Kremnitz/Kremnica. Dort erwartete uns die Vorsitzende der Karpatendeutschen des Hauerlandes, Frau Hilda Steinhübl, mit Herrn Ivo Stric. Seine Vorfahren stammen aus Oberstuben/Horná Štubňa und er hat zuerst mit seiner Familie, später mit Oberstuben und mittlerweile mit dem Hauerland begonnen, Bilder und Dokumente zu sammeln und sie auf dem Internetportal PamMap hinterlegt. Am ersten Abend erzählte er von seiner jahrelangen, ehrenamtlichen Arbeit. Im Anschluss hatten die anwesenden Hauerländer sehr viele Fragen an ihn.

Tags darauf führte Herr Stric uns ins Archiv der Stadt Kremnitz. Dort durften wir unter anderem das Stadtbuch und Urkunden aus der Region besichtigen. Im Anschluss empfing uns Bürgermeister Martin Novodemec und wir trugen uns alle ins Gästebuch ein. Die sehr feierliche Begegnung endete mit einem Gläschen „Kremnitzer Ringbürger“. Sehr aufgeschlossen zeigte sich der Bürgermeister für einen Austausch mit Geretsried. Der Besuch im Rathaus endete mit einem Gang in das Kellergewölbe des Hauses. Herr Stric führte uns anschließend mit seinem enormen Wissen und lebendigen Geschichten durch die historischen Gemäuer.

Bei unserem Besuch in Kremnitz
Bei unserem Besuch in Kremnitz

Da viele Reisende nach einem typischen slowakischen Essen verlangten, meldete ich uns bei einer Koliba in Bad Stuben/Turčianske Teplice an und empfahl die Gerichte „Držková polievka“ und Halušky mit Brimsen oder Kraut.

In Oberstuben erwarteten uns Frau Steinhübl und Einheimische mit Kaffee und Gebäck. Der hiesige Chor unterhielt uns mit fröhlichen und auch besinnlichen Volksliedern. Beim Oberstubner Heimatlied wurde es sehr emotional, da einige der Mitreisenden zum ersten Mal seit ihrer Vertreibung im Jahre 1944 ihren Heimatort wiedersahen. Auf Anregung von Herrn Hodolitsch wurde noch einmal zum Tanz aufgespielt und viele schwangen das Tanzbein.

Im Anschluss besuchten wir die Kirche und dort überraschte uns die Chorleiterin Alžbeta Kočišová mit ihrer wunderbaren, klaren Stimme und ihrem Orgelspiel. Im Anschluss besuchten wir den Friedhof mit noch vielen deutschen Gräbern. Am Abend zeigte Herr Stric einige historische Fotos aus seiner umfangreichen Sammlung.

An unserem letzten Reisetag ging es wieder nach Pressburg. Dort hatte Herr Stolár im Haus der Begegnung alles für den Besuch des deutschen Botschafters, Herrn Dr. Kurz, vorbereitet. Herr Dr. Kurz berichtete erst von seiner Arbeit, erzählte seinen Werdegang und im Anschluss durften wir Fragen stellen, was ausgiebig genutzt wurde.

Austausch mit dem deutschen Botschafter in der Slowakei Dr. Thomas Kurz
Austausch mit dem deutschen Botschafter in der Slowakei, Dr. Thomas Kurz

Herrn Dr. h.c. Christian Knauer danke ich sehr für die warmen Worte an unserem letzten Abend sowie seine Unterstützung. Aber auch jedem anderen Mitreisenden und unserem Busfahrer Peter Rapp bin ich sehr zu Dank verpflichtet, denn nur durch ihren Beitrag konnten wir eine erlebnisreiche Reise am 6. August mit vielen Umarmungen und sechs neu gewonnen Mitgliedern beenden!

Josefine Hogh