Tage des Frühlings und der Hoffnung
Das Leben vergeht schnell. Mit großer Freude haben wir das Jahr 2026 begrüßt – und schon liegen die ersten Monate hinter uns wie der Schnee. Die Tage werden länger, der Frühling hält Einzug, und ein Sprichwort scheint aktueller denn je: Eine Primel erschließt den Sommer.
Mit den ersten Blüten kamen auch die Osterfeiertage. Ostern ist das wichtigste Fest der Christen. Es steht für die Auferstehung Jesu Christi – für den Sieg des Lebens über den Tod und für die Hoffnung auf ein ewiges Leben. In der Slowakei sind die Ostertraditionen bis heute lebendig. Die Karwoche mit Gründonnerstag, Karfreitag und Karsamstag erinnert an die letzten Tage Jesu. Am Ostersonntag bringen Gläubige ihre Speisekörbe zur Segnung in die Kirche – ein Brauch, der vielerorts noch immer gepflegt wird. Am häufigsten sieht man Schinken, Wurst, Käse oder Eier in den Körben.
Auch der Ostermontag ist von Traditionen geprägt: Die Jungen bereiten selbstgeflochtene Weideruten vor, mit denen sie die Mädchen schlagen. Außerdem begießen sie sie mit reichlich frischem Wasser aus den Brunnen oder dem Bach – ein symbolischer Brauch, der Gesundheit und Schönheit im kommenden Jahr bringen soll. Als Dank erhalten sie von den Mädchen kleine Gaben: Eier, Speck, Zwiebel und auch Schnaps. Solche Sitten zeigen, wie tief kulturelle und religiöse Wurzeln in unserer Gesellschaft verankert sind – auch durch das Zusammenleben verschiedener Volksgruppen über Jahrhunderte hinweg. Gute Sitten und Traditionen übernimmt man sehr schnell. Da fällt mir noch eine Tradition ein, die bei uns gepflegt wird: Die kleinen Buben suchen zuhause Eier, die der Osterhase zuvor versteckt hatte. Mit meinen zwei Enkelkindern haben wir immer viel Spaß beim Suchen, denn der Hase versteckt die Eier an verschiedenen Orten und man weiß nie, ob man schon alle Schokoladeneier gefunden hat.
Ostern ist aber nicht nur ein Fest der Tradition, sondern auch eine Zeit der Hoffnung. Die Natur erwacht zu neuem Leben und mit ihr wächst der Wunsch nach einem besseren Morgen.
Gerade in unserer momentanen Zeit ist dieser Wunsch besonders stark. Kriege und Konflikte in unserer Nähe und in der Welt bringen Unsicherheit und Leid. Sie belasten nicht nur die Gegenwart, sondern auch die Zukunft der kommenden Generationen. Umso wichtiger ist die Hoffnung auf verantwortungsvolles Handeln und auf Frieden.
Viele von uns kennen den Krieg nur aus Erzählungen – und das sollte auch so bleiben. Die junge Generation sollte in einer Welt aufwachsen, in der Frieden selbstverständlich ist. In diesem Sinne wünsche ich Ihnen Gesundheit, Zuversicht und Frieden – und dass unsere Kinder und Enkel in einer sicheren und hoffnungsvollen Welt leben können.
Peter Sorger
Vorsitzender der KDV-Region Bodwatal
und Vorsitzender der Karpatendeutschen Assoziation
