Unser ehemaliges Staatsoberhaupt wird 92
Der aus Metzenseifen/Medzev stammende Ex-Präsident Dr. Rudolf Schuster feiert am 4. Januar 2026 seinen 92. Geburtstag. Der Bauingenieur hat seine Heimatstadt nie vergessen. Seine politische Laufbahn begann in Kaschau/Košice als Oberbürgermeister (1983–1986 sowie 1994–1998) und führte ihn über den Vorsitz des Nationalausschusses des Ostslowakischen Bezirks (1986–1989), zum Parlamentspräsidenten in Pressburg/Bratislava (1989–1990), dann zum Botschafter der Tschechoslowakei in Kanada (1990–1992) und schließlich zum Präsidenten der Slowakei (1999–2004).
Sein Herz schlägt für Kaschau. Rudolf Schuster hat die Stadt, die er durch zwei Amtsperioden als Oberbürgermeister entscheidend prägte, in sein Herz geschlossen und in seine Bücher und Filme in besonderer Weise einbezogen. Das 1997 in slowakischer Sprache und 2016 in einer stark überarbeiteten Form in drei Sprachen erschienene Buch „Hlavná“ über die Geschichte und Rekonstruktion der Hauptstraße ist ein markantes Beispiel. Es erschien 2025 erneut, diesmal auch in Ungarisch und Deutsch. Anfang 2026, etwa zu seinem Geburtstag, erhält dieses dokumentarische Werk durch „Moje milované Košice“ (Mein geliebtes Kaschau) eine aus dem Herzen geschriebene Ergänzung. Sein letztes filmisches Werk „S prezidentom po Košiciach“ (Mit dem Präsidenten durch Kaschau) zeigte das slowakische Fernsehen am 12. Oktober.
Das Interesse an Fotografie und Film hatte ihm der Vater in die DNA gelegt. Es ist von seinem Leben nicht zu trennen. Bis heute fotografiert und filmt er, schreibt Drehbücher, ist Regisseur und sogar Schauspieler. Er spricht Texte in seinen Dokumentarfilmen, er singt slowakische, deutsche und ungarische Lieder, die als Ton- oder Videodokumente abrufbar sind. Den ersten Film drehte er 1950, noch als Student der Industriebauschule in Košice. Die Filme dieser Zeit entstanden durch handwerkliches und technisches Können bei präziser Arbeit.
In einem späteren Film zeigt er, wie er damals mit Filmprojektor, Tonbandgerät, Mikrofon, schriftlich vorbereiteten Spracheinblendungen, Stoppuhr und Drehbuch selbständig einen Film zusammenstellte – ein Lehrstück für alle angehenden Filmemacher!
Viele Pläne für die Zukunft
Weit fortgeschritten sind seine Arbeiten an drei Filmen, die sich mit Problemen des Umweltschutzes befassen. Sie verwenden Aufnahmen aus seinem umfangreichen Filmarchiv und sollen auf die Sensibilität der Natur gegenüber unbedachten Entscheidungen von Politik und Wirtschaft hinweisen.
Auf ein weiteres, vermutlich in der zweiten Hälfte des Jahres 2026 erscheinendes Buch mit dem Titel „Protokol bez protokolu“ können wir sehr gespannt sein. Rudolf Schuster berichtet darin über seine diplomatische Arbeit, in der er auch dem offiziellen Protokoll ausweichen musste oder wollte. Ein besonders schönes Beispiel aus seiner Amtszeit als Präsident der Slowakei ist die Weihnachtsfeier, zu der er die ausländischen Botschafter einlud. In deren Rahmen initiierte und dirigierte der auch als Sänger großartige Rudolf Schuster das gemeinsame Singen von „Stille Nacht, Heilige Nacht“.

Ganz außerhalb aller Protokolle wünschen die Leser des Karpatenblattes dem Jubilar gute Gesundheit und viel Schaffenskraft für 2026!
Dr. Heinz Schleusener
