Der Besuch der Orten von Martin Luther

Wie wir in Deutschland auf den Spuren Martin Luthers unterwegs waren

Ich heiße Sonička Andrašová und bin elf Jahre alt. Ich bin von der Kirchengemeinde der Evangelischen Kirche Augsburgischen Bekenntnisses in Botzdorf/Batizovce. Ich habe zum ersten Mal an einer Bildungsreise teilgenommen, die dem Thema “Auf den Spuren Dr. Martin Luthers” gewidmet war. Die Reise dauerte sechs Tage, in denen ich viele neue Informationen und interessante Dinge erfahren habe.

Die erste Stadt in Deutschland, in die wir kamen, war Dresden. Nachdem wir uns dort einquartiert hatten, machten wir uns sofort auf den Weg in die Stadt. Wir sahen eine große Statue von Martin Luther, bei der wir ein Foto machten. Im Hintergrund beeindruckte uns die große Frauenkirche. Wir spazierten auch am Ufer der Elbe entlang. Außerdem sahen wir ein riesiges Mosaik, auf dem die deutschen Herrscher dargestellt sind.

Am nächsten Morgen fuhren wir nach Weimar, wo wir die Stadtkirche St. Peter und Paul besuchten. Dort befindet sich ein wertvolles Gemälde des Malers Lucas Cranach. Es zeigt Christus am Kreuz, dessen Blut aus seiner Seite auf die Köpfe der Menschen fließt und sie von ihren Sünden reinwäscht. Lucas Cranach war ein sehr bedeutender Maler der Reformation, der auch Martin Luther und seine Familie porträtierte. Nach einem leckeren Mittagessen in einem italienischen Restaurant machten wir auf dem Marktplatz ein Foto am Denkmal der bedeutenden deutschen Schriftsteller Goethe und Schiller. Noch am selben Tag fuhren wir weiter nach Erfurt, wo wir das Augustinerkloster besuchten, in dem Martin Luther als Mönch wirkte. In Erfurt besichtigten wir auch den gotischen Dom, der über der Stadt thront. Von dort hatten wir eine wunderschöne Aussicht auf die Stadt und die Umgebung.

Auf zur Wartburg

Am dritten Tag fuhren wir morgens zur Wartburg. Neben einer schönen Führung durch die alte Burg sahen wir auch das Zimmer Martin Luthers, in dem er das Neue Testament in nur elf Wochen ins Deutsche übersetzte. Von der Wartburg aus ging es weiter nach Eisenach. Dort besuchten wir das Museum des bedeutenden Komponisten Johann Sebastian Bach. Am besten gefiel mir, dass ich seine Musik in einem Schaukelstuhl anhören konnte. Kurz darauf hielten wir auch in der Kirche St. Georg, wo ich auf einen kleinen bunten Zettel ein Gebet für meine Mama und meinen Papa schrieb und diesen anschließend an einem Holzkreuz befestigte.

Den vierten Tag verbrachten wir in der schönen Stadt Eisleben. Dort besuchten wir die Kirche, in der Martin Luther getauft wurde. Besonders auffällig war das ungewöhnliche Taufbecken im Boden, durch das Wasser hindurch floss. Wir besuchten außerdem zwei Museen – das Geburtshaus Luthers und das Haus, in dem er starb. In der Andreaskirche, in der Luther predigte, sang unsere Gruppe vor dem Altar das Lied “Smieť žiť pre Krista” (Für Christus leben dürfen). Im Sterbehaus gab es eine interaktive Ausstellung, und meine Freundin Mirka und ich konnten dort verschiedene interaktive Spiele ausprobieren.

In der Lutherstadt Wittenberg

Am Abend fuhren wir nach Wittenberg, wo wir in einem riesigen Haus im Dachgeschoss untergebracht waren. Von dort hatten wir einen wunderschönen Blick auf den Platz mit den Statuen von Martin Luther, Philipp Melanchthon und die Stadtkirche.

Am Sonntag besuchten wir den Gottesdienst in der Schlosskirche. Wir machten ein Foto vor der Tür, an die Luther seine 95 Thesen geschlagen hat. Nach dem Gottesdienst sang unsere ganze Gruppe im Kirchenschiff die Hymne unserer Kirche “Hrad prepevný” (Eine feste Burg). Danach gingen wir in den Garten, in dem auch unser slowakischer Baum steht, der 2017 vom Generalsuperintendenten Herrn Klátik gepflanzt wurde. Wir stiegen auch auf den Turm der Schlosskirche und bewältigten gemeinsam 289 Stufen. Am Nachmittag besuchten wir das Panorama „Luther 1517“, wo wir sehen konnten, wie Wittenberg im 16. Jahrhundert aussah. Wir besichtigten außerdem das Museum Philipp Melanchthons. Dort kleidete mich Pfarrer Štefan Panuška, der uns auf der Reise begleitete, in ein Kostüm, in dem ich wie ein mittelalterlicher Gelehrter aussah.

Zwischenstopp in der Friedenskirche

Am Montagmorgen machten wir uns auf den Heimweg über Polen, wo wir die Friedenskirche “Zum Heiligen Geist” in Jawor besuchten. Es ist ein riesiges Gebäude mit vier Emporen und in die Kirche passen sechstausend Menschen. Mein Papa durfte dort sogar auf der historischen zweimanualigen Orgel spielen und unsere Gruppe sang dazu das Lied “Pán Boh je prítomný” (Der Herr ist gegenwärtig).

Auch wenn diese Reise sehr anstrengend war, weil es die ganze Zeit sehr heiß war, bin ich froh, dass ich daran teilnehmen konnte. Ich habe viele liebe und gute Menschen kennengelernt. Ich habe Orte besucht, an denen Martin Luther, Philipp Melanchthon oder Johann Sebastian Bach wirkten. Für die Weltgeschichte, aber auch für unsere eigene Geschichte, sind das sehr bedeutende Persönlichkeiten. Ich habe viele Kenntnisse gewonnen, die ich im Geschichtsunterricht und auch im Religionsunterricht weiter nutzen kann. Ich danke Herrn Samuel Miško für die perfekte Organisation der gesamten Reise.

Sonička Andrašová