Kaffee

Arabische Wörter im Deutschen

Wir benutzen in unserem Sprachgebrauch täglich viele Wörter, ohne die wir uns unsere Kommunikation nicht vorstellen können. Viele Begriffe haben wir aus anderen Sprachen übernommen. Sie haben sich bei uns eingebürgert und wir haben sie unserem Sprachgebrauch angepasst. Diese Wörter nennen wir übernommene Wörter. Sogar das Lübecker Marzipan ist auf den ersten Blick nicht Deutsch, weil das Wort Marzipan aus dem Arabischen stammt. Das Produkt ist jedoch typisch Deutsch und zum heimlichen Wahrzeichen von Lübeck geworden. Wir stellen ihnen hier noch mehr Wörter vor, die aus dem Arabischen ins Deutsche eingewandert sind:
Algebra
Algebra ist im herkömmlichen Sinn die Lehre von den Gleichungen in der Mathematik. Der Begriff lässt sich zurückführen auf den Titel eines Buchs des persisch-arabischen Gelehrten Muhammad ibn Músá al-Huwárizmí (gestorben um 847) „al-Muhtasar fí  hisáb al-gabr wa-l-muqábala“ („Abriss der mathematischen Operationen Einrenken und Gegenüberstellen“). Damit bezeichnet al-Huwárizmí zwei wesentliche Operationen zum Lösen von Gleichungen. Sie werden zwar vorher schon ähnlich definiert, das Neue aber ist, dass al-Huwárizmí sie nun in praxisnahen Rechenoperationen innerhalb des erst kurz zuvor übernommenen indischen Zahlensystems anwendet.
Alkohol
Alkohol geht ursprünglich zurück auf das arabische Wort (al-)kuhl, was übersetzt Augenpulver bedeutet. Dieses Wort hat viele Verwandte in anderen semitischen Sprachen. Schon im 2. Jahrhundert vor Christus ist das akkadische und später das assyrische guhlu belegt, ein wertvolles Kosmetikum zum Färben von Augenpartien, vermutlich mit schwarzer Farbe. Dieses Mittel war im Altertum sehr verbreitet; unter anderem Namen wird es bei den Ägyptern, Griechen und Römern erwähnt.
Kaffee

Hätten Sie gewusst, dass das Wort Kaffee eigentlich aus dem Arabischen stammt?

Kaffee
Die Kaffeepflanze der Sorte Coffea arabica hat sich im 15. Jahrhundert im Jemen, also Südarabien verbreitet. Ihr Name vom arabischen bunn stammt wahrscheinlich aus Wortformen wie buna, die in Sprachen Äthiopiens verbreitet sind. Aus den Bohnen, arabisch ebenfalls bunn genannt, stellten vermutlich zuerst jemenitische Sufis ein anregendes Getränk her, das sie arabisch qahwa nannten. Diese Bezeichnung stammt von einem alten, seltenen Wort für Wein aus der arabischen Poesie. In Deutschland taucht der Name des Getränks 1688 in den Formen Cafe und coffée auf, von denen die erste den französischen, die zweite den englischen Einfluss zeigt. Mit Coffee wird beispielweise 1734 das Getränk bezeichnet, dem ein Bürgermädchen in Bachs „Kaffeekantate“ verfallen ist. Erst ab Mitte des 18. Jahrhunderts setzte sich langsam die Form Kaffee durch.
Marzipan

Die Bezeichnung für diese Süßigkeit ist auch ein in die deutsche Sprache eingewandertes Wort.

 
Marzipan
Die aus zerriebenen Mandeln und Zucker zubereitete Süßigkeit wird zuerst in Persien unter der mittelpersischen Bezeichnung lawzénag erwähnt; vielleicht steht ihre Herstellung im Zusammenhang mit der Einführung des Zuckers (um 600 nach Christus). Die Araber übernahmen mit dem Zuckerwerk auch den Namen; das arabische Wort lauzínag ist erstmals bei dem Gelehrten al-Gáhiz (gestorben um 868) belegt. Marzipanähnliche Süßigkeiten tauchen in den folgenden Jahrhunderten vielfach in arabischen Kochbüchern auf.
Tassen

Die Tasse – ein typisch deutsches Wort?

Tasse
Ausgangspunkt des neuhochdeutschen Wortes Tasse ist das altpersische tašta in der Bedeutung „Schale“. Über das mittelpersische tašt ist das Wort ins Arabische gekommen, wo es bereits in der Prophetenbiographie des Ibn Hišám (gestorben 834) belegt ist: Zwei Männer mit weißen Kleidern sollen den noch minderjährigen Mohammed zu Boden geworfen, seinen Leib aufgeschnitten, sein Herz entnommen und es im Schnee gereinigt haben, den sie in einer goldenen Schale (tašt) mit sich trugen. Mit tašt oder tast wurden dann auch die goldenen Becken bezeichnet, die an den Herrscherhöfen zum Händewaschen vor oder nach dem Essen gereicht wurden. (Auswahl nach Andreas Unger, Von Algebra bis Zucker. Arabische Wörter im Deutschen, Stuttgart 2006)   Man kann sehen, dass die Benennungen der Gegenstände oder auch Lebensmittel, die man tagtäglich benutzt, eine sehr lange Geschichte haben. Jedes Wort hat seinen spezifischen Hintergrund. Was verbirgt sich aber hinter all den anderen Wörtern, die wir so gerne benutzen?  

Anna Fábová