Fastenzeit

Die Fastenzeit hat begonnen

Weihnachten, das Dreikönigsfest und Fasching sind vorüber und wir stehen wieder vor einem Fest – den Osterfeiertagen. Vierzig Tage vor Ostern beginnt die Fastenzeit, früher auch die Passionszeit genannt. Jesus Christus hat einst auch vierzig Tage und vierzig Nächte gefastet. Aber weshalb sollten wir Menschen sechs Wochen fasten? Am Palmsonntag und Karfreitag wird in den Kirchen aus dem Passionsbüchlein gelesen. Dort erfahren wir wie der Heiland verfolgt wurde und zuletzt seinen Leidensweg gehen musste. Um uns Menschen von unseren Sünden zu befreien, ließ er am Kreuz sein Leben. Deshalb sollen die Menschen durch Fasten und Besinnlichkeit daran erinnert werden. In der ersten Hälfte des vorigen Jahrhunderts waren die Menschen viel christlicher, bedachter und bescheidener und das Fasten wurde sechs Wochen eingehalten. Vor allem in den katholischen Familien galt der Mittwoch als sehr strenger Fasttag. In den evangelischen Familien war der stille Karfreitag der einzige große Fasttag des Jahres, aber in vielen Familien wurden in dieser Zeit Fleischgerichte reduziert und es kamen mehr Mehl und Kartoffelspeisen auf den Tisch.
Fasten heute
Von gesundheitlichen Aspekten her gesehen war das Fasten von großem Nutzen. In der heutigen Zeit wäre es auch angebracht, das Fasten einzuhalten. Vielleicht gäbe es dann weniger Infarkte und der hohe Cholesterinspiegel würde sich senken. Einst gab es aber nicht so viele verführerischen Sorten Lebensmittel wie heute, die vielen köstlichen Lebensmittelerzeugnisse locken die Menschen zum Konsumieren. Fasten bedeutet, vernünftig, mäßig und fettarm zu essen. Das nichtgegorene Matze-Brot war für die Fastenzeit geeignet, es wurde nicht nur in jüdischen Familien gegessen, sondern auch Christen kauften es. Der stille Karfreitag und der weiße Samstag waren die letzten Fasttage. Der erste Osterfeiertag, der Auferstehungstag Jesu Christi, wird dann schon mit festlichen Mahlzeiten gefeiert. Nur sollte es nicht so sein, dass man nach den Ostertagen alles einholen will und sich mit guten ausgiebigen Speisen verköstigt, denn dann hätte das Fasten keinen Sinn. Verbringen Sie eine besinnliche Fastenzeit und gesegnete Osterfeiertage!

Gizela Hliničan-Bretz