Die Finalisten von Jugenddebattiert bei der Siegerehrung.

Die Jugend debattiert im Landesfinale

„Sollte der slowakische Staat soziale Netzwerke stärker kontrollieren?“ Um diese Frage dreht sich alles beim Landesfinale von Jugend debattiert, das am 3. Juni im Pistori Palais in Preßburg/Bratislava stattfand. Der Fokus der Debatten war klar: eine sachliche und faire Argumentation.

Der jährliche Wettbewerb von Jugend debattiert hat in Deutschland schon eine lange Tradition und findet seit 2005 auch in Ländern außerhalb Deutschlands statt. Die Debattanten treten dabei zunächst in Schulwettbewerben an, bis schließlich vier Finalisten bis zum Landesfinale weiterkommen.

Das Finale wurde dieses Jahr vom Vertreter der Botschafterin in der Slowakei, Michael Reuss, eröffnet. Außerdem sprachen Ansgar Kemmann von der Hertie-Stiftung und Knuth Noke vom Goethe-Institut Prag einige einleitende Worte, bevor die Finalisten ans Podium traten.

Es wird gelost, wer für die Pro-Seite und wer für die Contra-Seite argumentiert.
Es wird gelost, wer für die Pro-Seite und wer für die Contra-Seite argumentiert.

Der Ablauf der Debatte

Die Debatten bei Jugend debattiert finden immer nach festen Regeln statt. Kurz vor der Debatte wird den Teilnehmenden zugelost, welche Position sie vertreten werden. Sie haben dann etwas Zeit, um sich vorzubereiten, bevor sie in den Positionen Pro1, Pro2, Contra1 und Contra2 antreten. Dávid Dzimko hatte die Rolle Pro1 und begann damit die Debatte mit einem Eingangsstatement zu der Frage „Sollte der slowakische Staat soziale Netzwerke stärker kontrollieren?“ Die erste Contra Position hatte Sofia Mišíková inne, bevor Michaela Tokárová als Pro2 und Petra Kvková als Contra2 zu Wort kamen. Nach den Eingangsstatements begann die freie Aussprache für einen Zeitraum von 12 Minuten. Hier begannen die Debattanten ihre Argumente aufzubauen, die Argumente der Gegenseite zu entkräften und sprachen dabei sowohl über Aspekte der Machbarkeit sowie die Frage, wer die Grenze ziehen solle, welche Inhalte auf den sozialen Medien noch erlaubt sind, und welche verboten. Am Ende hatten alle vier jeweils eine Minute Zeit, um in der Schlussrede ihre stärksten Argumente noch einmal zu betonen.

Die Jury schreibt fleißig mit, um allen vier Teilnehmenden ein Feedback zu geben.
Die Jury schreibt fleißig mit, um allen vier Teilnehmenden ein Feedback zu geben.

Nach der Debatte zogen sich die Juroren für eine halbe Stunde zurück, um die Platzierungen der vier Kandidatinnen und Kandidaten zu entscheiden. Während dessen konnte das Publikum selbst abstimmen, welche Position sie eher überzeugte und die Finalisten konnten im Podiumsgespräch über ihre Erfahrungen und zukünftigen Ziele erzählen. Bei dem Gespräch zeigte sich auch, dass alle vier lieber für die Pro-Seite argumentiert hätten.

Das Publikum zeigt, welche Seite sie überzeugender finden.

Siegerehrung

Nach der halben Stunde Besprechung bekamen alle vier Debattanten ein wertschätzendes Feedback der Jury. Bei der anschließenden Siegerehrung erhielten alle ein Teilnahmezertifikat und eine Rose überreicht. Nach reichlicher Überlegung erhielten Michaela Tokárová und Sofia Mišíková den ersten und zweiten Preis und werden damit im Herbst nach Budapest reisen und dort die Slowakei bei der nächsten Runde von Jugend debattiert vertreten. Wir wünschen den beiden Siegerinnen viel Erfolg und Spaß bei der nächsten Runde!

Die Finalisten von Jugenddebattiert bei der Siegerehrung.
Die Finalisten von Jugenddebattiert bei der Siegerehrung.

Die Zukunft von Jugend debattiert in der Slowakei

Für das nächste Jahr Jugend debattiert in der Slowakei bahnen sich außerdem einige Neuerungen an. Bisher wurde der Wettbewerb vom Goethe-Institut Slowakei organisiert, doch dieser Stab wird ab nächstem Jahr an die Zentralstelle für Auslandsschulwesen weitergegeben werden. Auf diese Weise wird es auch in Zukunft möglich sein, dass Schülerinnen und Schüler in der ganzen Slowakei an den Wettbewerben von Jugend debattiert teilnehmen können.

Max Rößler