Gruppenfoto der deutschen und slowakischen Schüler

„Flucht und Vertreibung“ – Satower Schüler zu Gast in Oberstuben

Im Rahmen des Partnerschaftsvertrages zwischen den Gemeinden Satow bei Rostock und Oberstuben/Horná Štubňa besteht auch eine enge Zusammenarbeit zwischen den beiden Grundschulen. Aufgrund des Projektes „Flucht und Vertreibung damals und heute“ reisten Ende Juni 2018 sechs Satower Schüler nach Oberstuben.
Infotafeln über Oberstuben und Satow

Beide Orte stellen sich durch gebastelte Plakate genauer vor.

In der Grundschule angekommen, wurden sie von Schuldirektorin Frau Zdenka Ižipova herzlich willkommen geheißen. Nach einem gemeinsamen Rundgang durch die Schule und der Begrüßung durch die Oberstubner Schüler wurde ein gemeinsames Foto gemacht. Im schön geschmückten Klassenzimmer stellte die Lehrerin Frau Iveta Raffayova anschließend die einzelnen Punkte des Programms vor, das sie ausführlich vorbereitet hatte.
„Flucht und Vertreibung“ als zentrales Thema
Zuerst stellte sich die Schule mit einer Präsentation vor. Dann erfuhren die Schüler mehr über die Geschichte von Oberstuben und den Karpatendeutschen, woraufhin auf das Thema „Flucht und Vertreibung“ übergeleitet wurde. Unser Gast, Herr Alois Rurik, der ehemalige Vorsitzende der OG Oberstuben und langjähriges Mitglied des Karpatendeutschen Vereins, sprach mit den Kindern über die schweren Zeiten nach Ende des Zweiten Weltkrieges, wobei er vor allem auf die damalige komplizierte Situation der Karpatendeutschen einging. Die Kinder hörten interessiert zu, denn einen Großteil der erzählten Ereignisse findet man nicht in normalen Schulbüchern. Deshalb wurden anschließend viele Fragen gestellt, die Herr Rurik geduldig und ausführlich beantwortete. Nach dem gemeinsamen Mittagsessen liefen alle Teilnehmer des Austauschs zusammen durch das Dorf und schauten einige der Häuser an, in denen die Satower Landsleute vor ihrer Vertreibung gelebt hatten. Dann zeigten wir den Kindern den Platz, wo einst die ehemalige alte Schule stand und besuchten den Friedhof nebenan. Auf dem Rückweg besichtigten wir auch das Gemeindeamt und schauten auf dem Marktplatz die Gedenkstätte der während der beiden Weltkriege gefallenen Oberstubner Bürger an.
Gemeinsame Zubereitung des Abschiedsessens
Die Kinder aus Satow hatten einen Wunsch geäußert: Sie wollten gern ein Essen, das typisch für die Gemeinde Oberstuben ist, selbst vorbereiten. Dafür wählten sie selbstverständlich die Štubnianske Halušky aus, die die Kinder schließlich in der eigenen Schulküche gemeinsam kochten – geschmeckt hat es wohl sehr gut, denn alles wurde aufgegessen. Es wurde viel gelacht und in dieser freudigen Atmosphäre hat sich die deutsche Gruppe von der Grundschule verabschiedet. Im Rahmen des Projektes besuchten die Satower-Schüler auch andere Plätze in der Umgebung – unter anderem die Gedenkstätte in Glaserhau, den Mittelpunkt von Europa in Johannesberg und Kremnitz einschließlich seiner Münzprägestätte. Am letzten Tag besichtigten sie auch unsere Hauptstadt Bratislava und das Museum der Karpatendeutschen.
Beitrag zur Vertiefung der partnerschaftlichen Beziehungen
Beide Seiten waren sich darin einig, dass solche Begegnungen und der damit einhergehende Erfahrungsaustausch zur Vertiefung der gemeinsamen partnerschaftlichen Beziehungen beitragen und bei den Kindern die Kenntnisse über die heimatliche Geschichte vertiefen. Deswegen wurde zum Schluss noch über einen zukünftigen Schüleraustausch gesprochen, bevor den Satower Gästen eine gute Heimreise gewünscht wurde. Auf Wiedersehen in Satow!

Hilda Steinhüblova

OG Oberstuben