Mai-Feier

Majales (Erzählung in der Oberzipser Mundart)

Der Majales wor e Freud for Kender und äuch for die olten Leut. Dos wor e Getuschel und e Sorg wor waber äuch zu assen nam raus en Wold. Jeder tit en Stodtkorb richten und dos bes äuch nicht vergassen renzuschichten Karminadel, Bräutwurscht, Eier, dass es wet e schejne Feier.
Majales-Becher

Mit so einem Emailbecher hat die karpatendeutsche Firma C. A. Scholz die Firmenleitung zur Majales-Feier eingeladen. Ein Exemplar davon befindet sich in der Sammlung des Museums der Kultur der Karpatendeutschen in Bratislava/Pressburg.

En Kuchen und s Bräut derf ber nech vergassen, doss ber wan hon genug zu assen. S Teschtuch muß noch met hinein, doss wet äuch e schejn Picknick sein. Die Maderchen kriegn neuje Klejder, met der Aufforderung derzu, putz der schejn die Sonntogsschuh, doss de west die Schenste sein, dann konnst tonzen Ringelrein. Die Musik hert men schunt von weiten und die Kender tun sich streuten, jeder well der erste sein en gehnchen bei der Zockerbahn, däu spielt sich dann ob s gonze Labn. Die Ross warn schejn gestriegelt, doss se ausschan wie gebiegelt weil die Jong doch wellen bein Reiten s Tönnchen zerschläun men Kneppel en Scheuben. Bis dos es ausenander gedonnert, hot moncher Jonger schunt wieder Honger. On schensten wor dos Kracherwosser, äuch Bier hots gan for die Olten, doss wor e schejn Unterholten. Getonzt, gegassen und gelocht es worn dann bis es wor holb acht. Derzjlt werd noch long em Dorf, wie schejn wor der Majales doch. (Erzählt von Julie Roth aus Forberg/Stráne pod Tatrami. Majales war ein fröhliches Fest mit Musik und Tanz für Jung und Alt draußen im Wald.)

Red