Mourinka

Kolumne: Schmidts Katze

Čau, čau und mňau! Na, haben Sie sich wieder eingekriegt, dass ich mich frech in Ihrem Karpatenblatt eingenistet habe? Ohne Sie vorher zu fragen? Das ist lobenswert! Ich habe mich auch sehr über die vielen Klicks online gefreut. Und darüber, dass mir die kluge Chefredakteurin den schönsten Platz in der ganzen Zeitung eingeräumt hat: zwischen den Seiten „Kultur“ und „Gedanken zur Zeit“. Genau da gehöre ich hin.

Ich möchte nämlich eine Brücke schlagen zwischen diesen beiden wichtigen Bereichen im Leben einer Katze. Dass wir mauzenden Vierbeiner kulturell wertvoll sind, ist ja klar. Wir machen beispielsweise unser Häufchen und unser kleines Geschäft nicht irgendwo in unserer Wohnung auf das wertvolle Laminat oder den falschen Perserteppich, sondern benutzen selbstverständlich ein Katzen-Klo. Wenn das dann doch irgendwann übel zu riechen beginnt, liegt das nicht an uns, sondern daran, dass unsere Sklaven offenkundig mal die Peitsche brauchen, um das Katzen-Klo zu reinigen. Das gehört nun mal dazu, wenn sie schon mit uns zusammenleben dürfen.

Gedanken zur Zeit mache ich mir auch jeden Tag ohne Ende. Meistens dann, wenn ich im Bett meines Butlers liege und die Augen geschlossen habe. Man könnte dann zwar meinen, dass ich schlafe, aber das ist ein Irrtum. Ich denke nach!

Zum Beispiel darüber, ob es wohl ein reiner Zufall ist, dass zwei hochwichtige Polit-Kater bei Euch in der Slowakei Robert heißen. Nicht nur das: die reden auch immer ein bisschen wie Zwillinge. Und mögen beide den Andrej nicht so richtig. Sie wissen schon, Euren obersten Polit-Kater, der ein tolles Katzenpalais bewohnt, mitten in Pressburg. Da, wo immer die Fahnen wehen, wenn er zuhause ist. Wie bei mir im Garten die Fahne von Borussia Dortmund.

Ich habe ja bei mir in Prag auch einen Andrej. Der opfert sich für die tschechischen Zweibeiner auf. Es gibt aber Menschen, die bestimmt nur neidisch auf sein dickes Konto und seine gut laufenden Firmen sind und ihm das Regieren nicht so richtig gönnen. Mein Prager Andrej ist von Geburt übrigens ein Slowake. Das hört man vor allem dann ganz prima, wenn er richtig sauer ist. Da flucht er nämlich immer Slowakisch.

Ich kenne das. Mein Sklave redet immer Deutsch mit mir, wenn er mich versehentlich mal lobt. Habe ich (angeblich) etwas angestellt, flucht er auf Tschechisch. Das Tschechische hat schönere und sehr viel mehr Flüche als das Deutsche, verteidigt er sich dann immer.

Doch zurück zu unseren Polit-Katern. Mir ist da nämlich eine grandiose Idee gekommen: Könnten wir nicht tauschen? Ihr nehmt meinen Andrej, und wir nehmen Euch Euren Andrej ab. Ihr würdet einen tollen Premier bekommen, der den Präsidentenjob nebenbei macht. Und wir in Tschechien hätten auch endlich wieder einen richtigen Präsidenten zum Kuscheln und Liebhaben. Wir sind auch nicht so pingelig mit den Flügen von Andrej nach Deutschendorf und zurück. Mit Euro könnte er die bei uns eh nicht bezahlen. Wir haben ja immer noch wie im Mittelalter die Krone.

Aber vielleicht sorgt unser neuer Präsident Andrej dann dafür, dass es in Tschechien auch bald den Euro gibt. Mein Sklave wäre ihm dafür dankbar. Der verdient nämlich Euro, kann damit aber nichts bezahlen in Prag, muss sein Geld immer erst umtauschen. Und die frechen Banken verlangen dafür auch noch Gebühren. Das geht alles vom Geld für mein Fresschen ab!

Also, abgemacht: Wir tauschen! Die beiden Roberts dürft Ihr aber behalten!

Bis nächsten Monat. Schön neugierig bleiben!

Schmidts Katze Mourinka und ihr Butler Hans-Jörg Schmidt