Harmut Koschyk

Konferenz über Deutsch als Minderheitensprache

Anfang Juni fand in Budapest die Konferenz „Deutsch als Minderheitensprache im Kontext der europäischen Mehrsprachigkeit – Perspektiven und Herausforderung“ statt. Veranstaltet wurde sie vom Goethe-Institut Budapest und der internationalen Andrássy-Universität. Die Grundsatzrede zur Frage des Erhalts und der Stärkung der deutschen Sprache hielt der Bundesbeauftragte für Aussiedlerfragen und nationale Minderheiten, Hartmut Koschyk, MdB. Als wichtigsten Aspekt führte er an, dass der Erhalt der ethnokulturellen Identität mit dem Erhalt der Muttersprache einhergeht. Die Mehrsprachigkeitzielsetzung der EU werde die Rolle des Deutschen – derzeit neben dem Englischen am häufigsten gewählte Fremdsprache – wahrscheinlich weiterhin stärken, was für eine Förderung von Deutsch als Minderheitensprache spricht. Der Deutschunterricht sei in den einzelnen Staaten sehr unterschiedlich gestaltet: am besten in Rumänien, gefolgt von Ungarn, in Polen oder Russland hingegen sei das Angebot eher mangelhaft. Leider geht auch in der Slowakei der Unterricht in der deutschen Sprache stark zurück, obwohl er auch für die karpatendeutschen Schüler wichtig wäre. Das Lernen der deutschen Sprache im außerschulischen Bereich ist zwar für uns sehr hilfreich, aber es kann regelmäßigen schulischen Unterricht nicht ersetzen.

 O.P.