Buch über Einsiedel

Neues Buch über Einsiedel an der Göllnitz

„Im schönen Göllnitztale mein Heimatstädtchen liegt. Am Fuß des Spitzenberges, ist fast es angeschmiegt“, schrieb einst der Heimatdichter Karl Konrad. Er ist 1874 in Einsiedel an der Göllnitz geboren, 1956 da auch gestorben. Der Spitzenberg mit seinen 703 Metern Höhe ist das Wahrzeichen unserer Bergstadt. Jeder, der da aufgewachsen ist, freut sich immer, wenn er bei der Heimreise den majestätischen Berg wieder sieht. Und dieser Berg ziert auch das Deckblatt eines außergewöhnlichen Buches.
Buch über Einsiedel

Neues Buch über Einsiedel an der Göllnitz

Im Jahre 2001 bekamen die Einsiedler ein schönes Geschenk zu Weihnachten. Das Buch „Mníšek nad Hnilcom“, bei dem der Spitzenberg die Titelseite ziert. Ing. Günter Zavatzky hat mit viel Mühe und mit einem guten Kollektiv Material gesammelt, um das Buch zusammenzustellen. Für das Gemeindeamt in Einsiedel an der Göllnitz hatte das Buch der DINO-Verlag in Sabinov 2001 herausgegeben. Der Leser findet darin viel über die Geschichte, die Gründung der Gemeinde, das Leben der Einwohner, ihre Arbeit sowie ihre Sitten und Bräuche. In dem Buch stehen auch schöne Sagen, die immer wieder in den Familien erzählt wurden, bis sie aufgeschrieben wurden, um für die nächsten Generationen erhalten zu bleiben.
Präsentation des neuen Buches
Am Freitag, den 3. November 2017, fand die Präsentation des neuen Buches „Mníšek nad Hnilcom“ statt. Autor Ing. Günter Zavatzky begrüßte die anwesenden Gäste. Zunächst begrüßte er unseren Bürgermeister, Herrn Ing. Ľudovít Kujnisch und den Verleger, Herrn Dionýz Dugas. Dann bedankte er sich bei allen, die mitgeholfen haben, dass die zweite – erweiterte – Ausgabe des Buches herauskam. Der Bürgermeister dankte dem Autor und dem Verleger für ihre Ausdauer, mit Hilfe derer das Buch zu seinen Lesern gekommen ist. Dionýz Dugas ist ein Fotograf, Verleger und großer Bewunderer der Natur. Bisher sind 30 seiner Publikationen herausgegeben worden. In seiner Ansprache sagte er: „Immer, wenn ein Buch fertig ist, bin ich ein Bewohner dieser Gemeinde, bin ich zu Hause. Und es noch einen Grund dafür, dass ich zu Hause bin – meine Mutter. Sie ist hier geboren und meine Großmutter hat sich immer gerne an den Spitzenberg, an den Tanzplatz erinnert (…) Wenn bei uns zu Hause etwas vorkommt, sagen wir – aha, das Stadujkal war da.“
Herbstblätter fallen auf das Buch
Die Sage vom Stadujkal und viel Interessantes kann man im Buch finden. Für die Taufe des neuen Buches hat man Herbstblätter ausgewählt. Die bunten Blätter sind still und feierlich auf das Buch und auf den Boden gefallen. Jeder von uns ist in seinen Gedanken in die schöne Natur, in die Berge und in die Wälder, die unsere Gemeinde umrahmen, gewandert. „Die Berge haben ihre Geheimnisse“, sagte der Autor zum Schluss seiner Ansprache. „Genau so haben auch die Leute, die in Einsiedel leben, ihre Geheimnisse. Mit diesem Buch haben wir für die Leser etwas aufgedeckt, aber etwas haben wir für die nächsten Generationen versteckt gelassen.“

Ilse Stupák

Buchauszug: Wie erkenne ich meine Mutter?
In dieser Ausgabe des Buches über Einsiedel an der Göllnitz befindet sich das Kapitel „Geschichten aus dem Zweiten Weltkrieg“. Auf der Seite 89 ist diese wahre Geschichte, die Klara Kujnisch, geborene Gross, erlebt und aufgeschrieben hat. Der Krieg war längst zu Ende, als wir Kinder aus Österreich nach Einsiedel an der Göllnitz zurückkamen. Vor zwei Jahren hat man uns von unseren Eltern weggerissen. Das war für ein kleines Mädchen eine sehr lange Zeit. Auf einmal war der Bahnhof vor uns. In meinen Gedanken war ich unsicher. Die Erwartungen waren schwer. Welche von diesen Frauen ist meine Mutter? Ist sie hier? Erkennt sie mich? Plötzlich fiel mein Blick auf mein Kleidchen. Es war damals heißer Sommer, der 20. Juli 1946. Von allen meinen Sachen blieb mir nur dieses Kleid mit bunten Blumen. Ich sah noch einmal mein Kleid an. Dann schaute ich die Menschen auf dem Bahnhof an. Plötzlich erblickte ich eine Frau. Ihr Kleid war aus dem gleichen Stoff wie meins. Ich machte einen Sprung in ihren Arm und rief: „Du bist meine Mutter! Du hast so ein Kleid wie ich!“ Das war eine Freude! Ich habe alle Sachen verloren, nur ein Kleidchen ist mir geblieben. Wie konnte das passieren? War es ein Wunder oder nur ein großes Glück? Ich habe mich noch lange an dem Rock meiner lieben Mutter festgehalten. Nie wieder wollte ich meine Mutter verlassen.