Schuster in Wien

Über seine zweite Geburt und das Mantakische: Rudolf Schuster in Wien

Einen ganz besonderen Gast begrüßten Ende März die Verantwortlichen des Verbandes der deutschen altösterreichischen Landsmannschaften (VLÖ) im Haus der Heimat in Wien: den ehemaligen slowakischen Staatspräsidenten und gebürtigen Karpatendeutschen Rudolf Schuster. Er war zu dieser Podiumsveranstaltung extra aus der Slowakei angereist und wurde von VLÖ-Generalsekretär Ing. Norbert Kapeller gemeinsam mit der Obfrau der Karpatendeutschen Landsmannschaft in Österreich, Inge Hartner, sehr herzlich begrüßt. VLÖ-Generalsekretär Kapeller freute sich besonders, zahlreiche Ehrengäste aus dem In- und Ausland begrüßen zu dürfen, darunter Botschaftsrätin Nora Septakova (Slowakische Botschaft), Gesandte Susanne Bachfischer und Gesandten Wolfgang-Lukas Strohmayer vom BMEIA, den ehemaligen Wiener Landtagspräsidenten Johann Herzog sowie Erika und Jan König vom Karpatendeutschen Verein in der Slowakei.   Der zweite Präsident der Slowakei Der im Jahre 1934 in Kaschau/Košice geborene Rudolf Schuster begeisterte die Anwesenden mit seiner sehr humorvollen und eloquenten Art und beschrieb schwungvoll seine Kindheits- und Jugendjahre in Metzenseifen/Medzev und den Weg seiner Ausbildung, der ihn unter anderem an die Technische Hochschule in Pressburg/Bratislava führte, die er 1959 mit dem Bauingenieurs-Diplom abschloss. Neben zahlreichen beruflichen (Auslands-)Stationen war Schuster von 1975 bis 1983 Vizebürgermeister von Kaschau und von 1983 bis 1986 Oberbürgermeister dieser Stadt – ein Amt, das er dort von 1994 bis 1999 wiederum ausübte. Schuster, der Anfang der 1990er Jahre ebenfalls Botschafter der Tschechoslowakei in Kanada war, trat als Oppositionskandidat 1999 bei den Präsidentschaftswahlen gegen Vladimir Meciar an, gewann diese Wahl und hielt bis 2004 das Amt des Staatsoberhauptes der Slowakischen Republik inne. Reisender Fotografie-Liebhaber, der Mantakisch spricht Der begeisterte Fotograf und Autor zahlreicher Bücher ist auch Träger des Europäischen Karlspreises der Sudetendeutschen Landsmannschaft und so war es für einige SLÖ-Vertreter im Publikum sehr naheliegend, dem ehemaligen slowakischen Präsidenten einige Fragen die „Beneš-Dekrete“ betreffend zu stellen, die Schuster anhand einiger Beispiele aus einem persönlichen Familienumfeld beantwortete. In sehr persönlichen Worten beschrieb Schuster auch seine Zeit im Jahr 2000, als er – lebensgefährlich erkrankt – in der Universitätsklink Innsbruck erfolgreich behandelt wurde und seitdem die Tiroler Landeshauptstadt als seinen „zweiten Geburtsort“ bezeichnet. VLÖ-Generalsekretär Kapeller meinte gegen Ende: „Einen sehr humorvollen Abschluss fand die Podiumsveranstaltung, als Präsident Schuster noch einige Sätze des Mantakischen – einer deutschen Mundart aus dem Bodwatal, die man in Metzenseifen sprach, zum Besten gab.“

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