Rund um Sitten und Bräuche im Mai

Bräuche sind nicht nur ein fester Bestandteil der Kultur, sondern auch der Geschichte eines Landes und das gilt natürlich auch für die der Slowakei. Im Wandel der Zeit haben sich Traditionen geprägt und wurden von einer Generation an die andere überliefert.  So gibt es während des Jahres viele Feiertage, die auf verschiedene Art und Weise mit Sitten und Bräuchen verbunden sind. Ein paar von denen, die man in der Slowakei im Mai feiert, kommen hier unter die Lupe.

Die Tradition des Maibaums ist nicht nur in der Slowakei bekannt, sondern auch in anderen europäischen Ländern, wie in Deutschland oder Österreich. In der Slowakei wird der Maibaum, ein geschmückter Baum oder Baumstamm in den ersten Tagen im Mai aufgestellt. Auf dem Lande oder in kleinen Städten ist das immer mit einem Fest verbunden, bei dem die ganze Gemeinde zusammenkommt und die Ankunft des Frühlings feiert. wenn das ganze Dorf oder die ganze Stadt zusammenkommt und die Frühlingsankunft feiert.

Woher eigentlich kommt die Herkunft dieses Brauches?

Die Geschichte des Maibaums führt in die Stadt Aachen, wo der Überlieferung nach schon 1255 Maibäume vor Häusern von jungen, schönen Mädchen aufgestellt wurden. Damit sollen Verehrer ihr ernsthaftes Interesse ausgedrückt haben. Die Vorbereitung des Maibaums war immer Aufgabe der Jungen, die die Maibäume in der Nacht vom 30. April auf den 1. Mai aufgestellt haben. Sie suchten vor allem hohe und lange Bäume, meist Tannen, Fichten, Kiefern oder Birken. Diese befreiten sie von der Rinde und säuberten den Stamm von den Zweigen. Dann haben die Jungen den Maibaum mit langen bunten Papier- oder Stoffbändern geschmückt. Das Mädchen beobachtete vom Fenster aus, welche Jungen sich für sie interessierten und am nächsten Tag belohnte sie sie mit einer Feder für den Hut oder sogar mit Geld, für das die jungen Männer ein Maifest veranstalteten.
Kein Mädchen wollte vor seinem Haus einen Sadebaum haben, weil der ein Zeichen für großen Ärger war. Heute ist es eher eine symbolische Tradition.

Der Tag der Arbeit

Der erste Tag im Mai ist nicht nur ein Tag der Ruhe, sondern auch ein Tag der Arbeiter. In der Slowakei feiert man an diesem Tag seit mehreren Jahren die Arbeit. Nach der Gründung der Tschechoslowakei wurde 1919 der 1. Mai zum Nationalfeiertag erklärt. Von 1933 bis 1938 sollten die Feierlichkeiten den Widerstand des Volkes gegen den Faschismus und Krieg zeigen. In der Zeit des Sozialismus waren die Feierlichkeiten zum 1. Mai nach dem Vorbild der Sowjetunion mit Umzügen verbunden.
Der Feiertag geht auf die USA und Kanada zurück, als die Gewerkschaften beschlossen, zusammenzuarbeiten, um die Acht-Stunden-Arbeit zu fordern. Am 1. Mai 1886 fingen sie einen Generalstreik an, mit dem sie die Verbesserung der Bedingungen für Arbeiter erreichen wollten. Chicago war das Zentrum der Proteste. Zu dieser Zeit marschierten etwa 80.000 Menschen durch die Straßen. Der Protest in Chicago am 3. Mai führte zu Unruhen unter den Streikenden, die ein Eingreifen der Polizei erforderten und die Polizei versuchte die Demonstration gewaltsam aufzulösen.
Die Ereignisse im Mai führten zu Blutvergießen, bei dem sechs Menschen getötet und fünfzig verletzt wurden. Einen Tag später explodierte eine Bombe unter Demonstranten und tötete vier Arbeiter und sieben Polizisten. Im Anschluss daran wurden einige Aktivisten für den Acht-Stunden-Tag in Schauprozessen verurteilt und hingerichtet. In den nächsten Jahren erinnerten weltweit Arbeiter an die Ermordeten und standen weiterhin für den Acht-Stunden-Tag und bessere Arbeitsbedingungen ein.

Der Muttertag

In der Slowakei feiert man am zweiten Sonntag im Monat den Muttertag. An diesem Tag bekommen Mütter vielfältige Geschenke als ein Zeichen der Dankbarkeit für die Liebe und Erziehung. Ähnliche Feiertage existieren auch in anderen Ländern, zum Beispiel wurde in Griechenland der Tag der Fruchtbarkeit und Mütter gefeiert, der mit der Verehrung der heidnischen Göttin Rhea verbunden war. Der Feiertag entstand ursprünglich im 16. Jahrhundert in Großbritannien. Dort wurde er unter dem Namen Muttersonntag gefeiert und fiel in die Fastenzeit vor Ostern. Viele arme Menschen dienten zu dieser Zeit in wohlhabenden Haushalten weit weg von zu Hause und konnten keine Zeit mit ihren Müttern verbringen. Daher hatten die Bediensteten Zeit, nach Hause zurückzukehren oder die Kirche in ihrer Heimatstadt zu besuchen, in der ihre Mütter und andere Verwandte lebten.
Die Idee für einen internationalen Muttertag kam1907 zu Ehren von Anna Reeves Jarvis auf, die für die Rechte der Mütter kämpfte. 1914 erklärte der damalige US-Präsident Woodrow Wilson den ersten offiziellen Muttertag zum Nationalfeiertag. Er fand am zweiten Sonntag im Mai statt – wie heute.

Der Monat der Liebe

Der Mai ist zweifellos einer der schönsten Monate des Jahres. Die ganze Natur erwacht zum Leben. Alles blüht, die Natur zeigt ihre volle Pracht. Gärten und Wiesen sind mit bunten Farben übersät, was eine richtige Augenweide ist. Die Schönheit der Natur hat ihren Reiz. Blühende Blumen sind ein Symbol für das Erwachen der Natur und für neues Leben nach einem langen Winterschlaf. Auch aus diesem Grund neigen viele junge Paare dazu, sich unter einem Kirschbaum zu küssen. Davon verspricht man sich, dass die Beziehung lange hält. Maibaumaufstellen oder Muttertag – im Mai gibt es mehrere Feiertage, die mit der Liebe verbunden sind und deswegen gilt der Mai als Monat der Liebe.

Matej Lanča