Studenten im Bundestag

Slowakische Studenten zu Besuch bei der Bundeskanzlerin

Anlässlich der 25. Jahrestages der Unterzeichnung des deutsch-tschechoslowakischen Nachbarschaftsvertrages fand im April ein Treffen von Bundeskanzlerin Angela Merkel mit ihren Kollegen – den Ministerpräsidenten der Slowakei und Tschechiens – Robert Fico und Bohuslav Sobotka, in Berlin statt. Von der deutschen Seite war auch der Botschafter der Bundesrepublik Deutschland in der Slowakei Joachim Bleicker zugegen. Von der slowakischen Seite nahmen an dem Treffen im Bundeskanzleramt auch der Staatssekretär im Außenministerium der Slowakischen Republik Ivan Korčok und der Botschafter der Slowakischen Republik in Deutschland Dr. Peter Lizák teil. Nach kurzer Fahrt vom Flughafen durch die Millionenmetropole und einem Spaziergang beim Brandenburger Tor fuhr die slowakische Delegation zum Bundeskanzleramt. Die Autokolonne zog die ganze Aufmerksamkeit der umstehenden Touristen, die die Sehenswürdigkeiten der Hauptstadt bewunderten, auf sich.
Besondere Bedeutung der deutschen Sprache
120 Millionen Einwohner sprechen Deutsch und es hat sich wieder gezeigt, dass Deutsch zu sprechen ein großer Vorteil ist. Ein Teil des Treffens im Bundeskanzleramt war eine Diskussion der Ministerpräsidenten mit nicht nur in Deutschland studierenden deutschen, slowakischen und tschechischen Schülern und Studenten sondern auch mit Studenten aus der Slowakei und Tschechien. Wir freuten uns auf die Diskussion. Man kann sagen, dass slowakische Studenten im Allgemeinen sehr gut Deutsch sprechen. Es ist wichtig, dass sie die Möglichkeiten haben, ihr Deutsch z.B. zu Hause, in der Schule, an der Uni oder wie ich in der Arbeit zu verbessern und eine feste Beziehung zu dieser Sprache zu erstellen. Es kann uns im Privatleben und auch bei unserer beruflichen Laufbahn weiterhelfen. Die Studenten, die aus der Slowakei kamen, waren sogar offizielle Mitglieder der Delegation des slowakischen Regierungschefs Robert Fico. Nach einem Arbeitsmittagsessen und einer gemeinsamen Pressekonferenz folgte eine Diskussion über das Thema „Mitteleuropas Beitrag zur Zukunft Europas.“ Frau Bundeskanzlerin begrüßte uns, dort herrschte eine freundschaftliche und entspannte Atmosphäre. Die Bundeskanzlerin selbst war sehr lustig gelaunt. Die Diskussion dauerte eine Stunde und man kann sie als interessant und anregend für die gegenseitigen Beziehungen zwischen Deutschland und den Ländern Zentraleuropas bezeichnen.
Hinter den Kulissen der europäischen Diplomatie
In Namen aller beteiligten slowakischen Studenten hielt Studentin Silvia Švejdová die einleitende Rede. Sie ist gegenwärtig als Praktikantin im Bundestag tätig. Sie sagte in ihrer Rede, dass wir Europa mit vielen Worten beschreiben können – demokratisch, einzigartig, stabil, friedlich usw.- und wir können uns die Europäische Union als ein Orchester vorstellen. Während der 60 Jahre der EU gab es fünf Instrumente: Flöte, Klarinette, Geige, Violoncello und Klavier. Diese Instrumente spielen fünf Musiker, jeder alleine zu Hause. Obwohl jeder von ihnen sehr gut spielt, wissen sie, dass man es auch besser machen kann und sie stellen selbst die Frage „Wie?“ Nicht fünf unterschiedliche Stücke, sondern ein gemeinsames. Und das ist unser heutiges Europa. Diese Frage müssen wir beantworten und Diskussionen wie diese bieten uns einen soliden Raum. Es ist nicht leicht, in der EU einen gemeinsamen Weg zu finden. Sehr bemerkenswert waren auch die Reden von den deutschen und tschechischen Kollegen, die über die Kooperation in der EU und über die Beziehungen zwischen den Nachbarstaaten sprachen. Für uns als Studenten der Wirtschaftsdiplomatie und der internationalen Beziehungen an der Fakultät der Internationalen Beziehungen in Bratislava, deren studentische Laufbahn langsam zu Ende geht, war dieses Treffen eine weitere unschätzbare und besondere Erfahrung. Wir blickten hinter die Kulissen der europäischen Diplomatie. Es bestätigte sich noch einmal, dass Kenntnisse der deutschen Sprache einen Menschen an anziehende Orte bringen können, die man unter normalen Umständen nicht besuchen kann. Es war für uns eine große Ehre und Freude, den slowakischen Ministerpräsidenten Robert Fico zu begleiten und die Räume des Bundeskanzleramtes zu besuchen. Wir werden alles Mögliche tun, um als Diplomaten im Dienst der Slowakei in Zukunft an diese Orte zurückkehren zu dürfen.

Boris Konček